von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 11.09.2017 | Blog
Hallo, ich bin Marina aus Russland! Ich bin 21 Jahre alt und komme aus Nischni Nowgorod, das ist eine große Stadt in der Nähe von Moskau. Es ist die fünftgrößte Stadt des Landes. Dort habe ich vier Jahre Linguistik an der Uni studiert und gleichzeitig zwei Jahre als Sprachlehrerin in verschiedenen Sprachzentren gearbeitet. Ich habe russischen Jugendlichen (10-15-Jährigen) Englisch und Deutsch beigebracht.

Um ehrlich zu sein, ich bin ein großer Fan von Deutschland, ich habe hier schon drei Monate in Berlin und Hamburg gewohnt. Einmal habe ich bei einem kurzen Freiwilligenprojekt (ijgd Workcamp 2016 Berlin-Reinickendorf II) teilgenommen, es hat mir gefallen, und deswegen bin ich letzte Woche nach Dresden gekommen, um bei dem PJR Dresden e.V. meinen EFD zu machen. Das wird meine erste Erfahrung darin werden, so lange (fast ein Jahr) im Ausland zu leben.
Da ich in Russland ja wie bereits erwähnt auch mit Jugendlichen gearbeitet habe, hoffe ich, dass ich meine gesammlten Fertigkeiten hier anwenden und auch etwas Neues in diesem Arbeitsfeld lernen kann. Ich weiß noch nicht genau, was mir dieses Projekt bringen wird, aber ich bin mir relativ sicher, dass es mich verändern wird!
Der Europäische Freiwilligendienst wird gefördert von ERASMUS+ mit Mitteln der Europäischen Union.
von admin | 08.03.2016 | Blog
Hallo an alle interessierten Leserinnen und Leser,
seit genau einem Monat arbeite ich nun schon als Praktikant beim Politischen Jugendring. Mein Name ist Raphael Bittner und ich nutze meine vorlesungsfreie Zeit zwischen den Semestern, um an mehreren Projekten des PJR mitzuarbeiten.
Zunächst ist da der trinationale Austausch von russischen, ukrainischen und deutschen Jugendlichen, den wir jetzt im März mit einer deutsch-russischen Bildungsreise nach St. Petersburg (14.-21.03.16) einläuten werden. Unser Thema hierfür lautet „Meinungsfreiheit und Informationskriege“ und wird uns während unserer Reise auf vielfältige Weise begleiten. Im Vorfeld schrieb ich am Exkursionsguide mit, den wir unseren Teilnehmern als Handreichung austeilen werden. Bereits diese Woche veranstalten wir vorbereitend zwei Workshop-Tage zu
den Themen „Medienfreiheit und Demokratie“ sowie „Krieg und Medien“, an deren Vorbereitung ich engagiert mitgewirkt habe.
Außerdem habe ich an einer neuen Actionbound-Tour, das heißt einer Tablet-gestützten Stadtentdeckung, gearbeitet. Im April werde ich an drei Terminen mit Jugendlichen, die sich auf die Jugendweihe vorbereiten, eine Tour zum Thema „Friedliche Revolution“ machen. Dabei suchen wir Spuren, Erinnerungsorte und Denkmäler, welche mit den Ereignissen in Dresden im Herbst
1989 zu tun haben. Europäische Geschichte vor der eigenen Haustür sozusagen! Ich freue mich darauf.
Schließlich beteiligte ich mich auch noch am Bastelangebot des PJR in der Erstaufnahmeeinrichtung auf der Bergstraße, bei dem wir mit geflüchteten Kindern und Jugendlichen verschiedenste kreative Dinge fabrizieren. Zudem begleitete ich eine Klasse des Nexö-Gymnasiums bei der Durchführung des Klassenrats.
Momentan bereite ich ein Planspiel vor, das die Diskussionen um die Unterbringung von Asylbewerbern in den Kommunen erfahrbar machen soll und außerdem die Möglichkeit bieten kann, sich in eine andere Rolle hineinzuversetzen und diese zu spielen. Das Planspiel soll zukünftig als Tagesangebot an Schulen durchgeführt werden.
Beste Grüße
Raphael
von admin | 20.02.2015 | Blog
Am 5.02
wurde unsere Organisation zu einer Konferenz in das Außenministerium eingeladen
(Steffi und ich sind angereist). Diese Veranstaltung war den aktuellen
Ereignissen in der Ukraine gewidmet: Die Partnerschaft mit Russland und der
Ukraine und der zwischengesellschaftlichen Mitarbeit. Viele NGOs aus ganz
Deutschland, die mit diesen Ländern zusammenarbeiten, haben sich bei der
Konferenz angemeldet, ungefähr mehr als 200 NGOs waren präsent.
