von ESK-Freiwillige | 26.08.2019 | Blog
Die (Freiwilligendients)zeit vergeht! Zwölf Monate in Dresden sind vorbei, ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Menschen und Erlebnisse. Als ich mein Freiwilligenjahr angefangen hatte, hatte ich als Ziel, mindestens einmal pro Monat einen Beitrag für unseren Blog zu schreiben, von meinem Leben in Dresden zu berichten und neue Informationen mitzuteilen. Leider, oder vielleicht glücklicherweise, gab es soviele Projekte und interessante Veranstaltungen, dass Schreiben für den Blog nicht oben auf meiner Prioritätenliste landete. Schade, da ich das Schreiben liebe!
Jetzt sitze ich am Strand in meiner Heimatregion in Spanien, Galicien. Das Geräusch der Wellen, ein fernes Flüstern. Die Sonne und ihr Kampf mit den Wolken an diesem kühlen Sommertag. Die Menschen, die an meinem Café vorbeilaufen und das Lachen. Ich trinke einen Café con hielo, eine übliche Variante des Kaffees für den Sommer, starker Expresso mit Eiswürfeln. Ich denke darüber nach, wie ich vor einem Jahr Dresden kennengelernt habe und was für einen gemischten Eindruck ich von der Stadt hatte: die sehr grüne Lage und die Natur, die hohen Gebäude, die ruhigen Stadtteile mit unerwarteten Sehenwürdigkeiten (hallo Loschwitz!), die bunte Neustadt… Und die Menschen!
Die ersten Monate
Mein erster Monat in Dresden war schon voller beindruckende Veranstaltungen. Ich habe schon in der ersten Woche ein Ausreiseseminar mitgemacht, einen Tagesworkshop für künftige Freiwillige, die ins Ausland gehen. Für mich war es von Anfang schon klar und schön, dass ich meine Idee in das Team einbringen konnte und dass ich Zeit und Raum hatte, eigene Idee zu entwicklen und umzusetzen. Das war auch der Fall bei der internationalen Begegenung am Ende des Monats, die ich mitbetreut habe. Es ging um bürgerschaftliches Engagement und die Woche haben wir in Leipzig verbracht, wo ich schon ein Jahr gelebt hatte. Und ja, ich werde ziemlich regelmäßig gefragt, ob ich Dresden oder Leipzig am liebsten mag, aber man muss keine Entscheidung treffen und darf mehr als eine Liebe haben.

Während dern Herbst- und Wintermonate ging es weiter mit der Organisation und Durchführung von Bildungsveranstaltungen und die ersten Schritte zur Gestaltung einer neuen internationalen Begegnung wurden getan. Für mich bedeutete diese Zeit die Gelegenheit, mich in der Schule bei unterschiedlichen Projekttagen auszuprobieren, wie zum Beispiel bein Klassenrat oder zum Thema Social Media. Es waren Bildungsformate, die schon feststanden und es war sehr interessant für mich, neue Methode kennenzulernen, besonders beim Klassenrat. Lernen durch machen ist etwas, dass mir sehr gefällt, und das ist die Philosophie hinter einem Freiwilligendientsjahr oder EFD / ESK.
Lern- und Lehrdienst EFD
Außerdem habe ich weitere interessante Erlebnissen in diesem Monaten gesammelt. Ein Schulaustausch fand statt mit Schüler*innen aus Israel und Deutschland. Das war ziemlich neu für mich, da ich nicht so oft mit Schüler*innen in einem internationalen Kontext gearbeitet hatte. Es war aber eine perfekte Situation, um Methoden auf Englisch anzuwenden und ein bisschen Hebräisch zu lernen. Verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich auch mit Hilfe meiner Organisation besucht und ich bin unglaublich dankbar dafür. Es ging um Rassismus und Mehrfachdiskriminierung, Rechtextremismus, Feminismus und Trans*feminismus, Menschenrechtsbildung und konkrete Methoden der MRB, usw. Es waren Veranstaltungen, die meinen Horizont auf jeden Fall erweitert haben und die mir neue Kentnisse und Fähigkeiten beigebracht haben.

