von Tobias | 26.05.2021 | Blog
Vom 13. Bis 20. März 2021 organisierte der PJR Dresden e.V. in Kooperation mit der russischen Partnerorganisation drb (Deutsch-russisches Begegnungszentrum Sankt Petersburg) den ersten Teil der deutsch-russischen Jugendbegegnung “Ich bin die Zeit - Erinnerungskultur in Russland und Deutschland”. Die siebentägige Online-Veranstaltung stellte den Auftakt-Teil des internationalen Austauschs dar, dessen zweiter Teil im Juli 2021 in Sankt Petersburg stattfindet.
Die Partnerstädte Dresden und Sankt Petersburg sind zwei Städte mit bewegter Geschichte, die eine Vielzahl sogenannter “Erinnerungsorte” zählen. Erinnerungsorte sind Ereignisse, aber auch Objekte, Persönlichkeiten und kulturelle Praktiken, die unsere Gesellschaft bis heute prägen. Das Ziel der Jugendbegegnung ist der Austausch über die Bedeutung dieser Orte in der aktuellen Zeit und für junge Menschen aus Russland und Deutschland sowie eine Diskussion darüber, inwiefern sie politische Entscheidungen, aber auch unsere ganz persönlichen Sichtweisen auf das eigene wie das andere Land beeinflussen.
An der Jugendbegegnung nehmen jeweils zehn Teilnehmende aus Russland und Deutschland teil. Während der einwöchigen Veranstaltungen lernten sich die Teilnehmenden untereinander kennen und setzten sich in vielfältigen Arbeitsformaten mit Aspekten von Erinnerung beider Länder auseinander.
Am ersten Tag der Online-Begegnung widmeten wir uns einer generellen Einführung in die Thematik der Erinnerungskultur und die Klärung von Begriffen wie kollektives vs. individuelles Gedächtnis, Erinnerungsort und Geschichtspolitik. Anschließend setzten wir uns intensiv mit zwei wichtigen Erinnerungsorten in Sankt Petersburg und Dresden auseinander – die Leningrader Blockade und die Friedliche Revolution. Während Gesprächen mit Zeitzeug*innen, einem digitalen Stadtrundgang auf Dresdens Spuren der Friedlichen Revolution mittels der App “Action-Bound”, einem Filmabend, Gruppenarbeiten, Diskussionsrunden und selbst erstellten Präsentationen hatten die Teilnehmenden auf vielfältige Art und Weise die Möglichkeit, sich den Themen zu nähern. Für die Projektumsetzung ins Digitale nutzten wir häufig die Funktion von Breakout-Rooms und Online-Tools wie Padlet, Cryptpad, Oncoo und Mentimeter. In verschiedenen Workshops zur künstlerischen Arbeit mit Erinnerungen wurden die Teilnehmenden auf das Ziel der Begegnung vorbereitet – die Vorstellung einer kreativen Auseinandersetzung mit einem der vorgeschlagenen Erinnerungsorte. Die Vorbereitung dieser Präsentationen erfolgte während zweier asynchroner Tage während der Woche der Begegnung. Trotz einer erschwerten Arbeitsweise innerhalb des virtuellen Formats entwickelten die jeweiligen Kleingruppen Ergebnisse mit äußerst viel Hingabe, Motivation und Kreativität! Am letzten Tag fand eine Präsentation aller Ergebnisse vor einem Publikum statt – diese beinhaltete z.B. selbst erstellte Videos und Podcasts, die Verarbeitung von familiären Erinnerungen, länderübergreifende Sichtweisen auf historische Ereignisse und selbst verfasste Gedichte. Es entstanden sogar Projektideen, an denen in den nächsten Monaten bis zum Beginn des zweiten Teils der Jugendbegegnung gearbeitet wird.
Neben thematischen Inhalten konnten sich die Teilnehmenden untereinander während Partnerarbeiten und Sprachanimation kennenlernen. Damit die jeweils andere Stadt zumindest in irgendeiner Weise digital kennengelernt werden konnte, wurde eine digitale Stadtrundführung organisiert, bei der die Teilnehmenden mit Fotos und Texten ihre Lieblingsorte in Dresden bzw. Sankt Petersburg der anderen Gruppe näherbringen konnte.
