Interviewprojekt mit der Video-AG der 55. OS Dresden
Hier der Testlauf aus unserer Kooperation mit der Video-AG der 55. Oberschule. Ein Interview mit unserer Ehrenamtlichen Nelly und ihrer Motivation politisch aktiv zu sein!
Hier der Testlauf aus unserer Kooperation mit der Video-AG der 55. Oberschule. Ein Interview mit unserer Ehrenamtlichen Nelly und ihrer Motivation politisch aktiv zu sein!
Video einer unserer ukrainischen Teilnehmerinnen von der Hinbegegnung der deutsch-ukranischen Begegnung „Time to act“ von Juni 2018.
Hallo, ich heiße Rebekka und bin 15 Jahre alt. Ich gehe in die 10. Klasse des HOGA Gymnasiums Dresden. Mein zweiwöchiges Schülerpraktikum beim Politischen Jugendring habe ich deswegen gemacht, da ich mich für politische Bildungsarbeit gegen Rechtsextremismus interessiere.
An meinem ersten Tag habe ich angefangen mich über das lokale Handlungsprogramm in Dresden zu informieren, um Informationen für ein Planspiel zum Thema Kommunalpolitik zu sammeln. An meinem zweiten Tag stand dann bereits der Workshop „Extremismus und Populismus“ im Marie-Curie-Gymnasium an, bei welchem ich hospitierte. Die Folgetage habe ich mich dann weiter zu dem lokalen Handlungsprogramm informiert. Diese Einblicke in die Politik in Dresden fand ich sehr spannend, da ich davor noch nichts darüber wusste.

In meiner zweiten Woche habe ich mich dann zu Rechtsextremismus und Rechtspopulismus in Europa informiert. Interessant fand ich daran die verschiedenen Einblicke über andere Länder in Europa zu bekommen und deren politische Lage. Am Dienstag in meiner zweiten Woche habe ich dann einen kleinen Anteil am Workshop „Leben im Web“ gehabt, ich habe das Thema Cybermobbing vorgestellt.
Mein Praktikum fand ich sehr abwechslungsreich und interessant. Mir hat es sehr gefallen mich im Büro über verschiedene Themen zu informieren sowie bei den Workshops mir die Arbeit mit Jugendlichen anzugucken.
Stefan ist seit Anfang September Freiwilliger des EFD (Europäischer Freiwilligendienst) im Orpheus Centre, einer Einrichtung für Menschen mit Behinderung in Godstone / England. Hier erzählt er von seinen ersten Eindrücken.
Ich wohne und arbeite im Süden Londons in der kleinen Stadt Godstone, im Landkreis Surrey. Meine Arbeitsstelle ist das Orpheus Centre, eine Bildungseinrichtung für körperlich- und geistig behinderte junge Erwachsene, zwischen 18 und 25 Jahren. Das Orpheus Centre nutzt auf die Adressaten bezogene Bildungsprogramme, die hauptsächlich auf dem künstlerischen Bereich basierend, sie in ihrer Unabhängigkeit unterstützen sollen. Dafür wohnen etwa 20 Schüler dauerhaft in „Residential Homes“, in welchen sie lernen, auch für ihren eigenen Haushalt zu sorgen. Nebenbei besuchen täglich auch etwa 20 weitere Studenten das Orpheus Centre.
Der Bildungsschwerpunkt liegt in der täglichen Arbeit klar im künstlerischen Ausdrucksbereich, wofür alle Schüler insgesamt 4 Bereiche besuchen und sich auf ein Teilgebiet spezialisieren. Zu diesen „Sessions“ zählen: Art & Design, Drama, Music und Dance. Ich persönlich bin für Drama, also das Schauspiel zuständig. Dafür ist das Orpheus Centre bestens ausgestattet. Neben den eigentlichen Unterrichtsräumen gibt es ein Musikraum, ein Tonstudio und das Barn-Theatre (Scheunentheater), in dem ich jeden Donnerstag mehrere Stunden mit den Studenten verbringe. Mit 3 weiteren Kollegen proben wir an einem Stück für das Weihnachtsprogramm, basierend auf der Geschichte „In 80 Tagen um die Welt“, von Jules Verne.
Das besondere daran ist, dass alle Gruppen ihren Teilbeitrag für den großen Auftritt leisten. Dazu zählt die Gestaltung von Masken und Kulissen, Musik und Tanz. Ich habe das Gefühl, dass der künstlerische Ausdruck, egal in welcher Form, eine große Bereicherung für die Studenten ist. Für manche ist es ein bestärkender Ersatz sich auszudrücken, was ich besonders bei denen beobachten konnte, die aufgrund einer halbseitigen Lähmung im Rollstuhl sitzen und deren Sprachzentrum beeinträchtigt ist. Es ist dann eine große Freude zu sehen, wie glücklich sie auf Musik reagieren und mit welcher Begeisterung sie sie produzieren.
