Da passiert schon einiges bei uns!

Da passiert schon einiges bei uns!

Sooo, lange her, dass ich etwas in den Jugendblog geschrieben hab. 


Heißt es gibt einiges zu erzählen!

Momentan bin ich immer noch viel mit der Seminarfahrt nach Brüssel beschäftigt, die ist ja schon im nächsten Monat. Das heißt ich muss das Programm festigen: Bestätigungen einholen, Termine schieben, Unterschriften der TeilnehmerInnen sammeln und so weiter.

Dann gibt es ja noch das Projekt „Fokus auf Afrika“, welches ich nun doch nicht für den Februar, sondern in die Europawoche im Mai ansetze. Das heißt wiederum Anträge auf Förderung schreiben und potentielle ReferentInnen kontaktieren. Nebenbei normale Büroarbeit und dann sind wir ja noch in Schulen aktiv und führen Sozialtrainings durch und Klassenräte ein! 

Zum Glück kann ich zwischendurch immer mal wieder
auf Fachtagungen gehen, wie z.B. letzte Woche
über institutionellen Rassismus des Bildungswerks 
Weiterdenken. weiteres hier und hier!

Da passiert schon einiges bei uns! 
Zu viel, um alles in einem Fließ- oder Lauftext unterzubringen! 
(Es würde chronologisch passen, aber wer will das schon so lesen… 
ich nicht!)
Ich habe es schon das letzte Mal geschrieben, wenn viel los ist geht öfters mal die Öffentlichkeitsarbeit unter, doch dann kommt es halt alles wieder auf einen Schlag!

Mit freundlichstem Gruß aus Dresden – Plauen
Felix Warsame (Freiwilliger des Sozialen Jahres – Politik)

Aussteiger berichten!

Aussteiger berichten!

Am 27.01.14 trafen insgesamt etwa 90 Dresdner SchülerInnen,
zusammengewürfelt aus der 30. Oberschule in Dresden, dem Berufsschulzentrum für
Wirtschaft „Zeiger“ und dem Marie-Curie Gymnasium in Dresden, zu einem
besonderen Tag zusammen: Dem internationalen Holocaust-Gedenktag.
Der Politische Jugendring Dresden e.V. hatte hierzu zusammen
mit der engagierten Lehrerin Rica Gottwald und mit finanzieller Unterstützung
der Doris-Wuppermann-Stiftung geladen, um einem besonderen Referenten zu
begegnen: Er heißt Christoph und ist ein Schützling von Herrn M. Ankele, einem
Sozialpädagogen des Projekt21II, der Aussteiger aus der rechtsextremistischen
Szene betreut.
Christoph ist einer von Ihnen – 26 Jahre jung, eher
schmächtig gebaut doch mit Erfahrungen im Gepäck, die er gerne mit jungen
SchülerInnen oder auch mit PolizistInnen und RechtsanwältInnen teilen möchte. Erst
erzählte Christoph von sich und baute so Hintergrundwissen bei den
TeilnehmerInnen auf, damit Weiteres verständlich wird. Er ist mit der Ideenwelt
des Nationalsozialismus quasi groß geworden. Durch seine
Lese-Rechtsschreibschwäche fand er als 9jähriger Junge den ersten Kontakt zur
rechtsextremen Szene. Der große Bruder eines Freundes, der dieser angehörte, brachte
ihm mit NS-Lektüre mehr oder weniger das Lesen und Schreiben bei.
Hier zeigt sich, wie
früh bereits die Rekrutierungsversuche der Rechtsextremen ansetzen.
Mit 10 Jahren wurde Christoph mit Hitlergruß auf dem
damaligen Militärfriedhof (heute: Nordfriedhof) in der Nähe der
Staufenbergallee vereidigt. Statt den Eltern zeigt er als erstes seinen
Kameraden seine Zeugnisse. Diszipliniert und effizient sowie es die Kameraden
predigten. Später war er selber am Rekrutieren. In ganz Europa unterwegs,  um Gleichgesinnte zu besuchen und Erfahrungen
auszutauschen. Geld dazu fehlte nie, es gab ja genug Unterstützer in der
Gemeinschaft.
Nach 16 Jahren Loyalität zum braunen Gedankengut fing er an
zu Zweifeln. Schlussendlich stieg er aus und kapselte sich fürs erste ab. Wohin
auch, wenn das komplette soziale Netzwerk aus „Kameraden“ besteht. Er erzählte
uns, wie er aus dieser Ecke wieder rauskam – ein Zeuge einer elitär
verschwiegenen Parallelgesellschaft die noch zu oft unbeobachtet gelassen wird.
Die gefüllte Aula des BSZ für Wirtschaft –
Aussteiger Christoph wurde aus Sicherheitsgründen unkenntlich gemacht.
Herr Ankele vom Projekt21II begleitet und betreut aussteigerwillige
Jugendliche wie Christoph in Sachsen und nimmt diese mit zu
Präventionsveranstaltungen an Schulen. Welche
Zwänge und Probleme diesen Jugendlichen gegenüberstehen, wie die rechte Szene
tickt und funktioniert und welche Gefahren davon ausgehen konnte Herr Ankele
aus seinem reichhaltigen Erfahrungsschatz mit Aussteigern berichten.
Wir danken unseren Kooperationspartnern bei der
Veranstaltung Frau Rika Gottwald, Herrn Ankele und dem Schulleiter des BSZ für
Wirtschaft „Zeiger“, Herrn Samaras, der uns die Aula des Berufsbildungszentrums
für die Veranstaltung zur Verfügung gestellt hat. Herzlichen Dank auch an die
Doris-Wuppermann-Stiftung und die Stadt Dresden für die finanzielle
Unterstützung.