Während des zweiten Teils der Jugendbegegnung im Juli werden wir uns mit spezifischeren Aspekten beider Erinnerungsorte beschäftigen. Nun hoffen wir, dass die Zeit bis zum zweiten Teil des Jugendaustauschs mithilfe kleiner Tandem-Aufgaben zum Lernen der jeweils anderen Sprache kurzweiliger gemacht werden kann. Wir freuen uns jetzt schon darauf, alle Gesichter wiederzusehen und gemeinsam kräftig weiter zu diskutieren!
von Tobias | 21.05.2021 | Blog
Wir haben die Präsentationen veröffentlicht, die die Teilnehmenden unserer deutsch-russischen Jugendbegegnungen im Rahmen des digitalen Austauschs „Ich bin die Zeit“ im März 2021 erstellt haben. Im Zentrum steht die Leningrader Blockade und ein künstlerischer Umgang mit der Erinnerung daran.
Hier der Link: https://www.youtube.com/watch?list=PL-CpG3yGFnS_LeSHrO7F2ubweze3gF2hP&v=G_7kQGp-Vu8
Dank an unsere Partnerorganisation DRB St. Petersburg sowie an Erasmus+ für die finanzielle Förderung.
von Tobias | 21.05.2021 | Audio & Video, Blog
Hier zeigen wir euch die Präsentationen, die die Teilnehmenden unserer deutsch-russischen Jugendbegegnungen im Rahmen des digitalen Austauschs „Ich bin die Zeit“ im März 2021 erstellt haben. Im Zentrum steht die Leningrader Blockade und ein künstlerischer Umgang mit der Erinnerung daran.
Dank an unsere Partnerorganisation DRB St. Petersburg sowie an Erasmus+ für die finanzielle Förderung.
von Tobias | 01.12.2020 | Blog
Am 06. und 07. November organisierte der PJR Dresden e.V. in Kooperation mit der russischen Partnerorganisation drb (Deutsch-russisches Begegnungszentrum Sankt Petersburg) einen Online-Workshop zum Thema “Erinnerungskultur in Russland und Deutschland”. Der Workshop wurde aus Mitteln des DRJA (Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch) gefördert und stellte eine digitale Auftaktveranstaltung der deutsch-russischen Jugendbegegnung “Ich bin die Zeit – Erinnerungskultur in Russland und Deutschland” dar, welche im Jahr 2021 stattfindet.
Die Partnerstädte Dresden und Sankt Petersburg sind zwei Städte mit bewegter Geschichte, die eine Vielzahl sogenannter “Erinnerungsorte” zählen. Erinnerungsorte sind Ereignisse, aber auch Objekte, Persönlichkeiten und kulturelle Praktiken, die unsere Gesellschaft bis heute prägen. Das Ziel des Online-Workshops war der Austausch über die Bedeutung dieser Orte in der aktuellen Zeit und für junge Menschen aus Russland und Deutschland sowie eine Diskussion darüber, inwiefern sie politische Entscheidungen, aber auch unsere ganz persönlichen Sichtweisen beeinflussen.
Der Workshop fand an beiden Tagen von 9 bis 14 Uhr deutscher Zeit statt. Es nahmen am Freitag acht und am Samstag sechs Personen aus Deutschland am Workshop teil sowie an beiden Tagen jeweils zehn russische Teilnehmende. Der erste Workshop-Tag diente einer generellen Einführung in die Thematik der Erinnerungskultur und die Klärung von Begriffen wie kollektives vs. individuelles Gedächtnis, Erinnerungsort und Geschichtspolitik. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen eine Auflistung der wichtigsten Erinnerungsorte für ihr Herkunftsland bzw. ihre Wohnorte Dresden / Sankt Petersburg. Im Plenum wurde die Auswahl danach begründet und der jeweiligen anderen Gruppe präsentiert. Nach einer Mittagspause erfolgte eine Diskussion über deutsch-russische Erinnerungsorte. Hierbei hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Wissen vom Vormittag praktisch anzuwenden und gemeinsame Erinnerungsorte kontrovers zu diskutieren. Genutzt wurden dabei neben der Funktion von Breakout-Rooms Online-Tools wie Padlet und Mentimeter um Gruppenarbeiten, einen inoffiziellen Austausch in Kleingruppen und Feedback zum Workshop sicherzustellen.
