Hi there. Ich bin Emilie Justine Ziller und bin 18 Jahre alt. Ich bin die neue FSJ-lerin im PJR und habe die Stelle von Ruben eingenommen. Ich bin vor kurzem erst wieder zurück nach Deutschland gezogen. Ich habe jetzt seit elf Jahren in den Vereinigten Arabischen Emiraten gewohnt, bin dort zur Schule gegangen und habe dort ebenfalls meinen Abschluss gemacht. Hier ein kleiner Rückblick zu meiner bisherigen Zeit beim PJR:
Am ersten Tag bin ich im Büro angekommen und habe gleich eine Einführung zu den Grundstruktur, zu meinen Aufgaben und Arbeitsstrukturen erhalten. Dann habe ich mich durch die vielen Datenschutzerklärungen gekämpft und danach den ganzen Tag mit lesen verbracht.
Am nächsten Tag ging es dafür aber gleich spannend los, denn ich durfte Teil der Rathausrallye im Dresdner Rathaus sein. Anschließend sind wir an eine Grundschule gefahren, um den Klassenrat vorzustellen.
Zwei meiner bisherigen Highlights waren einmal die U-18 Wahlen an der Unischule Dresden und dann die Podiumsdiskussion zu den Bundestagswahlen mit den Direktkandidat*innen für Dresden. Ich fand es super spannend mitzuerleben, wie begeistert Schüler*innen waren, ihre Stimmen abzugeben. Noch spannender aber fand ich die Diskussion mit den verschiedenen Politiker*innen. Wir hatten die Möglichkeit, die Direktkandidat*innen näher kennenzulernen und Fragen zu stellen. Ich freue mich sehr, dass ich Teil dieser Veranstaltungen sein durfte.
Ich möchte gerne auch noch einmal Ruben für seine super Übergabe danken. Mithilfe seiner ausführlichen Übersichtsblätter habe ich mich die ersten Tage durch die vielen verschiedenen Webseiten und Ordner gekämpft. Vielen lieben Dank Ruben.
Während meines ersten Monats habe ich nur positive Erfahrungen hier beim PJR gemacht. Es macht mir super viel Spaß hier zu sein und ich freue mich auf meine weitere Zeit hier, auf neue Erfahrung und neue Menschen.
Mein FSJ ist nun seit drei Wochen offiziell vorbei. Ich bin wieder aus Dresden weggezogen und durchlebe gerade meinen „Pausenmonat“ bis das Studium anfängt. Darüber freue ich mich sehr, denn unter Anderem habe ich Zeit, mein Jahr in Dresden und beim PJR für mich ein bisschen Revue passieren zu lassen. Hier ein kleiner Rückblick:
Da die meisten Leute aus dem Büro in meiner ersten Arbeitswoche noch im Sommerurlaub waren, startete mein Freiwilligendienst relativ ruhig. Meine Mentorin Franzi zeigte mir alles wichtige und nach dem anfänglichen Einfinden ging es dann auch relativ schnell los. Am Anfang des Schuljahres standen einige Klassenratseinführungen an, was für mich toll war, da mich das direkte Arbeiten mit Schüler*innen am meisten Interessierte. Das erste größere Projekt war dann das 25. Vereinsjubiläum. Auch das kam mir sehr gelegen, denn neben entspannenden gestalterischen Vorbereitungen konnte ich den Verein, seine Mitglieder und Aktiven bei der Veranstaltung selbst ganz gut kennenlernen. Kennenlernen durfte ich bald auch die anderen sächsischen Freiwilligen des FSJ Politik. Bereits unter Corona-Auflagen, aber immerhin noch in Präsenz trafen wir uns in der St. Pauli - Ruine in Dresden und schmiedeten Pläne für unser gemeinsames Jahr. Ziemlich schnell lernte ich an diesem Tag Leute kennen, die mir auf Anhieb sympathisch waren. So ging ich mit einem sehr guten Gefühl nach Hause und dachte „Das kann ja nur gut werden“.