Dr. h.c. Gernot Erler, Koordinator für die
zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den
Länder der Östlichen Partnerschaft, eröffnete die Konferenz mit einem
Einführungsvortrag. Der Vortrag behandelte die aktuelle Situation in der
Ukraine, die Rolle der NGOs in Russland und der Ukraine sowie die Entwicklung der
Zivilgesellschaft in diesen Ländern. Dr. h.c. Erler hat die Bedeutung der
verschiedenen politischen Narrative seit dem Kalten Krieg als wichtige
Voraussetzung des Konflikts betont. Seiner Überzeugung nach haben Russland und der
Westen verschiedene Wahrnehmungen von z. B. der Nato-Erweiterung, der EU-Erweiterung
und den farbigen Revolutionen in den ehemaligen GUS-Staaten. Für Russland sieht
die derzeitige weltpolitische Lage wie eine Fortführung des Kalten Krieges aus,
wie ein Mittel der Machtpolitik gegen Russland, um das Land zu schwächen. Dabei
ist der alte Gegner wieder der neue, die USA. Eine ganz andere Position und
Wahrnehmung herrscht bei den Europäern: Das Ziel wird in der Entwicklung der
Demokratie und der Zivilgesellschaft, der Abschaffung von Korruption, der
Förderung der Menschenrechte und der Friedenssicherung usw. gesehen.
Dr. h.c. Erler sprach über die Unterentwicklung und das schwierige
Umfeld für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland und in der
Ukraine. Das Misstrauen gegenüber der Zivilgesellschaft, Ausgrenzung und
Kriminalisierungsprozess sowie strenge Überwachung der NGOs in Russland – all
das behindere die Entwicklung der Zivilgesellschaft. Im Gegenteil zu Russland gäbe
es in der Ukraine eine aktive Zivilgesellschaft, die jedoch nun unter den
Bedingungen des Kries nicht weiter funktionieren könnte.
Nach seiner Rede, haben wir diese Themen im Plenum
diskutiert. Die Organisationen stellten ihre Fragen. Es ist erstaunlich, dass sich
sogar hier zwei Lager gebildet haben: eine Seite, die sich eher pro Russland
präsentierte, beschuldigten Deutschland und Europa als Urheber einer Vertrauenskrise
mit Russland, andere waren völlig mit der Politik der EU bei der Lösung dieses
Konflikts einverstanden.
Steinmeier
kommt
Nach dem Plenum wurden uns kurz die politischen
Bedingungen für Partnerschaften, Visafragen sowie ein kurzer historischer
Exkurs in die Entwicklung von NGOs in Russland und der Ukraine vorgestellt. Anschließend
haben einige Organisationen ihre Projekte und Erfahrung in Zusammenarbeit mit Russland
und Ukraine präsentiert, z. B solche Organisationen wie MitOst e.V., „DRJUG-Trilaterales
Jugendforum: Germany, Russia, Ukraine: A common future?“ und der Arbeiter-Samariter-Bund
Deutschland e.V..

Kurz vor dem Mittagessen besuchte der Bundesaußenminister
Dr. Frank-Walter Steinmeier die Konferenz. Mit seinem Grußwort wurde deutlich gemacht,
wie wichtig in dieser gespannten Zeit die Zusammenarbeit deutscher NGOs mit
Russland und Ukraine sein soll. Herr Dr. Steinmeier hat die Situation in der
Ukraine noch mal zusammengefasst. In seinem Vortrag setzte er einen besonderen Akzent
auf die Tatsache, dass es sich um die größte Gefahr für die europäische Friedensordnung
seit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien handle. Er akzentuierte die unstabile
Sicherheitslage, die von mehreren Konflikten und Krisen in der Welt bedroht sei. Für ihn existiere nur die Möglichkeit einer diplomatischen
und friedlichen Lösung, Waffenlieferungen würden nur zu einer Eskalation des
Konfliktes führen. Dabei spielt die Vernetzung und friedliche Außenpolitik der
Gesellschaften eine wichtige Rolle. Wir NGOs aus Deutschland sollen diese
Außenpolitik vorantreiben und eine mögliche Unterstützung für unsere
Partnerorganisationen leisten.
Nach dem Mittagessen wurden parallele Themenforen
durchgeführt. Die Rede war vor allem von Unterstützungsinstrumenten der
Bundesregierung, wie Finanzierungen für Projekten mit
Russland und Ukraine. Ich persönlich war bei den Menschenrechtsprojekten, die
durch das Referat VN06 finanziert werden können. Außerdem stehen Mittel zur Förderung von
Projekten der zivilen Krisenprävention, Friedenskonsolidierung und
Demokratieförderung bereit. Das Auslandsamt fördert auch andere Projekten mit
Ländern der Östlichen Partnerschaft.