Herbst und Winter in Deutschland waren auch eine interessante Zeit für mich persönlich. Ich habe viele interessante Orte in Dresden entdeckt, mit meinem Lieblingssport weitergemacht, bei anderen Organisationen ehrenahmtlich mitgemacht und die nicht so vielen Lichtstunden irgendwie akzeptiert. Ich bin auch ein bisschen gereist. Ich habe eine Freundin in Rom besucht und das war ein schönes Wochenende mit viel Laufen, leckerem Essen und Acroyoga im Park. Breslau, Prag, Posen, Berlin, Leipzig… Das waren auch Zielorte für mich, da ich dort Menschen besucht habe. Ich muss trotzdem sagen, dass die Wochenende, die ich in Dresden geblieben bin, jeweils auch wie kleine Reisen waren: jedes Mal ein neuer Stadtteil, ein neues Cafe, ein neues Kino. Eine Stadt mit neugierigen Augen zu entdecken, was für ein Abenteuer!
Fortsetzung folgt…
Der Europäische Freiwilligendienst wird durch Mittel von Erasmus+ finanziert.
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 31.01.2019 | Audio & Video
Endlich ist unser erster Podcast da! Wir – das sind Martín und Carl, die beiden Freiwilligen im PJR Dresden e.V. In diesem Podcast habt ihr die Möglichkeit uns kennenzulernen. Wir erzählen ein bisschen von uns, und: Wir haben ein kleines Spiel dabei. Hört einfach mal rein und lasst euch überraschen!
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 19.10.2018 | Blog
Letztes Wochenende habe ich an einer interessanten und beindruckenden Veranstaltung in Dresden teilgenommen. In Rahmen des Programms zum Thema politische Bildung vom Riesa Efau gab es in der Elbestadt eine Tagung, die sich mit Geschlechterdemokratie und Feminismus beschäftigt hat: Einmischen+Mitmischen. Querschnitt feministischer Perspektiven. Da ich mich für solchen Themen interessiere und dafür in Spanien viel engagiert habe, war die Entscheidung meinen Samstag dort zu verbringen einfach zu treffen. Außerdem denke ich, dass es wichtig ist, neue Ideen zu bekommen, seinen Horizont zu erweitern und die eigene demokratische Perspektive zu stärken.
Ein Vormittag voller neuen Perspektiven
Der Vormittag hat mit einer herzlichen Begrüßung von Seiten der Organisator*innen angefangen. Gleich nach unserer Einführung wurde ein sehr gut vorbereiteter Vortrag von der Soziologin Julia Haas gehalten, die gerade in Köln forscht. Unter dem Titel Sexismuskritik von Rechts. Ein Blick auf die derzeitige Strategie ging es u
m neue rechte Akteurinnen und Aktivistinnen der Identitären Bewegung, beziehungsweise um die Art und Weise, in der diese Akteurinnen das Thema der Sexismuskritik aufgreifen und inwiefern es eine Veränderung der traditionellen Rollenbilder von Frauen in den Bewegungen der extremen Rechten gibt. Trotz der zahlreichen Forschungsarbeiten zum Thema Frauen und rechtsextremen Bewegungen war der Input und die Brücke zwischen früheren und heutigen Theorien deutlich erklärt. Persönlich interessant fand ich die Analyse von Äußerungen und Strategien in sozialen Netzwerken, eigentlich war dies ein Augenöffner. Infolgedessen hat sich eine ausgiebige Diskussion zum Thema entsponnen und dazu gab es einen lebhaften Austausch.
Nach der Kaffeepause kam die zweite Veranstaltung des Tages: ein Vortrag von Sabine Drewes aus der Heinrich-Böll-Stiftung in Berlin. Wie gestalten Frauen* ihre Städte? Das Genderranking im Praxis-Check war eine Einführung ins Thema Frauen und Kommunalpolitik durch die Vorstellung eines Rankings, das von der Stiftung erstellt und durchgeführt wurde. Schließlich hat die Moderatorin Karin Luttman zwei Stadträtinnen – Ines Kummer aus Freital und Gesine Märtens aus Leipzig – begrüßt und die darauffolgende Podiumsdiskussionsmoderiert. Das Publikum hat sich beteiligt, viel mitgemacht und neue Diskussionspunkte vorgeschlagen.