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Der zweite Workshop-Tag widmete sich weiterführend dem Thema der Leningrader Blockade. Dabei näherten sich zunächst die deutschen Teilnehmenden dem Thema generell, da viele von ihnen nur wenig zum Thema wussten. Für die russischen Teilnehmenden wurde eine Diskussionsrunde mit tiefergehenden Inhalten zur Leningrader Blockade organisiert. Außerdem erfuhr die russische Gruppe im Rahmen eines Expertengesprächs, inwieweit die Leningrader Blockade als Thema im Geschichtsunterricht in Deutschland eine Rolle spielt. Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmenden in binational gemischten Kleingruppen Mini-Präsentationen zu spezifischen Aspekten des Lebens während der Blockade von Leningrad. Themen waren hier beispielsweise wichtige Objekte wie Brot und Metronom, sowie die Beschäftigung mit Kunst und Architektur zur damaligen Zeit.
Trotz der digitalen Umsetzung des Workshops verlief der Austausch untereinander besser als es die räumliche Trennung erwarten ließ. Durch die Nutzung verschiedener Online-Tools und Methoden konnten verschiedene Arbeitsformen, Rede- und Diskussionsanlässe und ebenfalls ein inoffizieller Austausch unter den Teilnehmenden selbst hergestellt werden. Englisch als Kommunikationssprache erschwerte den sprachlichen Austausch untereinander nicht, vielmehr konnte schnell ein barrierefreier Kontakt zwischen beiden nationalen Gruppen erfolgen.
Wir freuen uns auf das nächste Treffen zum Thema, das für März geplant ist. Noch ist unklar, ob wir wieder eine digitale Variante wählen müssen oder uns wieder analog begegnen werden können.
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von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 09.03.2018 | Blog
Am 06. März haben unsere EFD-lerin Marina und unser Praktikant Martin eine Präsentation zu den russischen Präsidentschaftswahlen gehalten, die am 18. März 2018 stattfinden werden. Marina, die selbst aus Russland stammt, hat den Anwesenden das russische Wahl- und Regierungssystem erklärt. Dabei ging sie auf vergangene Wahlen ein und stellte zunächst die vergangenen Präsidenten vor. Anschließend wurde der Blick auf die aktuellen Kandidaten gerichtet, die in Russland in diesem Monat zur Wahl stehen. 
Insgesamt stehen am 18. März 8 Kandidaten zur Wahl. Das Spektrum geht dabei vom kommunistischen Kandidaten Maxim Suraykin bis zum rechtspopulistischen Wladimir Schirinowski. Zudem steht mit Xenija Sobtschak neben 7 Männern lediglich eine Frau zur Wahl. Des Weiteren wurde das Registrierungssystem erläutert, welches jeder Präsidentschaftskandidat durchlaufen muss. Bei diesem muss jeder Kandidat zunächst von einer Wahlkommission bestätigt werden. Auch Besonderheiten wie Wahlkameras und portable Wahlkoffer wurden vorgestellt. Zum Abschluss ihres Parts stellte Marina westliche Kritik an den russischen Präsidentschaftswahlen vor. Diese richtet sich unter anderem gegen den Ausschluss von Politikern wie Alexei Nawalny. 
Hieran schloss sich Martins Teil an, der eine Betrachtung zur Demokratiebewertung von Russland beinhaltete. Dabei wurden die Wahlen und Wahlkampagnen an Demokratiekriterien gemessen und anschließend diesbezüglich eingestuft. Zur Beurteilung der Lage wertete er Wahlbeobachtungsberichte vergangener Wahlen sowie Berichte zur aktuellen Situation aus. Die meisten davon waren von der OSZE, die selbst Wahlbeobachtungen durchführen lässt. Im Vortrag wurde auf Wahlmanipulationen und mangelnde Chancengleichheit hingewiesen. Es wurde schlussendlich festgestellt, dass Russland nicht alle Demokratiestandards erfüllt und dass die Fairness der Wahl bezweifelt werden kann.
Der Vortrag wurde in gemütlicher Runde sehr interaktiv gehalten. Sehr zur Freude der Referenten gab es viele Fragen der Anwesenden, die innerhalb der Runde diskutiert wurden. Somit kam es zu produktiven Diskussionen, bei denen Meinungen und Wissen ausgetauscht wurden.
Die Präsentation könnt ihr unter dem folgenden Link runterladen: Präsidentschaftswahl in Russland 2018