Nach den Themenforen haben wir uns wieder im Weltsaal versammelt und die Ergebnisse
zusammengefasst. Als gemeinsame Ziele wurden festgehalten:
Ø wir
müssen mit unseren Partner auf gleiche Augenhöhe arbeiten
Ø Russland
ist ein Partner, den wir in der Friedensordnung und bei der Konfliktlösung
brauchen und wir dürfen auf die Kontakten mit Russland nicht verzichten
Ø Die
gesellschaftlichen Aktivitäten müssen Priorität haben Wir müssen zusammen Partizipation
entwickeln
Ø Die
Sprachlosigkeit muss aufgebrochen werden
Die Konferenz hat, meiner Meinung nach, einen Impuls zur weiteren Entwicklung der
Zusammenarbeit mit Russland und Ukraine gegeben. Derartige Konferenzen sollten
häufiger stattfinden. Dank dieses Treffen habe ich viele andere Organisationen
kennengelernt und Kontakte aufgebaut. Wir müssen den Dialog weiter führen und
unsere Zusammenarbeit auf der Ebene der Zivilgesellschaft verstärken. Ich
glaube, dass wir heute noch weiter gehen müssen und nicht aufgeben dürfen.
Unsere Kommunikation sollte nicht verloren gehen und die Ausgrenzung von ukrainischen
und russischen Partnern darf nicht zugelassen werden. PJR Dresden hat schon eine dauerhafte
Partnerschaft mit Kaliningrad. Im Moment bringen wir uns aktiv in einem Projekt
mit mitost Hamburg und St. Petersburg ein und versuchen eine neue Partnerschaft
mit einer Organisation aus Lemberg / Ukraine zu entwickeln. Eine trilaterale
Begegnung Deutschland – Russland – Ukraine wäre eine Möglichkeit eine Friedenskooperation
anzuregen und Probleme und Anliegen mit den Jugendlichen zu besprechen.
Ich war von dieser Konferenz sehr beeindruckt und würde
mich freuen an solchen Veranstaltungen öfter teilzunehmen. So kommt man der
Realität näher und man fühlt sich in solche Prozessen stärker einbezogen.
Vielen Dank an PJR Dresden für eine grandiose Möglichkeit,
mein Verständnis über den Konflikt in der Ukraine zu vertiefen und an kleinen
Teil der Friedensförderung teilzunehmen 😉 !
Liebe Grüße,
eure Alex
von admin | 12.12.2014 | Blog
Meine
Lieben,
von
26.11 bis 30.11, sind wir, Steffi und ich, nach St. Petersburg
geflogen. Da sollte das Vorbereitungstreffen zu einem
Jugendevent in Hamburg in 2015 mit
dem Arbeitstitel „Energize your city!“ stattfinden. Ganz am
Anfang hatten wir keine genaue Vorstellung von dem, was uns hier
erwarten würde. Wir wussten nur, dass es ein trilaterales Treffen
sein wird, um die verschiedenen Organisationen und Partnerstädte aus
Hamburg, Dresden, St. Petersburg im Rahmen eines Projektes zusammen
zu bringen.

Ziel
des Treffens war es, zum einen das Jugendevent in Hamburg im August
2015 zu planen und zweitens gemeinsam mit Partnern eine konkrete
Veranstaltung innerhalb des Events zu organisieren. Was das für ein
Projekt sein soll, konnten
wir frei
mit unseren Partnern erarbeiten.
Jede
Organisation
war an seinen Partner gebunden.
Unser Partner ist der „Deutsch
– Russischer
Austausch St. Petersburg“.Am
Ankunftstag haben wir uns kennengelernt und sind
gleich in
unsere Arbeit eingestiegen. Das Tagungsprogramm und unser Arbeitsplan
wurden uns von den Vertretern von MitOst Hamburg vorgestellt, die als
Cheforganisation für das Treffen verantwortlich
waren. Unsere
Sitzungen
fanden im
Deutsch-Russischen
Begegnungszentrum
bei
der großen lutherischen St.-Petri-Kirche statt.
Die St.-Petri-Kirche liegt im Herzen
des Newski
– Prospekt und nach unserem gemeinsamen Treffen hatten wir gute
Gelegenheiten, entlang
des Newski – Prospekt
spazieren zu gehen und
unsere
Bekanntschaft
in informellen Rahmen fortzusetzen.

