Hallöchen, ich bin Ole und seit September der neue FSJ-Pler im Büro. Da ich nun schon seit fast zwei Monaten hier beim PJR bin, kommt hier der Rückblick auf meinen Einstieg. Als ich mir die verschiedenen Einsatzstellen für meine Bewerbung bei der Sächsischen Jugendstiftung angeschaut habe, hat vieles auf mich sehr ähnlich (aber trotzdem spannend) gewirkt. Sehr oft ausschließlich politische Bildungs- und Aufklärungsarbeit. Der PJR sticht dort mit seinen internationalen Begegnungen heraus und für mich schien es interessant neben verschieden Workshops auch Austauschprojekte als Thema zu haben. Glücklicherweise fing der Israelaustausch gleich einen Monat nach meinem Einstieg hier an, sodass ich gleich von Beginn an vielfältig beschäftigt war. Mit verschiedenen Dingen rund um diese Begegnung, aber auch mit Social Media und verschiedene Workshops an Schulen. Ich glaube in meinen ersten zwei Wochen habe ich mehr Schulen von innen gesehen als je zuvor und war froh mich auch gleich aktiv an den Vorträgen usw. beteiligen zu können. Ich bin sehr zufrieden damit, dass ich mich für ein FSJ-P entschieden habe und genauso, mich beim PJR beworben zu haben. Hier nochmal danke an Justine für ihre Übergabe, die mir den Einstieg echt vereinfacht hat 🙂 Natürlich bin ich gespannt, was das Jahr hier noch so für mich bereithält (hoffentlich kein Homeoffice)… mit lieben Grüßen Ole
nach genau einem Jahr ist meine Zeit hier beim PJR vorbei. Zum Abschluss möchte ich euch, mithilfe von einigen Fotos, durch einige Highlights der letzten Monate führen:
Eines meiner Highlights waren auf jeden Fall alle Projekte rund um die OB-Wahlen, wie beispielsweise unsere Podiumsdiskussion am Bertolt Brecht Gymnasium. Gemeinsam mit dem Stadtschülerrat Dresden, dem Roten Baum und dem Stadtjugendring Dresden organisierten wir einen Austausch mit SchülerInnen aus Dresden und OB-Wahl KandidatInnen. Die Diskussion wurde in verschiedene Abschnitte eingeteilt und war für uns alle sehr aufschlussreich.
Um auf die Podiumsdiskussion aufmerksam zu machen, haben unsere ESK-lerin Yuliia und ich einen Dialog fürs Radio aufnehmen dürfen. Die ersten Versuche, den Dialog vorzusprechen, waren total holprig und ungewohnt, aber nach ein paar Versuchen hatten wir super viel Spaß dabei!
Eine Veranstaltung, an die ich mich immer wieder gerne erinnere, war unsere Bildungsfahrt nach Berlin. Im Rahmen meines FSJ Projekts sind wir mit insgesamt 20 Dresdner Schüler*innen nach Berlin in den Bundestag gefahren. Dort hatten wir die Möglichkeit, uns mit insgesamt drei verschiedenen Abgeordneten zu unterhalten. Anschließend haben wir den Plenarsaal und die Kuppel besucht.
Ein weiteres Highlight in meinem FSJ war die internationale Begegnung mit Georgien und der Ukraine. Zusammen mit Jugendlichen aus Deutschland, Georgien und der Ukraine haben wir uns zum ersten Teil in Dresden und zum zweiten Teil in Tbilisi getroffen. Unser Programm bot von kulturellen Erlebnissen bis politischen Workshops verschiedenes an und zusammen hatten wir eine schöne und lehrreiche Zeit in Dresden und Tbilisi.
Im Rahmen unseres Programms mussten wir in Kleingruppen als kulturelle Übung Songs performen, die typisch für unser Herkunftsland waren. Viele aus unserer Gruppe haben Instrumente gespielt und konnten uns so auch rhythmisch unterstützen. Auf dem Bild performt die ukrainische Gruppe ein traditionelles Lied.
Gemeinsam haben wir uns viel von Tbilisi angeschaut und die Stadtführungen immer zusammen als große Gruppe unternommen. Wir sind viel durch die Altstadt gelaufen. Tbilisi liegt in einem Tal, weshalb wir während unserer Stadtführung auch auf einige Aussichtsplattformen gegangen sind und so die Aussicht auf Tbilisi von oben genießen konnten.
Ein weiteres Highlight waren für mich die Bildungsfahrten mit meiner FSJ Gruppe. Zusammen sind wir unter anderem nach Berlin gefahren. Dort haben wir eine ganze Woche in einer Jugendherberge an der Spree verbracht.
Leider waren für uns die Hinfahrt, sowie die Rückfahrt mit mega viel Stress verbunden, da wir in der ersten Woche des 9 Euro Tickets unterwegs waren. Die Züge waren so voll, dass wir uns zu dreißig mit unserem Gepäck in die engen Gänge zwängen mussten. Wir haben trotzdem das Beste daraus gemacht und hatten rückblickend viel Spaß.
In Berlin haben wir viel unternommen und sind unter anderem auch in den Bundestag gefahren. Dort hatten wir die Möglichkeit Gespräche mit Abgeordneten, sowie wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen zu führen. Dadurch haben wir einen interessanten Einblick hinter die Kulissen des Bundestags bekommen und konnten viele Fragen bezüglich der Arbeit im Bundestag stellen.
Ich habe mich während meines FSJs hier beim PJR in vielen Hinsichten weiterentwickeln können und bin sehr froh, beim PJR gelandet zu sein. Das Arbeitsklima hier ist sehr familiär und ich habe mich sofort wohlgefühlt. Es herrscht Raum für Fehler und die Arbeit, die man hier leistet, wird sehr wertgeschätzt. Ich würde den PJR auf jeden Fall an alle zukünftigen FSJ-ler*innen weiterempfehlen und werde neben vielem mehr, besonders unsere gemeinsamen Mittagessen vermissen.