Wie es jetzt rückblickend zu erwarten ist, kam es dann natürlich ein bisschen anders. Die pandemische Situation verschärfte sich und im Büro fingen wir bald an erst abwechselnd von Zuhause aus zu Arbeiten, später ausschließlich aus dem Homeoffice. Das war für mich und alle anderen Beteiligten natürlich mitunter ganz schön belastend, zum einen wegen der vielen persönlichen Zeit vor dem Bildschirm, zum anderen weil die Arbeit ohne die kleinen Gespräche zwischendurch, wie im Büro, natürlich auch deutlich weniger Freude macht. Das ging natürlich allen so, aber ich finde im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten wurde überall das Beste daraus gemacht. Meine Gruppenseminare wurden allesamt durch von uns Freiwilligen organisierte Onlineveranstaltungen ersetzt. Zwar manchmal etwas verkrampft behielten wir uns als Gruppe doch trotzdem irgendwie auf dem Schirm und inhaltlich war es dank zugeschalteten Gästen aus Landespolitik, Bundespolitik, und verschiedenen Vereinen und Initiativen sowie eigenen Inputs bis hin zu einem dicken Onlineplanspiel zum Syrien-Konflikt meiner Meinung nach sehr spannend und bereichernd.
Treffen mit verschiedenen Ehrenamtlichen - AGs zu Themen wie Rassismus, Extremismus und zuletzt auch der Bundestagswahl fanden bis zum Schluss eigentlich auch fast immer online statt. Auch die dabei entstehenden PJR-Angebote wie Workshops und Projekttage wurden schnell auf das Videokonferenzformat umgestellt, oder gleich darauf zugeschnitten. Das brachte auf jeden Fall viele Herausforderungen mit sich, da es natürlich um einiges schwieriger ist, Jugendliche für politische Themen zu begeistern, wenn man zu diesen nicht einmal Sichtkontakt hat. Sehr angenehm fand ich in dieser Zeit, dass es Raum gab, das persönliche Befinden im Team zu besprechen und alle gegenseitig sehr verständnisvoll waren. Wie im Büro starteten auch die Online-Teamtreffen mit einer „Befindlichkeits-Runde“, zeitweise hielten wir jeden Tag um 10 sogar einen Online-Kaffee-Klatsch. Auch war es kein Problem sich mal für ein bis zwei Stunden vom heimischen Arbeitsplatz zu verabschieden um das Wetter zu genießen und so für ein bisschen Ausgleich zu sorgen.
In den letzten Monaten vor Ende meines Freiwilligendienstes entspannte sich die Situation glücklicherweise wieder etwas. Für die Arbeit bedeutete das, endlich wieder von Angesicht zu Angesicht zusammenzuarbeiten. Außerdem konnte ich wieder mit an die Schulen gehen um Workshops zum Beispiel zu Partizipation oder Umweltschutz durchzuführen. Das fand ich sehr erfüllend. So ziemlich auf den letzten Drücker entschieden Jeremy, mein Freiwilligen-Kollege aus dem europäischen Freiwilligendienst, und ich uns noch dazu, ein Projekt auf die Beine zu stellen. Dank guter Connections in Dresden und sehr angenehmer und effizienter Zusammenarbeit schafften wir es trotz mangel an Zeit (und deswegen auch Förderung) eine coole, gut besuchte Filmveranstaltung im Malobeo, einer alternativen Bibliothek mit Café, zu verwirklichen. Wir schauten den Film „Flüstern und Schreien“ und besprachen ihn und das Thema der staatskritischen Musikszene der DDR anschließend mit dem Tontechniker Andreas Freiberg, der die Zeit miterlebt hat. Für mich auf jeden Fall ein Highlight! Das nächste Highlight sollte direkt folgen, denn ganz ganz glücklicherweise konnten wir im Juli doch noch eine echte Seminarfahrt machen. Da unsere Online-Seminare inhaltlich schon ziemlich vollgepackt waren, stand der Plan, einfach eine Woche gemeinsam auf dem Permahof in Hohnstein zu campen und damit möglichst viel an persönlichem Kennenlernen und Spaß haben nachzuholen, was vorher nicht möglich war. Wenn eine Woche auch kein ganzes Jahr ersetzen kann, so hatten wir doch eine tolle Zeit miteinander, für die ich sehr dankbar bin.