Zeit für Workshops!
Der Nachmittag war der schwierigste Teil der Tagung für mich, weil es parallele Veranstaltungen gab und das heißt, je mehr Angebote es gibt, desto mehr spannende Optionen existieren, die ich auf keinen Fall verpassen will. Am Ende habe ich ein Workshop zum Thema Trans*mysoginie mitgemacht. Die Veranstaltung wurde von einer aus Berlin gekommenen Referentin geleitet. Die Workshop-Leiterin, die Musikerin und Aktivistin FaulenzA, definierte den Begriff Trans*mysoginie als die systematische Diskriminierung gegen Transweiblichkeiten und die Intersektion von Transfeindlichkeit und Frauenfeindlichkeit oder Sexismus. Mit konkreten Beispielen hat sie das Thema veranschaulicht und eine angenehme Einführung ermöglicht. Sie hat nicht nur über die generelle Situation in unserer Gesellschaft geredet, sondern auch über die sogenannten „safe spaces“ und feministischen Räumen, in denen Trans*mysoginie erstaunlicherweise noch existiert. Es wurden auch konkrete Tipps und Unterstützungsmöglichkeiten gegeben und nach dem Workshop ergab sich eine inhaltsvolle Diskussion über Themen, die mit Transfeindlichkeit und Trans*mysoginie zu tun haben, wie zum Beispiel die Repräsentation von Trans* Menschen in Filmen oder die Situation von Trans* Menschen in Deutschland.
Als Zusammenfassung würde ich sagen, die Tagung hat mir neue Kenntnisse gebracht und spannende Bildungsperspektiven geöffnet. Ich freue mich darüber, dass ich einen deutlichen Einblick zu solchen Themen im deutschen Bildungskontext bekommen habe.
Hier gibt es noch einen Videostream der Konferenz, klickt rein!
Der Europäische Freiwilligendienst wird durch Mittel von Erasmus+ finanziert.
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 08.10.2018
Martín, unser EFDler, erzählt beim Dresdner Eurodesk-Infopoint in der Bundesagentur für Arbeit über seinen Freiwilligendienst. Wer daran Interesse hat, kann ab 16:00 dazu kommen!
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 14.08.2018 | Blog
Am 8. August fand unser EFD Ausreiseseminar in Kooperation mit der LJBW (Landesverband Sächsischer Jugendbildungswerke e.V.) statt. Die Veranstaltung war ein Workshop in lockerer Atmosphäre für die zukünftigen Freiwilligen, die ab September im Rahmen des Erasmus+ Programms EFD in verschiedene Länder fahren werden, um dort einen Freiwilligendienst zu machen. Sieben junge Erwachsene mit viel zu sagen, zu lernen, zu erzählen und zu teilen.

Die Sonne schien, das Wetter war richtig sommerlich und leckere Obstsalate und erfrischende Säfte warteten auf die kommenden Freiwilligen. Etwa um 10 Uhr waren sie schon da und der Tag konnte mit einigen Spielen beginnen, angefangen, damit die Teilnehmer*innen sich kennenlernen konnten. Die ersten Fragen, die ersten Kontakte, das erste Lachen. Es wurde viel über Länder, Sprachen, Hintergründen und Erwartungen gesprochen. Außerdem wurden Grundlage des EFD-Programms erklärt und ein Theorie-Input angeboten: wie man sich versichern lassen kann, wie man mit Youth Pass umgeht, welche bestimmte Rechte und Pflichten künftige EDFler*innen und deren Organisationen haben. Nach einer kleinen Pause wurden die Teilnehmenden zu einem interkulturellem „Mau-Mau“ eingeladen: Das interkulturelle „Mau-Mau“ ist ein Kartespiel, wo man einfach und deutlich erleben kann, wie man sich mit unerwarteten und unbekannten interkulturellen Regeln beschäftigt. Eine lustige Verwirrung, ein glückliches Gelächter und neue Erkenntnisse: das Ergebnis eines schnellen Vormittags.

Die Mittagspause war ein entspannender Moment. Man durfte sich einfach und spontan mit anderen unterhalten und es wurde auch viel über den EFD gesprochen, für den sich sowohl Teilnehmer*innen als auch Organisator*innen sehr begeistern. Nach der Mittagspause kam der ruhige Teil des Seminars mit vielen interessanten Inputs und Konversationen. Tipps gegen Heimweh sowie Lösungen für alltägliche Probleme, oder auch Erwartungen sowie Befürchtungen: alles wurde thematisiert und darüber diskutiert. Besonders interessant war das Spiel „Ich packe meinen Koffer und nehme mit…“, ein sehr unterhaltsamer Weg mit praktische Aufgaben umzugehen.

Später am Tag teilten die künftigen Freiwilligen untereinander ihre Fragen und Zweifel. Es wurde an alle ein Reader ausgeteilt, der die nötigen Infos und die wichtigsten Dokumente versammelt hat. Wir wünschen allen Teilnehmer*innen viel Spaß in ihren Zielorten und wir hoffen, das EFD Programm ist eine große Lernmöglichkteit für alle, die diese Projekte mitmachen.
Wir werden sicherlich auch in den nächsten Monaten den einen oder anderen Blogeintrag unserer Freiwilligen hier zu lesen bekommen. Also bleibt dran!
Der Europäische Freiwilligendienst wird gefördert von ERASMUS+ mit Mitteln der Europäischen Union.