von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 14.12.2020 | Blog
Da seit meinem letzten Blogeintrag mir nichts, dir nichts gute 3 Monate ins Land gezogen sind, ist es mal wieder Zeit für einen Einblick in die Lebenswelt eines FSJ-P-lers beim PJR.
Zunächst einmal kann ich, glaube ich, mit Fug und Recht behaupten, mich ganz gut am Arbeitsplatz eingelebt zu haben. Bei verschiedenen Aufgaben und Tätigkeiten hat sich bereits eine Routine eingestellt, was keineswegs heißt, man würde immer nur das gleiche machen.
Jetzt schon kann ich recht zufrieden feststellen, dass sich eine meiner Erwartungen ans FSJ-Politik auf jeden Fall erfüllt. Durch die Recherche zu vielfältigen Themen, von „Außenpolitik“ bis „ziviler Ungehorsam“, oder das Sichten spannender Filme mit dem ESK-ler für das Filmclubs-Projekt habe ich das Gefühl, dass sich mein politischer Horizont stetig erweitert.
Einen wesentlichen Anteil daran hatten auch die Seminare mit allen sächsischen FSJ-P-ler:innen. Sowohl die Seminarfahrt Ende Oktober als auch zwei spontan eingeschobene Bildungstage im November fanden natürlich gänzlich online statt. Zu sehr spannenden Themen wie Antifaschismus, Fake-News, persönlichem Datenschutz oder der US-Wahl bekamen wir professionellen Input und konnten mit Expert:innen diskutieren und viele eigene Fragen stellen. Auch kleinere Lobby-Gespräche mit Vertreter:innen der Bundespolitik gehörten zum Programm. Außerdem bekamen wir die Chance, uns als FSJ-Gruppe zu organisieren. So wählten wir unsere Gruppensprecher:innen, erstellten unsere Instagram-Seite und planten unsere Teilnahme am Aktionstag „Freie Fahrt für Freiwillige“. Hoffentlich ist auch ein persönlicher, zwischenmenschlicher Austausch wie beim Auftakttag nächstes Jahr wieder möglich.
Ansonsten steht zurzeit vor allem der Ausbau unseres Online-Angebots auf dem Plan. Das bedeutet für mich viel Bildschirm-Zeit, gelegentlich nervige technische Probleme, aber auch das Kennenlernen innovativer Methoden und die Freude darüber, überhaupt noch mit den Kindern und Jugendlichen Kontakt halten zu können. Wie eigentlich Alle bin auch ich gespannt, was die nächste Woche und dann vor allem das neue Jahr bereithält.
Bis bald und eine schöne Weihnachtszeit
Ruben
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 30.09.2020 | Blog
Liebe Freund:innen des PJR,
nun ist mein Freiwilligendienst im Verein zu Ende. Seit September letzten Jahres durfte ich in die Welt der politischen Jugendbildung reinschnuppern und jede Menge neuer Erfahrungen machen. In dieser Zeit habe ich viele neue Bekanntschaften geschlossen, konnte mir neue Fähigkeiten aneignen und habe natürlich eine ganze Menge erlebt.
Seien es die unzähligen Workshops, die ich vor meist interessierten, jungen Menschen gehalten habe, die eigenen Projekte wie den DemocracySlam im Dezember, die ich in Eigenregie planen und durchführen durfte oder den Kontakt zur Initiativgruppe „Jugendparlament Dresden“, den ich durch mein FSJ bekommen habe und seitdem selbst Teil dieser Initiative bin.
Auch die Seminare waren immer eine tolle Zeit und es ist sehr schade, dass einige aufgrund der Covid-19-Pandemie ausfallen mussten. Die FSJ-Gruppe ist einem richtig ans Herz gewachsen, so dass man sich immer auf das nächste Wiedersehen gefreut hat.
Es war eine unglaublich schöne und lehrreiche Zeit für mich und ich habe zu keiner Sekunde im letzten Jahr bereut, mich für das FSJ Politik entschieden zu haben. Es hat immer viel Spaß gemacht verschiedenste Projekte durchzuführen, im Büro herrschte immer eine angenehme Stimmung und daher freue ich mich unglaublich, dass ich Teil des PJR sein konnte.
Aber es soll kein Abschied vom PJR sein. Mein Freiwilligendienst endet zwar, jedoch hat mich das Jahr dazu inspiriert, weiterhin ehrenamtlich in der politischen Bildung aktiv zu bleiben. Daher möchte ich mich auch in Zukunft beim PJR engagieren und weiterhin Teil des Vereins sein.
Danke für ein tolles Jahr und auf weitere gemeinsame Erlebnisse,
Florian
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 04.09.2020 | Blog
Hallo, ich bin’s, Ruben Winkelmann. Ich bin der neue Freiwillige für das FSJ-Politik 20/21 und habe diese Woche mit dem Arbeiten angefangen. Hier ein kleiner Startbericht.