 

Die Angst vor den Fremden…

Die Angst vor den Fremden…

Adventszeit in der
kleinen, von ca. 5000 Einwohnern bevölkerten Oberlandgemeinde Neukirch
(Lausitz). Üblicherweise kehrt hier wie im restlichen Land zu dieser Zeit
langsam die besinnliche Stimmung vor dem Weihnachtsfest ein.
Ortschild von Neukirch in der Lausitz
(Quelle: https://www.firmendb.de)
Nur nicht dieses Mal. Am 02.12.13
verbreitete sich eine Nachricht in Windeseile durch den Ort. Aber was ist
geschehen? Der Kreistag des Landkreises Bautzen wurde im Rahmen seiner Suche
nach neuen Unterkünften für die steigende Anzahl der Asylbewerber_Innen darüber
informiert, dass ein Gebäude (das „Hofgericht“) in Neukirch, welches in den
90er Jahren als Hotel betrieben wurde, Mitte Januar versteigert werden sollte.
Aufgrund des knappen zeitlichen Rahmens beschloss der Kreistag ohne mediale
Vorankündigung, sich an der Versteigerung zu beteiligen und bis dahin weitere
Möglichkeiten für eine Unterbringung von 80-120 Asylbewerbenden zu suchen.
Über die sozialen Medien
und auf der Straße brach sofort eine Welle der Entrüstung los. Die Emotionen
schwankten von Verwunderung über Unverständnis bis hin zur Wut. Erste Stimmen
wurden laut, die verkündeten, man wolle keine Fremden aus anderen Ländern hier
in dieser beschaulichen Gegend haben. Die kritischen Stimmen wurden lauter und
bündelten sich in mittlerweile eingerichteten Facebook-Gruppen.
Auf der Straße wurde
diskutiert, „ob man mit diesen Asylbewerbern hier überhaupt noch sicher leben
könne“ und sich darüber echauffiert, dass „ wieder einmal Entscheidungen vorbei
an den Bürgern getroffen wurden“. Am 11.12.13 wurde die Gemeinderatssitzung des
Ortes förmlich überrannt. In dem kleinen Ratssaal reihten sich über hundert
Anwohner_Immem wie die bekannten Heringe in der Dose. Die Enge war nicht das
Einzige, was an diesem Mittwoch-Abend für ein unangenehmes Gefühl sorgte,
sondern auch eine von Wut aufgeheizte Stimmung in den Reihen des Publikums. Vom
Landratsamt wurden zwei Mitarbeiter beordert, die in der Gemeinderatssitzung
den aktuellen Stand der Dinge aufklären sollten. Die beiden Herren wurden an
diesem Abend zum Ziel der Unmütsäußerungen. Ihre Ausführungen wurden wiederholt
durch Zwischenrufe aus dem Publikum unterbrochen. Einige Einwände zeugten von verständlichen
Bedenken der Anwohnenden. Jedoch die Mehrzahl der Einwände schmückte ein
fremdenfeindlicher Unterton. „Man wolle solche Menschen nicht hier, erst recht
nicht in Mitten des Ortes“ – diese Aussage hörte man an diesem Abend noch sehr
oft. Nach Wortmeldungen, weiteren Zwischenrufen und Statements einiger
Gemeinderäte, wurde das Thema in der Sitzung vom Bürgermeister (Krause /CDU)
beendet und das Publikum damit vertröstet, dass in der darauffolgenden Woche
eine Diskussionsveranstaltung im größeren Rahmen stattfinden soll, wo auch der
Landrat des Landkreises Bautzen, Michael Harig (CDU), Rede und Antwort steht.
Der Ton verschärfte sich
Zusehens bei Diskussionen über Thema. Die Dynamiken des Internets beförderten
populistische Aussagen und sorgten dafür, dass Verteidiger_Innen des
Asyl-Rechtes sich Schmähungen und vereinzelt auch Drohungen aussetzen lassen
durften.
Am Donnerstag den
19.12.13 kam es dann zum bisherigen Höhepunkt. Die einberufene
Bürgerversammlung wurde ein weiteres Mal von über 100 Zuhörer_Innen besucht.