Vom 1. bis zum 8. September waren wir mit jungen Menschen aus Deutschland, Georgien und der Ukraine in Tbilissi / Tiflis (Georgien) unterwegs, um beim zweiten Teil der internationalen Jugendbegegnung „In der Fremde zu Hause“ mitzumachen. Unsere Partner*innen aus Georgien stellten den Teilnehmenden die Organisation „Einung“ der Deutschen Georgiens vor und machten einen kleinen Einblick in ihre Projektarbeit. Innerhalb der Woche haben wir die Stadt Tiflis und die Umgebung kennengelernt, über Themen wie Heimat sowie Minderheiten und ihre Position in der Gesellschaft gesprochen, in Gruppen zu verschiedenen Minderheiten Georgiens recherchiert und sie dann präsentiert. Wir lernten durch das Projekt ganz viel zum Thema Minderheiten in und aus Deutschland und hatten insgesamt eine schöne Zeit zusammen. Georgien hat uns sehr beeindruckt mit seiner langen Geschichte, schönen Architektur, einzigartigen Kultur und mit ihrem leckerem Essen 🙂
Diese Maßnahme wird mitfinanziert aus Mitteln von Erasmus+ - Jugend in Aktion sowie durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.
Der zweite Teil unserer in Kooperation mit dem armenischen Kulturverein Haytun durchgeführten deutsch-armenischen Jugendbegegnung „INVISIBLE AND UNSAYABLE – UNVEILIG HIDDEN REMEMBRANCE“ fand vom 11. bis zum 17. September in Armenien statt. Das Hauptziel des Projekts war die verhüllten Seiten der Geschichte aufzudecken, die Formen des (Nicht-)Erinnerns zu analysieren und über das Vergessene zu reflektieren. Während den zwei Tagen in Jerewan hatten wir Führungen in Museen und Gedenkstätten, die uns die Geschichte Armeniens näherbrachten. Auf dem Weg zu unserem nächsten Aufenthaltsort besuchten wir eine alte Kirche und Festung in der Nähe von Talin. Früher spielten sie eine wichtige Rolle, jetzt sind sie aber leer und vergessen. Den Rest der Tage verbrachten wir in Gyumri, welches etwa 130 km nördlich von Jerewan liegt und die zweitgrößte Stadt Armeniens ist. Da besuchten wir auch Museen und Ausstellungen und machten eine Bustour durch die Stadt, die als eins der Kulturzentrenten Armeniens gilt. Ein wichtiger Teil unseres Projekts waren Diskussionen im formellen und informellen Format. Die Teilnehmenden äußerten sie sich über ihre Meinungen und Emotionen dazu, was sie im Rahmen des Projekts erfahren und erlebt haben.
Zudem reflektierten sie in Gruppen über neun verschiedene historische Themen wie bspw. die 90er-Jahre in Armenien, der Genozid an den Armenier*innen, die Shoa und die NS-Zeit, und erarbeiteten dann kurze Texte für unsere thematische Broschüre, die noch veröffentlicht werden wird und in Bildungseinrichtungen wie Unis und Bibliotheken zur Verfügung gestellt wird.
Zusammen mit unseren Teilnehmenden aus Deutschland und Armenien haben wir das (Nicht-) Erinnern in beiden Ländern analysiert und somit das Unsichtbare aufgedeckt und das Ungesagte angesprochen.
Am 21. September fand die Eröffnung unserer Ausstellung von alten ukrainischen bestickten Tüchern statt. Die Veranstaltung wurde von unserer Europäischen Freiwilligen Julia mit Unterstützung des Ausländerrats organisiert und im Rahmen der Interkulturellen Tage von Dresden abgehalten.
Viertel vor Fünf sammelten sich ukrainische und deutsche Gäste in den zwei großen Sälen des Ausländerrats und schauten sich interessiert die Kunststücke an. Etwa 60 alte bestickte Tücher hingen in den Räumen und es fühlte sich wie eine ukrainische Ecke weit weg von der Ukraine an. Wir eröffneten die Ausstellung mit einer Begrüßung und gaben das Wort an Olena Saidel, die die Sammlung besitzt und sie aus der Ukraine mitgebracht hat. Die Ethnographin und Volkskunstkennerin erzählte kurz von sich selbst und von der Stickkunst in der Ukraine. Sie schilderte die wichtige Rolle von besticken Tüchern für das ukrainische Volk und was bestimmte Ornamente und Symbole drauf bedeuten. Der ukrainische Chor „Wolja“ aus Dresden machte die Stimmung noch authentischer und sang für alle Gäste zwei ukrainische Lieder vor. Im Anschluss an den Vortrag von Olena Saidel gab es einen Workshop, in dem alle Interessierten Stoffsäckchen mit Farben und Figurstempeln selbst dekorieren konnten.
Die Organisator*innen haben viele positive Rückmeldungen von den Gästen der Ausstellung bekommen. Mehr als 50 Personen sind zur Veranstaltung bekommen. Es herrscht immer noch grausamer und todbringender Krieg in der Ukraine, den Russland vor einem halben Jahr angefangen hat. Man hört von der Ukraine nur im Zusammenhang mit dem Krieg. Wir freuten uns sehr die Ukraine auch von der positiven Seite darzustellen und einen Einblick in ihre reiche Kultur zu geben.
Danke an alle, die uns beim Organisieren unterstützt haben und die unsere Veranstaltung besucht haben!