Ich komme aus dem fernen Wurzen bei Leipzig, bin also für die Stelle nach Dresden gezogen und zwar ziemlich spontan am letzten Sonntag. Viel Zeit mich in der Stadt gemütlich einzuleben hatte ich also nicht vor meinem ersten Arbeitstag, das macht aber nichts, denn dafür wird später noch genügend Zeit sein. So bin ich also am Dienstag mit vagen Vorstellungen von einer Mischung aus herausfordernder Büro-Eingewöhnung und spannender Arbeit mit verschiedenen Menschen im Büro eingetroffen. Dort wurde ich freundlich von meiner Mentorin willkommen geheißen. Relativ schnell schloss sich dann eine kleine Büro-Führung sowie ziemlich viel Input zu anstehenden Aufgaben und laufenden Projekten an. Mit halbwegs aufgetautem Gehirn machte ich mich an den folgenden Tagen näher mit den verschiedensten Dingen, von bereits erstellten Tablet-Themen-Touren bis hin zu imposanten Datenschutzerklärungen vertraut.
Besonders schön fand ich es, direkt die Vorbereitung und Durchführung eines Schulbesuches mitzuerleben. In einer 6. Klasse führten wir die Diskussionsmethode des „Klassenrates“ ein, bei der es darum geht verschiedene Probleme innerhalb der Klasse konstruktiv und demokratisch zu lösen. Ich fand es spannend zu sehen, wie die Schüler*innen die verschiedenen Aspekte des Angebots aufnahmen und freute mich, direkt in praktische politische Bildung eingebunden zu sein.
Weiter wurde die Woche durch das traditionelle Eis-essen mit den Ehemaligen Freiwilligen der Stelle aufgewertet, selbstredend eine angenehme Sache.
An dieser Stelle sei noch meinem Vorgänger Florian gedankt. Durch einen vorbildlich hinterlassenen Arbeitsplatz sowie noch vorbildlicher angelegte Hinweise und Informationen, wurde mir mein Start sehr leicht gemacht.
Ich freue mich auf ein spannendes FSJ mit bereichernden Begegnungen und Erfahrungen und einem entspannten Team. Der Anfang ist jedenfalls gelungen.
Bis bald
Ruben
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 24.08.2020 | Blog
Im Juli 2020 gab es eine Premiere: Zum ersten Mal veranstaltete der PJR einen digitalen Workshop! In den vergangenen Monaten haben wir einige unserer Präsenzworkshops in digitale Form gebracht, um auch in der aktuellen Situation weiterhin Angebote anbieten zu können. Und so fand am 18. Juli unser Partizipationsworkshop digital auf der Plattform „BigBlueButton“ statt. Gemeinsam mit Stipendiat*innen der START-Stiftung haben wir über Grundlagen demokratischer Beteiligung gesprochen, haben Beispiele betrachtet und über einige Formen von Partizipation mitunter kontrovers diskutiert, beispielsweise über direkte Demokratie oder zivilen Ungehorsam. Auch konnten die Teilnehmer*innen eine eigene Kampagne kreieren, in dem sie überlegt haben, wie sich ein für sie wichtiges Projekt über verschiedene Partizipationsformen umsetzen ließe. Außerdem sprachen wir mit ihnen auch über eigene Erfahrungen von politischer Partizipation.

Somit war unser erster Digitalworkshop ein Erfolg! Die Teilnehmer*innen haben sich sehr aktiv an den Diskussionen beteiligt und somit konnten alle eine ganze Menge mitnehmen. Wir freuen uns auf weitere digitale Veranstaltungen!
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 24.06.2020 | Blog
Mit Koffer, Motivation und Vorfreude kam ich am 01.09.19 nach Paris und bemerkte schnell, dass meine 4-Jahre Französischunterricht kaum etwas gebracht hatten. 🙂
Aber eins nach dem anderen, wie kam ich nach Paris?
Wie es bei vielen Abiturienten der Fall war, wusste auch ich nicht, welchen Weg ich nach meinem Abschluss schlagen sollte und entschied mich deswegen eine kleine „Pause“ zu nehmen. Durch Zufall las ich ich einem AOK-Magazin (ich weiß, richtig komisch eigentlich) etwas über Erasmus+ und wurde neugierig und fand dann auch schnell das ESC, European Solidarity Corps. Dies ist ein Programm, das jungen EU-Bürger/-innen die Möglichkeit gibt innerhalb der EU einen Freiwilligendienst zu machen. Das Projekt, das mich am meisten interessierte, liegt in der Nähe von Paris, (die Stadt der Liebe und des Lichts) und umfasst die Arbeit mit Kindern. Zwei Dinge, die ich unglaublich liebe! Die Bewerbung ging relativ schnell und einfach, ein Skype-Interview und nach zwei Wochen eine endgültige Zusage.