Apropos... Ich möchte erst mal Franzi, Tobias, Jeremy, Julia und Line Danke sagen, dass ihr so ein liebes Team wart. Ich hatte eigentlich immer Spaß daran, mit euch im Büro zu sein, gute auch persönliche Gespräche zu führen und die Projekte mit euch zu meistern. Es war toll euch nochmal beim Abschieds-/Willkommens- Essen für die Freiwilligen zu sehen und ich werde euch alle ein bisschen vermissen. Außerdem bin ich dankbar für die Programmleitung der Sächsischen Jugendstiftung, die es geschafft hat, für uns Freiwilligen immer das bestmögliche aus den gegebenen Umständen herauszuholen. Ich habe in meinem Jahr in Dresden viel über Politik, Jugendarbeit und mich selbst gelernt, coole Menschen getroffen und würde das FSJ Politik und die Einsatzstelle des PJR auf jeden Fall weiter empfehlen!
Jetzt geht’s für mich erst mal Soziale Arbeit studieren, bestimmt sieht man sich mal wieder, bis dahin...
Politik von nahem erleben. Das durften ungefähr 45 Teilnehmer*innen am 14. September bei einer digitalen Podiumsdiskussion der Dresdner Direktkandidat*innen. Unter dem Motto „Jugendliche Fragen“ und #GelbeZettel wurden im Vorfeld Fragen aus Jugendhäusern gesammelt, die während der Diskussion gestellt wurden. Neben den schon gesammelten Fragen, hatten auch die Teilnehmer*innen die Möglichkeit, den Kandidat*innen Fragen zu stellen.
Zusammen mit dem PJR, luden Sukuma, das KiJuB und der Stadtjugendring Dresden die Direktkandidat*innen Merle Spellerberg von Bündnis 90/Die Grünen, Rasha Nasr von der SPD, Silvio Lang von den Linken, Dr. Markus Reichel von der CDU und Dr. Silke Müller von der FDP ein.
Nach einer kurzen Vorstellung der Kandidat*innen leiteten zwei Mitglieder der JuPa Initiative Dresden die Moderation ein. Schon während den ersten Fragen wurden die unterschiedlichen Positionen und Sichtweisen der Kandidat*innen klar und es ging in eine lebendige Diskussion.
Aus Zeitgründen haben wir leider nur zwei Themenbereiche abdecken können, dennoch war es eine interessante Diskussion und die Teilnehmer*innen hatten die Möglichkeit, ihre Direktkandidat*innen näher kennenzulernen. Wir hoffen auf eine Fortsetzung nach der Wahl!
Unter 18, aber unbedingt bei den Wahlen teilnehmen wollen? Kein Problem, denn am 16.09.2021 durften sich alle Schüler*innen der Universitätsschule Dresden an den bundesweiten U-18 Wahlen beteiligen.
Die U-18 Wahlen haben erstmals 1996 klein in einem Jugendclub in Berlin angefangen. Heute geben sie Kindern und Jugendlichen in ganz Deutschland die Chance äußern zu können, welche Partei sie im Bundestag sehen wollen.
Die Schüler*innen hatten schon im Vorfeld die Möglichkeit, sich über die Positionen und Meinungen der verschiedenen Parteien bei einem von uns geleiteten Infostand in Kooperation mit der Schulsozialarbeiterin, zu informieren. Voller Vorfreude auf die Wahlen bastelten die Schüler*innen eigene Wahlkabinen und verteilten Wahlbenachrichtigungen im gesamten Schulgebäude. Wie Erwachsene durften sie dann am Donnerstag in ihren Wahlkabinen ihre Stimme abgegeben und den Stimmzettel selbst in die Wahlurne einwerfen. Insgesamt taten dies ungefähr 120 Schüler*innen der Klassenstufen 1 bis 7. Es war ein spannender Tag mit vielen interessierten Kids.
