Bergfest – Update nach einem halben Jahr FSJP

Bergfest – Update nach einem halben Jahr FSJP

So schnell kann es gehen! Die Hälfte meines Freiwilligendienstes ist bereits vorbei und es wird Zeit für ein paar Highlights.

Erst vor kurzem fand unser lange geplanter Filmabend in der Filmgalerie statt. Gezeigt haben wir "La Haine – Der Hass", ein Film über drei Jugendliche, die in einem Problemviertel der Pariser Vorstädte leben. Im Anschluss haben wir mit den Teilnehmerinnen noch ein Gespräch zur Thematik Segregation in der Stadtentwicklung geführt. Dafür waren ein Sozialarbeiter und ein Anwohner aus Dresden Gorbitz eingeladen, die den Abend mit sehr interessanten Einblicken in die Situation vor Ort bereichert haben.

Ebenfalls interessante Einblicke bieten für mich die Dinge, die wir zusammen mit der Universitätsschule machen. Vor ein paar Jahren durfte ich an einem Schülerinnenkongress teilnehmen, wo verschiedene Ideen zur Zukunft der Schule ausgetauscht wurden. Daher finde ich es spannend, einige dieser Ideen in der experimentellen Praxis zu sehen. Sicher wäre es auch interessant, dort mal einen Workshop durchzuführen, denn ich finde es recht aufschlussreich, wie diese bei den verschiedenen Zielgruppen funktionieren. Für mich persönlich sind die Workshops mit anderen Freiwilligendienstleistenden sehr erfreulich, aber die Abwechslung ist letztendlich entscheidend.

Über einen Mangel an Abwechslung kann ich mich freilich nicht beklagen und ich bin zuversichtlich, dass die zweite Hälfte meiner Zeit hier ebenso angenehm wird. Auf ein paar Dinge kann ich mich jetzt schon freuen und dazu zählen auch die Fahrt nach Berlin im Mai mit den FSJ-Plern der anderen Einsatzstellen sowie verschiedenste anstehende Gedenkstättenfahrten.

Ich bin gespannt!

Ole

Mein ESK – Das Lehren und Lernen in Ungarn

Mein ESK – Das Lehren und Lernen in Ungarn

Sziasztok!

Mein Name ist Nicolas, ich bin 19 Jahre alt und aktuell verbringe ich zehn Monate in Ungarn. Ursprünglich war die Idee eines Freiwilligendienstes nur gereift, weil ich absolut keine Ahnung hatte, was ich nach der Schule machen möchte. Als ich jedoch mehr darüber nachdachte – und sich die Möglichkeit ergab, diesen mithilfe eines ESK im Ausland zu verbringen – kamen viele weitere positive Argumente dazu. Und nach nun dreieinhalb Monaten kann ich durchaus behaupten, dass die meisten meiner Wünsche und Vorstellungen bereits jetzt Realität geworden sind.

Ganz viel Neues

Neben den Erlebnissen, die man hat, lernt man eine ganze Menge Menschen und Kulturen kennen. Ich lebe in Debrecen, der zweitgrößten Stadt des Landes und durch eine Universität mit rund 30.000 Studierenden aus aller Welt durchaus als multikulturell zu bezeichnen. Ob beim wöchentlichen Volleyballspielen, bei Wanderausflügen ins Umland, bei abendlichen Barbesuchen oder in der sogenannten American Corner – überall trifft man junge Menschen aus allen Teilen der Welt, von Vietnam, über Uganda, bis in die USA. Und das alles hat noch nicht einmal etwas mit dem Projekt zu tun. 

Von den meisten Veranstaltungen erfährt man hier, wohl oder übel, sehr einfach über Facebook, jeder nutzt das hier (und ich dachte vorher, das sei ausgestorben :). Viele Menschen sind mir bereits jetzt ans Herz gewachsen und es gibt eigentlich immer Sachen, die man machen kann. Von Corona spürt man hier übrigens bisher (und hoffentlich auch in Zukunft!!) nichts, was sehr schön ist, da man endlich wieder uneingeschränkt Dinge unternehmen kann.

