Entdecken- Erkunden- Erforschen im FSJ-P

Entdecken- Erkunden- Erforschen im FSJ-P

Seit meinem letzten Bericht, der gerade mal vor 13 Wochen geschrieben wurde ist viel passiert. Obwohl dreizehn Wochen nach einer langen Zeit klingen verging sie unheimlich schnell. Unheimlich und schön zu gleich. Auf der einen Seite zeigen fallende Kalenderblätter das baldige Ende eines sehr lehrreichen Jahres und auf der anderen schaue ich mit einem Lächeln zurück.

Beim Versuch dieses dritte Quartal unter einen Oberbegriff zu stellen half mir unser Grundschulprojekt „Junge Elbtalforscher“ weiter. Ähnlich, wie die Teilnehmenden erkunde und entdecke ich stets neues und erweitere so mein Wissen in vielerlei Richtungen. Erforscht, entdeckt und gelernt wurde dabei oftmals außerhalb der heiligen Hallen des Büros. Zunächst endete der März mit unserer spannenden und aufregenden Brüsselfahrt, die neben Land und Leute auch noch jede Menge Informationen zur Politik vermittelte.  Die folgenden 14 Tage standen ganz unter dem Motto der Erkundung der Stadtteile Plauen und Altstadt. Geleitet durch die App Actionbound zogen wir mit Jugendweiheteilnehmenden auf der Suche nach Spuren des Nationalsozialismus und der DDR durch die Straßen. Dabei wurden Aufgaben gelöst, Fragen beantwortet und interessante Gespräche geführt.

Start der Jugendbegegnung

Die „heiße Phase“ des Aprils begann nach den erholsamen Feiertagen. Mit vielen Fragen, Gedanken und Erwartungen im Gepäck startet unsere trinationale Jugendbegegnung mit einem achttägigen Aufenthalt in Wroclaw. Währenddessen beschäftigten wir uns mit Minderheiten in Polen, deren momentaner Lage und natürlich auch mit der lokalen Beschaffenheit dieser geschichtsträchtigen Stadt. Auf der Suche nach deutschen Spuren in Breslau stießen wir auf allerlei erstaunliche Dinge.  Erstaunlich war auch wieder einmal, wie unheimlich schnell die Zeit verging. Der Gedanke des baldigen Wiedersehens Ende Mai tröstete dabei. So bereiten wir in den ersten Maitagen das Geschehene nach und steckten zugleich Mitten in den Vorbereitungen für den zweiten Teil. Mit großer Vorfreude auf kommendes stiegen wir daher Ende Mai in den Bus Richtung Osten. Nach sportlichen 12 Stunden Fahrt und einer erstaunlich reibungslosen Grenzpassage begrüßte uns Lemberg mit bestem Sonnenschein. Das ukrainische Städtchen mit alle seinen zahlreichen Facetten und Kulturen zog uns sofort in seinen Bann. Bedingt durch die aktuelle politische Situation und die damit verbundenen Schicksale der Geflüchteten aus dem Osten und der Krim gestalteten unsere Projektwoche ausgesprochen spannend, lehr- und abwechslungsreich. Über alle unsere Erlebnisse berichteten wir im Jugendblog DUP „ In der Ferne-zu Hause? Minderheiten und Flüchtlinge in Europa“.

Neben diesem Großprojekt vermittelte ich gemeinsam mit meiner Mentorin einer Klasse des Nexö- Gymnasiums das Prinzip des Klassenrates, führte zwei Projekttage zum Thema Nationalsozialismus, Dresden im NS und Spuren im Stadtteil Plauen durch und half bei der Erstellung der Broschüre der  Dresdener Rathausrallye. Dazu läuft das oben angesprochene Projekt der „Jungen Elbtalforscher“ weiterhin. Nach den Komplexen Sport & Freizeit, kulinarische Weltreise und einer Ostersondertour steht nun die Erkundung verschiedener örtlicher Institutionen, wie dem Mehrgenerationengarten Aprikosengarten und der Polizei an.

In der letzten Schulwoche sind wir mit Projekten von Partizipation bis Planspiel an vielen Dresdener Schulen zu finden. Nach diesen ereignisreichen Tagen steht schon fast der Juli und damit der vorletzte Monat meines FSJ´s vor der Tür. Aber bis zum Ende ist noch etwas Zeit und die werde ich ganz sicher genießen.

Bis dahin und beste Grüße,

Charlott

Elbtalforscher III. Klappe- die letzte!

Elbtalforscher III. Klappe- die letzte!

Nach den Osterferien starteten wir in unseren letzten Themenkomplex ´Institutionen des Stadtteils´. Was auf den ersten Blick langweilig und öde erscheint, entwickelte sich im Laufe der Wochen zu einer spannenden Erkundungsreise.

Zuerst warfen wir einen Blick hinter die mächtigen und hohen Wände der Markuskirche. Viele der Teilnehmenden hatten noch nie ein Glaubenshaus besucht und hörten den Ausführungen des Pfarrers genau zu. Geduldig beantwortete der Geistliche die zahlreichen Nachfragen der faszinierten Kirchbesucher*innen. Den Höhepunkt (im wahrsten Sinne des Wortes) stellte zweifellos der Gang auf den Kirchturm dar. Neben den großen Glocken mitsamt derer signifikanter Klänge lernten sowohl Teilnehmende als auch die Betreuer*innen jede Menge Neues.