Das von uns Freiwilligen organisierte Sommerkino hat nun am Dienstag stattgefunden, wir finden es war ein sehr schöner und entspannter Abend. Danke an alle, die da waren.
Wir haben den Film "Flüstern und Schreien" im Malobeo gezeigt, einer kleinen selbstverwalteten Bibliothek mit food-sharing und Café in der Neustadt und dort trudelten gegen 18:00 Unr dann die Besucher*innen ein. Sehr zu unserer Freude war der gemütliche und einladende Malobeo-Raum schnell gut gefüllt und der Film konnte starten.
„Flüstern und Schreien“ (1988 erschienen) von Dieter Schumann ist eine Dokumentation der neuen und bunten Musik-Szene die kurz vor Ende der DDR florierte. Mit Interviews und Livemitschnitten von Punkbands wie "Feeling B" über "Chicoreé" bis hin zur Ostrock-Ikone „Silly“ sowie vielen Gesprächen mit jungen Fans der verschiedenen Richtungen, hat der Film sehr authentische Einblicke in die Lebens- und Gedankenwelt der musikbegeisterten Generation gegeben. Das Besondere: obwohl der Film von den DDR-eigenen Filmbetrieben, der Defa, produziert wurde, äußern sich die Menschen passend zur Musik darin latent staatskritisch, was wohl auch den immensen Erfolg des Films direkt nach seiner Veröffentlichung erklärt. Der Film zeugt somit auch von einem Strategiewechsel der Kulturpolitik und von einer DDR im Umbruch.
Nach dem Schauen machten wir untermalt von passender Ost-Mukke erstmal eine Pause. Das Malobeo-Team hatte dazu ein leckeres Essen für alle gekocht, was sehr gut ankam. Schnell entsponnen sich kleine Gespräche darüber welche Künstler*innen besonders sympathisch waren, welche Szenen im Gedächtnis geblieben waren, welche witzigen Situationen eingefangen wurden, aber auch inwieweit das vermittelte Bild der Situation von kritisch denkenden Jungen Menschen denn tatsächlich der Realität entspricht.
All diese Gedanken haben wir dann mit ins anschließende Filmgespräch genommen, für das wir ca. eineinhalb Wochen vorher sehr spontan und unkompliziert noch Andreas Freiberg als Referenten gewinnen konnten. Er war in seiner Jugend Teil der unangepassten Blueser-Szene und wurde dann Tontechniker, wie er selbst sagte, um mit den in der DDR zur Verfügung stehenden Möglichkeiten die größtmögliche Freiheit zu genießen. Denn als Tontechniker kam er zunächst in der gesamten DDR, später auch im sowjetischen Ausland bis nach Asien berufsbedingt viel herum. Herr Freiberg erzählte uns zum Beispiel, wie er die Veröffentlichung des Films aus erster Hand erlebt hatte, wie das Einstufungssystem für Bands der DDR funktionierte, oder welche Repressionen für Andersdenkende im Film nicht deutlich wurden. Alle Gäste konnten außerdem viele Fragen stellen und spannende persönliche Anekdoten darüber hören, wie er mehrmals knapp den staatlichen Behörden und deren Strafen und Zwängen entgehen konnte. Seine Erlebnisse schildert Andreas Freiberg auch in seinem Buch „Freibergs Freiheit“.
Insgesamt war das Sommerkino ein voller Erfolg. Ganz lieben Dank an Herrn Freiberg für seine Einblicke und an das Malobeo-Team für die Räumlichkeiten, das gute Essen und die Unterstützung und natürlich an alle Menschen, die die Veranstaltung besucht haben, es war toll, dass ihr alle dabei wart!