von Tobias | 05.11.2024 | Blog
Die Landeshauptstadt Dresden plant massive Kürzungen für das Haushaltsjahr 2025/26. Die Zuwendungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, der mobilen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit sollen um 8,7 Millionen Euro, also insgesamt ein Drittel des gesamten Budgets, gekürzt werden. Betroffen sind davon alle Projekte im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, auch Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendhäuser sowie Projekte des Streetworks oder Anlaufstellen für Familien sowie alle Angebote, die von Zuwendungen abhängig sind. (1, 2)
Aus Protest gegen diese Maßnahmen hat sich das Bündnis gegen Kürzungen Dresden gegründet. Es wurde eine E-Petition ins Leben gerufen, ebenso gibt es einen Instagram– und TikTok-Kanal, um sich über die Auswirkungen dieser geplanten Einsparungen zu informieren.
Zudem gibt es verschiedene Termine, um im Jugendhilfeausschuss, vor dem Rathaus sowie an anderen Stellen über diesen Kahlschlag zu informieren und dagegen zu demonstrieren. Die Termine findet ihr auf den oben genannten Social Media-Kanälen des Bündnisses.
Seid dabei, unterstützt die Angebote der Jugendhilfe in eurer Stadt!
(1) https://www.outlaw-ggmbh.de/artikel/weniger-geld-fuer-kinder-und-jugendarbeit-in-dresden-demo-und-petition-gegen-kuerzungsplaene-2025
(2) https://www.tagesschau.de/inland/regional/sachsen/mdr-dresden-will-15-millionen-euro-bei-schulsozialarbeit-streichen-100.html
von Tobias | 28.10.2024 | Blog
Letzte Woche hatten wir ein Begegnungsprojekt mit Dresdner Jugendlichen und ehemaligen Dresdner Jüd*innen bzw. deren Nachfahren, die wegen den Nationalsozialisten aus Deutschland geflohen waren. Das Projekt fand in Kooperation mit der @landeshauptstadt_dresden statt, die dies alle zwei Jahre durchführt. Wir waren nun schon zum dritten Mal mit an Bord.
Zur Vorbereitung des intergenerationellen Treffens haben wir verschiedene Aktivitäten gemacht, bspw. interaktive Gruppenarbeiten und Spiele oder Erklärungen anhand von Power-Points. Dabei wurde viel über die Geschichte der Juden in Deutschland, aber auch über aktuelles jüdisches Leben heute erfahren. Ebenso wurde der Nahost-Konflikt thematisiert.
Zum Abschluss konnten wir dann die fantastischen Geschichten der Besucher*innen kennenlernen. Die Jugendlichen nutzten die Gelegenheit und beteiligten sich mit spannenden Fragen am Gespräch. Es war sehr interessant und wunderbar, die Generationen im Austausch zu sehen.
Unser nächstes Ziel ist nun ein digitaler Austausch mit Jugendlichen aus Israel Ende November. Darauf freuen wir uns schon sehr! Vielen Dank an alle!! 🥰🥰
von Tobias | 07.10.2024 | Blog
Warm angezogen gingen wir mit dem @auslaenderrat_dresden auf unsere rassismuskritische Fahrradtour im Rahmen der @ikt_dd . Die Stationen erzählten von dunklen Seiten der Stadtgeschichte, denen oft zuwenig Aufmerksamkeit zuteil wird. Die kritischen und interessierten Fragen der Teilnehmenden sorgte für einen spannenden Austausch. Dank an alle Beteiligten!
Wir wären eigentlich mit zwei Redebeiträgen dabei gewesen, mussten aber leider beide krankheitsbedingt absagen. Daher wollen wir diese nun hier online posten:
von Tobias | 23.09.2024 | Blog
Wie auch schon bei den Kommunal- und Europawahlen fand im Vorfeld der sächsischen Landtagswahl das U18-Projekt statt. Alle Minderjährigen waren aufgerufen ihre Stimme in einer der offiziell angemeldeten U18-Wahllokale abzugeben. Heraus kam, was man auch schon irgendwie erwartet hatte: Die AFD erlebt bei den Jugendlichen einen Höhenflug. Sie schneidet bei der offiziellen sowie der U18-Wahl als stärkste Kraft ähnlich hoch ab, bekommt bei U18 sogar noch knapp 4% mehr (34,5/30,6). Der mit Abstand auffallendste Unterschied ist dagegen bei der CDU auszumachen, die in der offiziellen Wahl beinahe doppelt so viele Stimmen holen konnte, wie in der U18-Wahl (16,2/31,9). Relational noch bemerkenswerter allerdings sind die Ergebnisse der Linken, sie bekommt bei den U18-Wählerinnen gut das zweieinhalbfache Stimmvolumen (11,8/4,5). Die Ergebnisse von Bündnis80/Die Grünen (5,7/5,1), SPD (8,5/7,3) und FDP (2,2/0,9) weichen nur leicht ab, in allen drei Fällen schneiden sie bei den offiziellen Wahlen schlechter ab. Deutlich besser im Rahmen der U18-Wahlen schnitten Die Partei (4,6) und Tierschutz hier! (4,0) ab, mit jeweils gut dem vierfachen an Stimmen, jedoch noch immer unter der 5%-Hürde verbleibend. Letztendlich ist noch ein Augenmerk auf das BSW zu richten. Dieses blieb bei U18 zwar leicht unter der 5%-Hürde (4,8), erzielte für sein erstmaliges Auftauchen auf dem Stimmzettel aber auch hier kein schlechtes Ergebnis. Bei der offiziellen Wahl erreichte es aus dem Stand sogar gut das doppelte (11,8). Heraus sticht erneut der Unterschied im Bereich Sonstige, darauf entfielen bei U18 14,6% mehr.