Mein Projekt

Aber auch in meinem Projekt lerne ich natürlich eine ganze Menge kennen. Meine Hauptaufgabe besteht darin, Lehrerinnen und Lehrer an unterschiedlichen Schulen beim Deutschunterricht zu unterstützen. Das Sprachlevel der meist 14- bis 18-Jährigen ist sehr unterschiedlich, allerdings scheine ich sehr viel Glück mit meinen Klassen zu haben, denn die meisten Lernenden arbeiten wunderbar mit und es macht sehr viel Spaß. Zu Beginn habe ich vor allem Präsentationen über diverse Themen, wie beispielsweise meine Heimatstadt Dresden, gehalten und eher passiv den Unterricht begleitet. Mit der Zeit stieg und steigt meine Teilhabe allerdings und inzwischen leite ich auch einige Stunden fast vollständig selbst. Besonders im Umgang mit jüngeren Menschen entwickle ich mich täglich weiter und das Feedback ist auch fast ausschließlich positiv. Zu Weihnachten habe ich auch echt viele supersüße (teilweise im wahrsten Sinne des Wortes) Geschenke bekommen. Die Menschen in Ungarn lieben es, neben ihrer generellen Gastfreundschaft, anscheinend auch sehr zu schenken.

Unterricht

Neben der Arbeit an Schulen bin ich noch in einige Tätigkeiten meiner Hosting-Organisation “KÖZ-Pont Ifjúsági Egyesület” involviert. So helfe ich manchmal bei der Organisation und Durchführung von Events, bei der Betreuung von unserem Promotions-Stand bei Veranstaltungen und ich leite und organisiere, gemeinsam mit meiner Mitbewohnerin, alle zwei Wochen ein sogenanntes Open Café. Bei diesem haben Jugendliche aus Ungarn und aller Welt die Möglichkeit, sich auf Englisch über ein bestimmtes Thema auszutauschen und in kleinen Spielen Spaß zu haben.

Zusammen mit Barbara aus Italien, die so ziemlich das gleiche macht wie ich, wohne ich in einem kleinen Apartment quasi mitten in der Innenstadt. Alles ist in Fußreichweite, was super ist. Nachdem man fast 19 Jahre nur bei seinen Eltern gelebt hat und durchgefüttert wurde, ist auch das Leben alleine eine sehr spannende Erfahrung, an die ich mich jedoch auch recht schnell gewöhnen konnte. 

Wir lernen auch Ungarisch, sowohl über Duolingo, als auch über Unterricht bei einer Lehrerin. Es ist eine sehr witzige und eine sehr sehr komplizierte Sprache, schließlich hat sie keinerlei Verwandtschaft zu irgendeiner anderen Sprache. Es wird wohl noch ein Weilchen dauern, bis ich mich sinnvoll mit anderen Menschen unterhalten kann.

Open Café

Zu den Highlights bisher zählt auf jeden Fall der Besuch meiner Familie Ende Oktober. Ohne deren dauerhafte Präsenz lernt man auf alle Fälle, jede gemeinsame Minute wertzuschätzen. Nach ein paar schönen Tagen in Debrecen haben wir eine halbe Woche in Budapest verbracht und generell eine wunderbare Zeit gehabt.

Auch das On-Arrival-Meeting Ende November fand in Budapest statt und auch dieses war eine herausragende Woche. Gemeinsam mit Freiwilligen aus allen Ecken des Landes haben wir fünf Tage in einem Hotel in Ungarns Hauptstadt verbracht und hatten neben jeder Menge Essen auch eine klasse Zeit. Wir lernten viele Dinge über den Europäischen Solidaritätskorps und beispielsweise über die Bewältigung möglicher Probleme. Besonders viel Spaß bereiteten uns allerdings die Abende und der Mittwoch, an welchem wir in kleineren Gruppen Budapest, und z.B. auch den Weihnachtsmarkt, besichtigen konnten. Ich freue mich auf alle Fälle schon sehr auf das Midterm-Meeting Ende Februar.

Zwischenfazit

Auch wenn der Großteil des Projekts noch vor mir liegt, wage ich mir ein kleines Zwischenfazit: Bisher kann ich sagen, dass es eine absolut richtige Entscheidung war. Ich habe mich bereits jetzt menschlich weiterentwickelt, habe viele neue, super nette Menschen kennengelernt und wurde definitiv selbstständiger. Auch bezüglich meiner Zukunft bin ich nicht mehr ganz so planlos, ich tendiere momentan stark dazu, Lehramt zu studieren. Auch hierfür ist es eine klasse Vorbereitung.