Vorab verabredet, traf auch ein Mob an schwarz-gekleideter Personen zu dieser
Veranstaltung ein – die Botschaft sollte klar sein. Am Beginn des
Diskussionsforums stand eine Rede des Landrates, der, bevor er nur ein Wort
reden konnte, ausgebuht wurde. Er appellierte an die Sachlichkeit und
Menschlichkeit der Anwohner_Innen, jedoch gelang es ihm nicht im Geringsten
einen Draht zu den Asyl-Kritikern vor Ort aufzubauen. Im Gegenteil, mit einer
unbedachten Aussage über Dynamo Dresden Fans, die sich gelegentlich genauso
rüpelhaft verhalten, wie es den Asybewerber_Innen unterstellt wird, brachte er
endgültig die Asylkritiker gegen sich auf.
Als zweites wagte sich
ein Gemeinderat auf den Rednerpult, der versucht hatte beide Seiten des
Publikums anzusprechen. Jedoch wirkten seine Aussagen mitunter für den
aufmerksamen Zuhörer sehr irritierend. Zum Beginn seiner Rede stellte er klar,
dass er die Gemeinde Neukirch nicht in die „rechte Ecke gestellt“ haben möchte.
Ebenso sehr betonte er auch, dass er nichts gegen Ausländer habe und ihm ein
konstruktiver Dialog mit den Verantwortlichen des Landratsamtes wichtig sei. In
späteren Passagen seiner Rede ließ sich jedoch gut erkennen, wo ein evidentes
Problem in der Denkweise weiter Teile der ostdeutschen und besonders ländlich
geprägten Regionen vorherrscht. Selbst in der Mitte der Bevölkerung, die sich
gegen rechtes Gedankengut ausspricht, hängen noch alte Stereotype und
Ressentiments gegenüber Ausländern fest.
Die Veranstaltung ging
weiter. Zum Leiden der konstruktiven Diskussion blieben wichtige Fragen an die
Verantwortlichen des Landratsamtes unbeantwortet, da mehr und mehr unsachliche
Aussagen aufkamen. So erfragte eine erzürnte Zuhörerin, wieso den Asylbewerbern
geholfen wird, ihr jedoch, als Opfer des Hochwassers nicht. Hört-Hört-Rufe
erschallten aus dem hinteren Bereich des Gesprächssaales, wo schwarz Gekleidete
in der Überzahl waren. Die Stimmung wurde immer erhitzter, sodass der
Bürgermeister ein weiteres Mal sich genötigt fühlte die Veranstaltung an dem
Punkt abzubrechen. Ein Redebeitrag erfolgte jedoch noch nach der
Verabschiedung. Die zuvor erwähnte Frau drängte noch einmal zum Mikrophon, um
ihren angestauten Unmut Ausdruck zu verleihen. Ihre Tirade endete
mit den Worten „Ausländer raus! Pfui! Pfui! Pfui!“. Nicht nur diese Aussage
ließ einen erschrecken, sondern auch der beißende Applaus aus dem hinteren Teil
des Saales.
Was von diesem Abend
bleibt, ist ein sehr fader Beigeschmack. Wer die Hoffnung hatte, dass weite
Teile der Bevölkerung hier im ost-sächsischen Raum sich klar gegen Rassismus
und rechtem Gedanken-Gut stellen, der wurde eines besseren belehrt. Alltagsrassismus
und Chauvinismus sind immer noch präsent. Dieses dunkle Urteil, ist aber auch
nur ein Teil der Realität. Es muss auch erwähnt werden, dass eine nicht
vernachlässigbare Zahl an Menschen die Notwendigkeit des Asylrechtes erkennen
und vereinzelt auch geschlossen in Initiativen sich aktiv dafür einsetzen, so dass
buntes, multikulturelles Gedankengut im ländlichen Raum einziehen kann.
(Robin H.)
Nachdem am 14. Januar in der Sächsischen Zeitung ein Artikel zum Thema unter dem Titel „Es kocht in Neukirch“ erschienen ist (hier zu finden: https://www.sz-online.de/nachrichten/es-kocht-in-neukirch-2750902.html), baten wir unseren ehemaligen FSJ-Pler Robin, der aus Neukirch kommt, seine Gedanken dazu zu verfassen. 
Viel los im November!