Auch zwischen den Kollegen besteht ein sehr gutes Verhältnis und ich habe als Freiwilliger keinesfalls das Gefühl, in irgendeiner Form untergestellt zu sein. Ich darf meine Ideen und Gedanken frei in die Arbeit einfließen lassen und befinde mich mit allen Mitarbeitern auf einer Ebene. Ich freue mich auch schon auf kommende Ausflüge. Neben Freizeiteinrichtungen, wie Kinos, Theater oder Ausstellungen, besucht das Orpheus Centre auch Institutionen, in welchen die Studenten ihre Arbeiten präsentieren können.
Obwohl das Orpheus Centre in der Kleinstadt Goldstone liegt, befindet es sich eher außerhalb, an einer Kleinstraße gelegen, die den Hügelkamm hinauf führt. Links und rechts liegen weite Felder wo die Schafe grasen und einen verwirrt anstarren, wenn man über einen der Wanderpfade Richtung Stadt läuft. Die Landschaft im Landkreis Surrey ist hügelig und saftig grün. Sie zählt zu einen der schönsten aber auch teuersten Gegenden Englands. Goldstone ist sehr klein. Besitzt einen winzigen Einkaufsladen, einen Fußballplatz, wo die Mitarbeiter jeden Mittwoch spielen (inklusive mir) und einen Arzt. Wer eher das Stadtleben bevorzugt, fühlt sich hier denke ich vielleicht eher gelangweilt. Allerdings ist London nur 30 km entfernt und mit dem Zug günstig zu erreichen.
Weil ich gerne wandern gehe, genieße ich die Pfade über die Hügel der malerischen Landschaft. In meiner Freizeit unternehme ich auch viel mit meinen beiden Mitbewohnern. Das sind Johanna aus Wien und Hariette aus Brighton. Ich bin froh auch mit einer Engländerin zusammenzuwohnen. Es bringt mich zum einen nochmal kulturell näher an das Land, zum anderen zwingt es mich Englisch zu sprechen. Wir verstehen uns alle drei sehr gut. Wir teilen uns gemeinsam eine Wohnung gegenüber vom Orpheus Centre, wobei mein Zimmer direkt im Orpheus Centre liegt. Die Wohnung haben wir uns schon für die kalte Jahreszeit mit ausreichend Kissen, Decken und Lichterketten gemütlich gemacht. Ab und zu wird eine britische Sendung oder Harry Potter geschaut- worauf die Briten hier sehr stolz sind, hab ich den Eindruck.
Große Unterschiede in der Mentalität zwischen Briten und Deutschen konnte ich nicht feststellen. Das Auffälligste ist wohl das obligatorische „How are you?“, dazu die selbstverständliche Antwort: „I am good“ oder „I `m fine“, egal wie es dir auch gehen mag. Bist du an einem Tag mit dem falschen Bein aufgestanden wirst du trotzdem mit:“ I `m good“ antworten. Sonst würdest du wahrscheinlich einen verwirrten Blick ernten. Anfangs hat mich das ständige: „Are you alright?“, etwas verwirrt. Mittlerweile habe ich mich so daran gewöhnt, dass ich auch andere schon mit dieser Frage grüße. Bisher habe ich nur freundliche und hilfsbereite Briten kennengelernt. Aber etwas ist schon dran an der Teekultur. Seid ich in Großbritannien bin, hat sich mein Teekonsum verdreifacht. Allerdings ist die sogenannte „Teatime“ in meinen Augen totaler Blödsinn. Die Briten trinken ihren Tee wann sie wollen, aber doch bitte Schwarzen mit Milch und Zucker. Dazu noch ein Biskuit und die Pause ist perfekt.
Macht ein Brite böse Witze über dich, dann bist du bereits mit ihm auf einer kumpelhaften Ebene. Das sollte man auf keinen Fall persönlich nehmen. Der britische Humor zeichnet sich durch viel Sarkasmus aus. Mein persönlicher Tutor hat schon so manchen „bösen“ Satz über mich gesagt, dass die Arbeit mit mir eine Zumutung wäre. Dann lachen alle laut und man sollte wissen, wie es gemeint ist. Wer dort keinen Spaß versteht, hat ein Problem. Probleme hatte ich bisher keine.
Allerdings bietet eine fremde Umgebung und eine neue Arbeitsstelle jede Menge Herausforderungen. Meine waren weniger auf die Arbeit bezogen, sondern vielmehr auf die Orientierung in der neuen Umgebung und die Umgewöhnung auf eine fremde Sprache. Die ersten beiden Wochen war ich dauermüde, vielen neuen Eindrücken und Informationen ausgesetzt. Mittlerweile habe ich mich daran gewöhnt und bin angekommen. Die Herausforderung in der Arbeit bestand darin, zu erkennen was meine Aufgaben sind. Wie ich es schon in meinem ersten Praktikum im Ausland erlebt habe sollte man nicht erwarten, eine persönliche Anleitung von seinem Tutor zu bekommen, was die Aufgabenbereiche im Arbeitsfeld betrifft. Die Aufgabe besteht vielmehr darin, die Arbeit zu erkennen. Anfangs habe ich deshalb meine Kollegen viel beobachtet, um dann die Studenten adäquat in ihren Sessions unterstützen zu können.