Und nun mein Lieblingswort: Viszontlátásra!

Der russländische Angriffskrieg und die Jugendarbeit

Der russländische Angriffskrieg und die Jugendarbeit

Der russländische1 Angriffskrieg auf die Ukraine hat weltweit für Erschütterungen gesorgt. Auch wir vom PJR Dresden haben die Auswirkungen des Angriffskriegs in unserer täglichen Arbeit miterlebt, nicht nur weil unsere ehemalige ESKlerin Yuliia aus der Ukraine kommt, sondern auch weil wir uns die Frage stellen mussten, ob und wie wir in Zukunft mit russländischen Kooperationspartnern weiterarbeiten können und möchten, da unser Bildungsangebot auch internationale Jugendbegegungen mit und in der Russischen Förderation umfasst. Viele deutsche und ausländische Bildungsinstitutionen, Organisationen und Vereine haben ihre russländischen Kooperationen pausiert oder gar beendet. 

Auch wir vom PJR Dresden sind wütend und traurig darüber, dass der russländische Angriffskrieg auf die Ukraine nun fast zehn Monate andauert, Menschen- und Völkerrechtsverbrechen begangen werden und Ukrainer:innen aus ihrer Heimat fliehen mussten und immer noch müssen.
Gleichwohl haben wir uns dazu entschlossen über jedes Projekt im Einzelnen zu entscheiden und deshalb noch genauer bei unseren Kooperationsorganisationen hinzugucken.
Internationale Jugendarbeit heißt sich über verschiedene Themen aus verschiedenen Perspektiven auszutauschen, konkret sich über die Bedeutung von Zusammenhalt gegen den Krieg zu verständigen. Der Austausch mit regimekritischen Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus der Russischen Förderation trägt beidseitig dazu bei.

Dass diese durchaus kontroverse Position in der Praxis auf Hindernisse stößt und auch Probleme bei ihrer Umsetzung erzeugen kann, haben wir bei der internationalen Jugendbegegung "We have to talk" beobachten und miterleben können. Ursprünglich war eine trinationale Jugendbegegnung zwischen Deutschland, der Ukraine und der Russischen Förderation geplant, die an zwei Orten in Deutschland stattfinden sollte. Das Format der Jugendbegegnung sollte gewissermaßen selbst zum Gegenstand gemacht werden, indem ein Raum für gegenseitige Unterstützung und Vernetzung mit Gleichgesinnten in Kriegszeiten geschaffen werden sollte. Internationale Jugendbegegnungen finden jedoch in keinem luftleeren Raum statt, sondern auf den digitalen Bühnen der Social Media Plattformen. Auf Facebook wurde in Folge eines Posts von einer ukrainischen Aktivistin ein Shitstorm ausgelöst der sowohl unsere deutsche Partnerorganisation als die ukrainische Partnerorganisation und die russländische Partnerorganisation traf. Der Shitstorm und der Druck der digitalen Öffentlichkeit führte dazu, dass sich die ukrainische Partnerorganisation zurückzog und ihre Teilnahme am Projekt beendete.

Einige der Äußerungen der Aktivistin sind nachvollziehbar und wir möchten mit diesem Kommentar keine Meinungen oder Gefühle delegitimieren, denn dies stünde uns hier als deutsche Organisation auch gar nicht zu. Wir stellen uns jedoch uneingeschränkt hinter unsere drei Partnerorganisationen. Die trinationale Jugendbegegnung sollte ein Angebot und ein Möglichkeitsraum für diejenigen sein, die reden und aktiv im Engagement gegen den Krieg sein wollen. Wir sagen nicht, dass alle das sollen. Wir können den Hinweis auf die Verarbeitung traumatischer Erlebnisse nachvollziehen, jedoch verläuft der Prozess der Traumaverarbeitung individuell und die Teilnahme an Projekten wie diese trinationale Jugendbegegnung kann gewiss dazu beitragen, sich wieder als handlungsfähiges Subjekt zu erfahren und darüber hinaus Gedanken, Emotionen und Erfahrungen nicht zu verdrängen, sondern auszudrücken und sich mit gleichaltrigen darüber auszutauschen.