Denk global, iss lokal

Die zentrale Idee des Projekts waren die Erkundung des Stadtteils und die Sensibilisierung der Teilnehmenden. Um ihnen die lokalen Strukturen nahe zu bringen besuchten wir das Frühgemüsezentrum. Dort erweiterten sie ihr Wissen zu den benötigten Vegetationsbedingungen und dem Wachstumszyklus der lokalen Pflanzen.

Vertiefend zum Thema lokale Initiativen und Möglichkeiten der Freizeitgestaltung bzw. Mitwirkungsangebote suchten wir den Mehrgenerationengarten „Aprikosengarten“ in Pieschen auf. Vor Ort befassten sich die Teilnehmenden erneut mit dem Wachstumszyklus der Pflanzen und erweiterten ihren Horizont zudem im Bereich der gesunden Ernährung.

Freunde und Helfer

In hochoffizielle Gebäude führten uns die Ziele unserer letzten beiden Missionen. Unter dem Motto „Dein Freund und Helfer“ statteten wir der örtlichen Polizeistation einen Besuch ab. Derart aufmerksam und wissbegierig waren die jungen Forscher*Innen selten. So rasch, wie die Arme der Kinder nach oben schnellten, konnte die freundliche Polizistin die zahlreichen Fragen gar nicht beantworten. Während dieser Tour kristallisierten sich deutlich die Differenzen zwischen der Realität und Serien/ Spielen o.a. heraus. Somit wurden den Teilnehmenden Illusionen rund um das Gebiet der Polizeiarbeit genommen und ihnen ein breites Wissensspektrum über deren tatsächliche Tätigkeit vermittelt.

Unsere letzte Erkundungsreise hatte die örtliche Feuerwehrstation zum Ziel. Neben waschechten Feuerwehrleuten konnten wir uns mit dem Inneren der Einsatzfahrzeuge und den Aufgaben der Dienststelle bekannt machen. Fasziniert wurden eine Löschübung und letztlich sogar das Ausrücken der Fahrzeuge zu einem Einsatz beobachtet.  Mit dieser spannenden Mission endete nicht nur der Komplex zu den örtlichen Strukturen sondern auch unser Projekt „Junge Elbtalforscher“.  Seit Anbeginn des Schuljahres erforschten wir gemeinsam die unterschiedlichsten Facetten des Stadtteils Pieschen. Am Ende dieser interessanten, turbulenten und abwechslungsreichen Zeit starten die Teilnehmenden mit einem erweiterten Horizont, geschärften Sinnen und allerlei Erinnerungen als fertig ausgebildete Elbtalforscher*innen in die Sommerferien.

Ein großes- nein, ein riesiges Dankschön gilt es hier noch einmal an die Vertreter*innen der besuchten Orte zu richten, ohne sie wäre die Durchführung nicht möglich gewesen. Vielen Dank für Ihre Zeit, Geduld und Bereitschaft uns zu empfangen.

Und: Danken möchte ich zudem unseren Teamern Berit, Marcus und Sandra, die sich Woche um Woche neue spannende Missionen ausdachten.

Elbtalforscher - Verborgene kulturelle Schätze erkennen Gr. 3

Seit Anbeginn des Schuljahres erforschen Berit, Sandra, Marcus und Charlott gemeinsam mit zehn Kinder der 8. Grundschule Pieschen deren Stadtteil. In Kooperation mit der örtlichen Verein Pro Pieschen e.V. und dem Schulförderverein findet nun schon der dritte Durchgang der „Jungen Elbtalforscher“ statt. Wöchentlich starten die TeilnehmerInnen in „kulturelle Schatzsuche“, die ihnen die Vielfalt des Stadtteils verdeutlicht.

Mit Hilfe von individuellen Touren werden die Kinder von einer App der verwendeten Tablets an besonders spannende bzw. lehrreiche Orte geführt. Für Abwechslung und Unterhaltung sorgen dabei verschiedenste Aufgabentypen, die sich in die Touren einflechten lassen. Von einem Videodreh über Quizfragen bis hin zu einer Fotoaufnahme bieten sich zahlreiche Möglichkeiten des spielerischen Wissenserwerbs.

Doch nicht nur die Wahrnehmung des Kultur- sondern auch die des Sozialraumes wird währenddessen verbessert. Orienteiert an die fünf Sinnen stand zunächst der Blick auf den Stadtteil im Fokus. Unter anderem befassten sich die TeilnehmerInnen mit dem örtlichen Künstler Rosenhauer, suchten Streetart und bewiesen abschließend ihre eigenen künstlerischen Fähigkeiten. Der Blick für den kulturellen Reichtum Pieschens wurde insbesondere in der Jahresabschlusstour zum Thema „Weihnachten in anderen Ländern“ geschärft. Der folgende Themenkomplex widmet sich der akustischen Wahrnehmung. Spannungsvoll blicken sowohl Teilnehmende als auch Betreuende auf die nächsten Wochen der facettenreichen Entdeckungsreise Pieschens.

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