Anfangs wusste ich beispielsweise nicht, wie ich einen jungen Mann in meiner Klasse behandeln sollte, der halbseitig gelähmt im Rollstuhl sitzt. Durch Spasmen ist er motorisch beeinträchtigt. Sein Sprachzentrum ist geschädigt. Meist verständigt er sich durch Laute, die für mich unverständlich waren. Mein Tutor verlangte von mir, dass ich ihn in einer Gruppenaufgabe unterstützen sollte. Immer wenn er etwas sagen wollte, verstand ich nichts und fühlte mich schlecht, weil ich in seinen Augen sehen konnte, wie sehr es ihm daran lag, mir das mitzuteilen. Ich holte mir Unterstützung und kann ihn mittlerweile teilweise sogar schon verstehen. Die Freude die ich hatte, als ich ihm die Rückfrage stellte, was er gesagt haben soll und er mir diese bestätigte, war wunderbar. Die Arbeit mit behinderten Menschen zeigt mir wieder einmal, wie talentiert diese Menschen auch sind und welche Fähigkeiten sie in die Gesellschaft einbringen. Das Problem liegt nicht unbedingt an der Behinderung selbst sondern vielmehr daran, wie schlecht unsere Gesellschaft angepasst ist.
Ich bin sehr gespannt auf noch kommende Erlebnisse.

Der Europäische Freiwilligendienst wird gefördert von ERASMUS+ mit Mitteln der Europäischen Union.
Schon seit über 20 Jahren wird im Vorfeld der Bundestagswahlen Kindern und Jugendlichen die Chance gegeben, ihre Stimme einer Partei zu geben. Die „U18-Wahlen“ zeichnen so stets ein etwas anderes politisches Stimmungsbild im Land. Und auch wenn dieses nur symbolische Bedeutung hat, so wird das Ergebnis doch gehört und die jugendlichen Wählenden werden zu einer Auseinandersetzung mit den Parteien und der Wahl an sich eingeladen.
Am 15.9. fand die diesjährige Wahl statt. In ganz Dresden hatten über 30 Wahllokale geöffnet, meist in Jugendhäusern oder Schulen. Wir haben den KJFH Plauener Bahnhof nachmittags als Wahllokal unterstützt: Zuerst hatten die Kids dort die Möglichkeit, sich mithilfe verschiedener Wahl-o-Maten wie den Wahl-O-Flex oder den Wahlswiper über die Positionen der Parteien zu informieren. Anschließend hatten wir eine kleine Galerie mit Kernforderungen der Spitzenpolitiker/innen zusammengestellt. Und zuletzt wartete dann der Gang in die Wahlkabine, wo die Wählenden dann ganz alleine und ungestört ihre Stimme abgeben konnten. Süßigkeiten und Applaus hießen die Erstwähler/innen dann nach Abgabe ihrer Stimme wieder willkommen.
Schon ab 15.45 Uhr fuhr die „Wahlbahn“ durch die Stadt. Voll besetzt mit Kindern und Jugendlichen, Trommlern der Sambaband Universo und plakatiert mit den Forderungen der Kinder und Jugendlichen dieser Stadt fuhr die Kinderstraßenbahn Lottchen durch Dresden. So machte sie auf die U18-Wahl aufmerksam. Gegen 18.00 Uhr endete die Fahrt an der Webergasse. Alle Kinder und Jugendlichen zogen dann begleitet von Sambagetrommel zum Postplatz. Dort warteten schon die Spitzenkandidaten von SPD, LINKE, Grüne, FDP, und Vertreter der Piraten und der Jungen Union. Der Stadtjugendring hatte hier gemeinsam mit uns ein „Meet & Greet“ organisiert. Moderiert von Julia vom Kinder- und Jugendbüro stellten sich die Politiker den Dresdner Kindern und Jugendlichen vor, gingen auf die Forderungen ein und standen im Anschluss für Fragen zur Verfügung. Auch der Dresdner Oberbürgermeister Dirk Hilbert war zugegen und begrüßte die zahlreichen Zuschauer im Namen der Stadt.
Am 24.11.2017 laden wir außerdem im Nachklang der U18- und der Bundestagswahl herzlich dazu ein, in Berlin die gewählten Vertreter verschiedener Parteien zu treffen. Diese wollen wir zu den Forderungen der Kinder und Jugendlichen befragen. 50 Schüler/innen aus Dresden der Klassenstufe 8-11 können mitfahren. Los geht es um 7.30 Uhr. In Berlin besuchen wir den Bundestag, treffen Politiker/innen zu einem Abgeordnetengespräch, besteigen die Reichstagskuppel und nehmen in der Kantine des Bundespresseamtes einen Mittagsimbiss ein. Zurück in Dresden sind wir gegen 17.00 Uhr. Anmelden kann man sich über den Stadtschülerrat. Anmeldeschluss ist der 30. September.
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