Meine Organisation heißt APJC (Association pour les jeunes et la culture) und bietet verschiedene Aktivitäten, Events und Programme für allerlei Altersgruppen an, hauptsächlich aber für Teenager und Kinder zwischen 8 bis 16 Jahren. Man arbeitet hier wie ein Vollzeitarbeiter, somit 35h/Woche und fünf mal die Woche.
Escape Rooms und Manga-Abende
Ich arbeitete ausschließlich mit Kindern und Teenagern. Wenn die Kinder Schule haben, arbeite ich von Dienstag bis Samstag. Da helfe ich drei mal die Woche bei den Hausaufgaben. Einmal die Woche gibt es Aktivitäten mit Kindern, da basteln wir zusammen z.B. für Halloween und Weihnachten oder entwerfen ein Stop-Motion Kurzfilm uvm.
An Samstagen gibt es Programme für Teenager, da gibt es unglaublich viele unterschiedliche Aktivitäten, wie z.B. Museumsbesuch, Kochen, Fahrradtour, Kinobesuch, uvm.
Wenn die Kinder aber Ferien haben, arbeite ich von Montag bis Freitag und hier gibt es ausschließlich nur Programme für Teenager, was auch ganz unglaublich vielfältig ist, wie z.B. Escape-Room, Manga-Abend, Open-Mic uvm.
Ich wohne in Rosny-sous-bois, ein „banlieu“ 20min von Paris entfernt, in einem voll ausgestattetem großen Haus (WiFi, zwei Badezimmer, zwei WC, Kochutensilien, in Prinzip alles was man fürs Leben braucht) und mit eigenem mobilisiertem Zimmer. Es leben hier noch 4 weitere Europäer/-innen und hier habe ich das Glück unglaublich sympathische Mitbewohner zu haben! Man bekommt auch monatlich genug Geld und die Reisetickets werden auch bezahlt!
Von Kindern lernen
Ich habe Frankreich ausgesucht, um mein Französisch zu verbessern und ich dachte mir, die beste Methode die Sprache zu lernen, ist sicherlich dort zu leben. Am allerbesten ist es, wie ich schnell herausfand, mit Kindern! Denn ihnen ist es komplett egal wie schlecht du die Sprache sprichst und helfen dir gerne! Das Schulfranzösisch hat mir persönlich nicht viel geholfen, deswegen war es gelegentlich sehr frustrierend nicht in der Lage zu sein, sich richtig auszudrücken. Dennoch ist es unglaublich vorteilhaft Vorkenntnisse zu besitzen, damit du dich nicht komplett „verloren“ fühlst.
Das Solidaritätskorps erfordert Kontaktfreudigkeit, Offenheit für Neues und man muss in der Lage sein Eigeninitiative zu ergreifen, denn deine Einsatzstelle wird dich nicht immer beschäftigen oder Aufgaben geben können. Im Gegenzug lernst du Verantwortung zu übernehmen, dein eigenes Geld zu verwalten und dich um dich selbst zu kümmern. Natürlich bekommst man ausreichend Möglichkeit sein Französisch zu verbessern und die französische Kultur zu entdecken.
Vor einer Woche bin ich jetzt von Deutschland wieder nach Frankreich zurück gekommen, wegen der Coronakrise war ich für einige Zeit wieder bei mir zuhause. Mir bleiben nun zwei Monate bis zum Ende meines Freiwilligendiensts und ich bereue rückblickend gewiss nicht, dass ich mich hier beworben habe.
Ich konnte hier unglaubliche Leute kennenlernen, zu denen ich auch nach dem Programm Kontakt halten möchte. Das Alleineleben, das erste Mal weg von den Eltern, erlaubte es mir noch autonomer und selbständiger zu sein. Die Arbeiten mit Kinder, war ebenso lehrreich, sie können gelegentlich nervig und frech sein, aber tief drinnen sind das wohl die unschuldigsten Wesen auf Erden.
Ich möchte auch betonen, dass wir als EU-Bürger/-innen die Möglichkeit haben, dank ESC kostenlos für ein Jahr in einem anderen EU-Land zu leben, das findet man nirgendwo sonst auf dieser Welt.
Ich hoffe, dass ich euer Interesse wecken und einen grober Einblick geben konnte, wie euer Freiwilligendienst im ESC aussehen könnte! Ich bedanke mich auch hier beim Politischen Jugendring Dresden, der dieses tolle Programme unterstützt und mich hier entsandt hat! Sie waren für mich immer bei Fragen da gewesen und leisten eine unglaublich gute Arbeit. Vielen Dank!
Lam Thao Nguyen