Wir, der PJR Dresden, unterstützen unsere Projektpartner und möchten sie weiterhin dazu ermutigen trinationale Jugendbegegnungen durchzuführen und sich nicht von Kritiken einschüchtern zu lassen. 
In der internationalen Jugendarbeit sind wir auf konstruktive Kritiken angewiesen und nehmen diese dankend an. Wir hätten uns darüber gefreut, wenn die beteiligten Personen auf uns und unsere Partnerorganisationen zugegangen wären und die Kritiken mit uns geteilt hätten, bevor diese auf einer Plattform zu teilen, die dafür bekannt ist, ein Katalystor für Hatespeech zu sein.
​​​​​​​Projekte mit russländischen Partnerorganisationen sollten nicht tabuisiert werden, ebenso nicht das Reden und Diskutieren über Meinungsverschiedenheiten. Die von uns geteilte Prämisse lautet hierbei, dass keiner der Partnerorganisationen den russländischen Angriffskrieg auf die Ukraine unterstützt und wir einen pluralen demokratischen Wertekanon teilen. 

Obwohl die internationale Jugendbegegnung anders verlaufen ist als geplant, war sie dennoch ein Erfolg. Wir werden uns auch zukünftig mit der Frage der russländischen Kooperationen beschäftigen müssen, ebenso mit der Dynamik von digitalen Öffentlichkeiten im Internet. 

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1: Es heißt an dieser Stelle "russländisch" und nicht "russisch", weil das Russische eine Sprachfamilie bezeichnet und Russländisch hingegen einen staatlichen und ethnischen Zusammenhang.

„At home in a foreign country?“- First part of our trinational encounter project

„At home in a foreign country?“- First part of our trinational encounter project

The first part of our German, Georgian and Ukrainian youth encounter on the topic of minorities “At home in a foreign land?” began on August 9. On the first day, all the participants arrived at the hostel at different times. They came from different countries and cities, which is why we didn’t start our program until the evening. We met in the Zwingerpark and had dinner together.

We spent the second day getting to know each other better. Our two partner organizations, the German Youth in Ukraine (DJU – Deutsche Jugend in der Ukraine) and Unification (Georgia), introduced themselves and their projects. We then continued with a workshop on the topic of minorities in Germany: legal status and problems. We concluded the first day with a picnic together in the Zwinger Gardens.

On the third day, we went to Bautzen, where we visited the umbrella organization of the Sorbian minority “Domowina” and the Sorbian bookshop “Smolerjec kniharnja”. We were then divided into two groups. The first group visited a Sorbian museum while the second group was allowed to take a look behind the scenes of a Sorbian radio station.

On the fourth day, our partner organization, the German Youth in Ukraine, held a workshop. They introduced themselves as an association and talked about their tasks and projects. Afterwards, the participants had some free time in the afternoon.

The fifth day began for us with a joint discussion with the Ukrainian organization Plattform Dresden e.V., during which we heard more about their activities to support Ukrainian refugees in Dresden. Afterwards, our partner organization DJU held a workshop on the war in Ukraine.

The participants spent the penultimate day working on their assignments. They developed wall newspapers on various minorities, which were then presented on the last day.

We started our last day together by evaluating the work assignments of our groups. We then reflected on the week together once again. Afterwards, we had planned to celebrate our farewell at a lake, but unfortunately the weather put a spanner in the works and so we switched to the Kulturpalast. There we spent time in the Library of Things and then went out for a farewell meal together.

On September 1, we’ll be heading to Georgia for the second part of the project. We will report back!

Endspurt vor den Sommerferien

Endspurt vor den Sommerferien

 

Vor den Ferien stehen immer jede Menge Projektwochen an und auch wir waren wieder zu manchen eingeladen. So haben wir am Martin-Anderson-Nexö Gymnasium mal wieder unseren Extremismusworkshop durchgeführt. Jugendliche von der 46. Oberschule konnten im Rahmen ihres "Respectivals" an unserer neuen #Actionbound Tour durch die Südvorstadt zum Thema Nationalsozialismus teilnehmen. Schön wars...aber jetzt mal alle schnell in den Urlaub!

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