Der
zweite Tag war für Steffi und mich
sehr wichtig. Zuerst mussten wir eine Energierunde initiieren. Nach
dem „Energize your bodys“ (ein paar Methoden um uns wach zu
machen) mussten wir unsere Ziele und die Motivation für die
Teilnahme an dem Jugendevent formulieren. Nachmittags sammelten wir
unsere schönen abwechslungsreichen Ideen, was unsere zukünftige
Programmgestaltung angeht. Es war nicht leicht, da die russische
Seite gleich mit konkreten Fragen anfangen wollte, wie z.B.
Finanzierung, Projekttitel, Altersgrenze der Teilnehmer,
Teilnahmekriterien. Dem gegenüber interessierte sich die deutsche
Seite eher für „globale Sachen“ – unsere Philosophie und Ziele
und erst später sollten konkrete Sachen besprochen werden. Na ja, es
war schon klar, dass wir verschiedene
Vorstellungen haben. Trotzdem haben wir eine „gemeinsame Sprache“
gefunden und konnten weiter produktiv arbeiten. Unsere Ziele und
Motivation wurden
letztendlich bestimmt und in Gruppenarbeit weiterentwickelt: das
Projekt sollte zentrale Zukunftsfragen enthalten; die jungen Menschen
sollen zu Partizipation ermutigt werden und mit Hilfe unseres
Projekts interkulturelle Schlüsselkompetenzen erwerben; alle
Partnerorganisationen sollen sich in eine gemeinsame Aktion
einbringen usw.
Der
dritte Tag war fast ausschließlich der
Entwicklung des Hamburger
Events vorbehalten. Wir wussten bereits, dass wir ein Jugendlager in
Hamburg für 10 Tage mit 300 Teilnehmer vorbereiten sollen. Sooo
riesig! Wir haben den „roten Faden„ des Projekts gesucht und
gefunden und konnten so Schritt für Schritt planen. In Gruppen
arbeiteten wir an der Programmentwicklung, technischen Ausstattung
und der Medien- und Öffentlichkeitsarbeit. Der PJR hat sich bei der
Programmentwicklung gemeldet, die größte Gruppe an dem Tag.
Zusammen haben wir einen Überblick und ein Programm für jeden Tag
geplant. Aufgrund der vielen Ideen und Vorschlägen von den
verschiedenen Organisationen konnten wir uns nicht gleich einigen. Es
war harte Arbeit. Aber wir haben es geschafft und unser Programmnetz
war am nächsten Tag fertiggestellt.

Unsere
Abendessen müssten wir zusammen mit unserer Partnerorganisation
organisieren, um an unserem eigenen Partner-Workshop zu arbeiten.
Maria Fetisova vom Deutsch- Russischen Austausch, Steffi und ich
wurden schnell Freunde. Und zusammen haben wir auf Russisch und
Deutsch ein paar Ideen entwickelt. Wir freuen uns auf unsere
Partnerschaft und haben schon weitgehende Pläne für unsere
Zusammenarbeit in der Zukunft. ;))
Während
des Treffens hat PJR nicht nur mit unserer Partnerorganisation
Kontakten geknüpft, sondern auch noch weitere Partner gefunden. Es
gab noch zwei Organisationen
die bereit sind,
aktiv
mit dem
PJR
zusammenzuarbeiten.
Wir haben nicht erwartet,
dass unsere Organisation so viel Interesse weckt. Es
war sehr angenehm für uns.
Am
letzten Tag war ich sehr traurig. Wir haben so viel Zeit miteinander
verbracht, sind zu einem tollen Ergebnis zusammen gekommen, und wir
waren alle froh, mit den Organisationen aus St. Petersburg
kooperieren zu können. Infolge dessen haben wir ein riesiges und
attraktives Projekt auf die Beine gestellt. Es blieb noch einige
Zeit, um das künftige Zeitmanagement zu organisieren und die
nachfolgenden Aufgaben zwischen den Organisationen zu verteilen.
Natürlich
waren wir
nicht nur mit unserem
zukünftigen Projekt
ganztägig
beschäftigt.
Vielen Dank an die
Organisatoren der
russischen Seite, dem Deutsch –
Russischen
Begegnungszentrum.
Wir wurden in
die russische Kultur
eingeführt,
haben die russische Küche
ausprobiert, mmm… lecker. Natürlich
hatten wir nicht
so viel Zeit
für Stadtführungen, aber
ein bisschen konnten wir diese
wunderschöne Stadt doch
kennenlernen.
Neue
Freunde, Partnerschaften, nette Atmosphäre, produktive und
interessante Arbeit – ich glaube niemand ist ungerührt geblieben.
Ich möchte ein großen Dank auch an die Organisatoren von deutscher
Seite zum Ausdruck bringen, dem MitOst Hamburg e. V., und natürlich
dem Politischen Jugendring Dresden e. V. für diese wunderbare
Gelegenheit!
Liebe
Grüße,
eure
Alexandra;))