Viel los im November!

Ich wurde nun erstmals als Teamer in die Trainings zum
Klassenrat eingespannt. Dann gab es noch einiges zu tun für die
Projektvorbereitungen für das nächste Jahr, wie beispielsweise die Seminarfahrt
nach Brüssel für meine FSJ-Gruppe.
Außerdem gibt es natürlich noch die kleinen Büroarbeiten, die
man stets zu erledigen hat. Und mittlerweile plane ich ja auch eigene
Projekte, wie beispielsweise eine kleine
Vortragsreihe zum Thema Afrika im Januar. Seid gespannt, ich bin es!
Leider gibt es deswegen einige Tätigkeiten, welche ich in
letzter Zeit immer mehr vernachlässige, wie die Pflege der Homepage und unserer
Facebook-Seite. Doch nun kommt halt alles auf einen Schlag!
Ich verabschiede mich!

Ich verabschiede mich!

Nun neigt sich meine Zeit beim PJR schon dem Ende zu. Heute beginnt meine achte und somit letzte Woche im Büro. Ich kann auf eine sehr schöne und erlebnisreiche Zeit zurückblicken.

Zu Beginn meines Praktikums habe ich die U18-Wahl im Jugendhaus Plauener Bahnhof betreut. Ich unterstützte den PJR außerdem bei der Planung von Bildungsveranstaltungen für 2014, zum Beispiel eine Seminarfahrt nach Brüssel, und war als Teamerin bei der Einführung von Klassenräten am Gymnasium Bürgerwiese dabei. Der Höhepunkt meines Praktikums war die Fahrt nach Theresienstadt und Prag Anfang Oktober.

Ab November gibt es im PJR-Büro dann wieder einen freien Computer, sowie einen sehr bequemen Bürostuhl mehr. 🙂

In diesem Sinne sage ich danke und vielleicht sieht man sich ja mal wieder!
Johanna