Viele Parteien haben innerhalb der U18-Ergebnisse Verluste zu verzeichnen. Am stärksten getroffen hat es Bündnis90/Die Grünen, die knapp 22% zur vorherigen Wahl eingebüßt haben und nun nur noch knapp über die 5% kommen. Fünf weitere Parteien, die allesamt bereits 2019, teils weit, unter den 5% lagen, haben leicht an Prozenten eingebüßt (FDP, Freie Wähler, Die Partei, Piraten, ÖDP). Am deutlichsten dazugewonnen hat die AfD, diese konnte zur vorherigen Wahl knapp 20% gutmachen. Drei weitere parlamentsrelevante Parteien konnten leicht zulegen (CDU, Die Linke, SPD). Darüber hinaus gab es acht Parteien, die 2024 neu auf dem Stimmzettel erschienen sind. Unter ihnen schnitten am besten das BSW mit 4,8% und Tierschutz hier! mit 4,1% ab. Nicht vernachlässigt werden sollte außerdem das Ergebnis der Freien Sachsen, die mit 2,3% das damalige Ergebnis der NPD mit 1,5% übertreffen, da beide Parteien Sammelbecken für Rechtsextreme und Neonazis sind, kann hier ein Anstieg in der Zuwendung zu neonazistischen Inhalten vermutet werden.
Besten Dank an den Stadtjugendring Dresden für die Auswertung der U18-Wahlergebnisse, die wir hier gerne zusammengefasst haben. Für unsere zukünftige Bildungsarbeit werden diese sicherlich eine Orientierung sein, weil sie doch eine grundlegende Tendenz in den politischen Präferenzen sächsischer Jugendlicher widerzuspiegeln scheinen.
von Tobias | 13.09.2024 | Blog
Unser deutsch-georgisches Begegnungsprojekt fand vom 1.7. – 15.7. zuerst eine Woche in Deutschland, dann eine Woche in Georgien statt. Eine sehr intensive Zeit. Das Begegnungsprojekt richtete sich an Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Deutschland sowie an georgische Jugendliche mit Interesse an Deutschland. Ziel war es, mit den jungen Menschen Fragen der Identität zu diskutieren, ein Gefühl der Selbstwirksamkeit zu vermitteln und über Bildungs-, Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zu informieren.
Im Rahmen des Projekts wurden verschiedene Seminare abgehalten. Die Jugendlichen erhielten ausführliche Informationen über beide Länder. Diese umfassten das deutsche Bildungssystem und die Studienmöglichkeiten in unterschiedlichen Bereichen, was insbesondere für die georgischen Teilnehmer interessant war, die ein Studium in Deutschland in Betracht ziehen. Zudem fanden diverse Aktivitäten statt, bei denen die Jugendlichen ihre Visionen zu verschiedenen Themen präsentierten, die für eine schnellere Integration und Etablierung wichtig sind. Durch diese interaktiven und praxisorientierten Einheiten lernten die Jugendlichen die Mentalitäten und Kulturen beider Länder besser kennen und lernten Grundkentnisse im Bereich des Projektmanagements.
Die Jugendlichen konnten sehr gute Beziehungen zueinander aufbauen und betonten, dass sie auch nach dem Ende des Projekts in Kontakt bleiben wollen. Einige Teilnehmende äußerten den Wunsch, ihr Studium in Deutschland fortzusetzen.
Das Projekt war ein erstes Kooperationsprojekt des Politischen Jugendring Dresden e.V. mit dem Dresdner Verein „Georgier in Dresden“ sowie der georgischen Organisation „Student Youth Council“. Wir wollen die Kooperation in 2025 fortsetzen.
Gefördert wurde das Projekt aus Mitteln des Programms Erasmus+ der Europäischen Union sowie aus dem vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushalt des Freistaat Sachsens.



