von admin | 11.12.2025 | Blog
Svenja absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst mit dem Europäischen Solidaritätskorps in Polen, hier kommen die Eindrücke ihrer ersten Monate.
Fremdes Land.
Fremde Stadt.
Fremde Wohnung.
Vier fremde Menschen im winzigen Flur im vierten Stock eines Plattenbaus in Krakau.
Ungefähr so liefen die ersten Stunden meines Freiwilligendienstes im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) hier in Polen ab. Eine Frau meiner Organisation IB Polska gibt uns die Schlüssel, erklärt uns alles und lässt uns dann in der Wohnung zurück. Nicht unbedingt der sanfteste Start in diese Erfahrung, doch im Laufe der nächsten Tage lernen wir sie und auch die anderen Freiwilligen kennen, erkunden gemeinsam die Stadt, knüpfen erste Kontakte und werden nach und nach an unseren Arbeitsorten vorgestellt. Für mich führte dieser Start schließlich zu meinem Einsatzort: einem Kindergarten in Podgórze .
Meine Arbeit hier beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine 30h Woche im Kindergarten, in der ich die Kinder auf Exkursionen begleite und regelmäßig eigene Unterrichtseinheiten plane. Neben dem Polnischunterricht vor Ort und den regelmäßigen Workshops mit anderen Freiwilligen, gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten neue Leute zu treffen und sich zu engagieren. Im multikulturellen Zentrum der Stadt finden regelmäßig Tanz-, Yoga- und Sprachkurse statt. Außerdem können wir eigene Workshops planen oder gemeinsam für Bedürftige kochen.
Mehrere Monate in einem neuen Land mit einer fremden Sprache und unbekannten Traditionen wirken im ersten Moment vielleicht einschüchternd und das war es auch. In den Monaten vor meiner Abreise habe ich die Frage „Warum ausgerechnet Polen?“ mehr als nur ein paar Mal gehört und ich habe sie mir auch selbst oft genug gestellt, ohne die Antwort zu kennen. Wieso sollte man seine Zeit in einem Nachbarland gerade mal ein paar hundert Kilometer von Dresden entfernt verbringen, wenn einem die Tür zu ganz Europa offensteht?
Polen ist trotz seiner Nähe, ein faszinierendes Land, welches anderen Einsatzorten des ESK in nichts nachsteht. Die Winter hier sind kalt und dunkel, doch die Menschen herzlich und gastfreundlich, auch wenn sie im ersten Moment etwas verschlossen wirken. Mehrmals wurden wir von unseren Vorgesetzten auf einen Kaffee oder sogar nach Hause eingeladen oder bekamen von unserem Vermieter während der Waschmaschinenreparatur Restaurantempfehlungen.
Außerdem ermöglicht mir meine Arbeit im Kindergarten viele Traditionen und Feiertage aus erster Hand mitzuerleben und zu feiern. Zum Beispiel wird hier jedes Jahr am 29. November Andrzejki gefeiert. Hierbei geht es darum sich gegenseitig die Zukunft vorherzusagen, um vor allem jungen Frauen Auskunft über ihr Liebesleben, aber auch den Job oder Gesundheit zu geben. Im Kindergarten tanzten und sangen die Kindergärtnerinnen als Hexen mit den ebenfalls verkleideten Kindern und sagten ihnen ihre Zukunft voraus.
Eine weitere Sache, die mich insbesondere an der Stadt Krakau fasziniert ist die Geschichte, die sich hier so lebendig anfühlt. Für die meisten Freiwilligen gehört bei der geringen Entfernung mit dem Zug auch ein Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dazu. Wer den „Film Schindlers Liste“ gesehen hat wird jedoch auch hier in Krakau viele Szenen wieder erkennen. Mein Arbeitsweg führt mich beispielsweise fast täglich durch die ehemaligen jüdischen Ghettos, vorbei an Kulissen, die ich bisher nur in schwarz-weiß kannte. Jetzt ziehen sie in Farbe am Fenster der Straßenbahn vorbei, bis ich meine Haltestelle erreiche, ganz in der Nähe des Platzes auf dem vor gerade mal etwas mehr als 80 Jahren mehrere Tausend Juden deportiert wurden. Vieles kannte ich bereits aus Büchern und Filmen, aber es hier täglich zu sehen ist etwas völlig anderes.
Auch wenn ich am Anfang definitiv berechtigte Angst davor hatte, was mich hier erwarten würde und die letzten drei Monate nicht nur Höhepunkte hatte, überwiegt das positive schon jetzt eindeutig. In solchen Situationen ist man dazu gezwungen sich mit sich selbst zu beschäftigen, nicht immer angenehm, aber notwendig. Das Gefühl selbst in einem fremden Land trotz Sprachbarriere Freundschaften zu schließen und den eigenen Alltag das erste Mal völlig selbst zu gestalten, hat mich eine neue Art von Selbstvertrauen und Sicherheit fühlen lassen. Jetzt weiß ich: Wenn ich das geschafft habe, werde ich auch kommende Hürden überwinden. Es ist in Ordnung nicht immer alles bereits geplant zu haben und zu wissen, man muss nur mutig genug sein sich darauf einzulassen.
Jetzt drei Monate später ist vieles nicht mehr fremd.
Nicht das Land.
Nicht die Stadt.
Nicht die Wohnung.
Nicht einmal die Sprache.
Und auch nicht die vier Fremden aus dem Hausflur.
Svenja absolviert einen einjährigen Freiwilligendienst mit dem Europäischen Solidaritätskorps in Polen, hier kommen die Eindrücke ihrer ersten Monate.
Fremdes Land.
Fremde Stadt.
Fremde Wohnung.
Vier fremde Menschen im winzigen Flur im vierten Stock eines Plattenbaus in Krakau.
Ungefähr so liefen die ersten Stunden meines Freiwilligendienstes im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) hier in Polen ab. Eine Frau meiner Organisation IB Polska gibt uns die Schlüssel, erklärt uns alles und lässt uns dann in der Wohnung zurück. Nicht unbedingt der sanfteste Start in diese Erfahrung, doch im Laufe der nächsten Tage lernen wir sie und auch die anderen Freiwilligen kennen, erkunden gemeinsam die Stadt, knüpfen erste Kontakte und werden nach und nach an unseren Arbeitsorten vorgestellt. Für mich führte dieser Start schließlich zu meinem Einsatzort: einem Kindergarten in Podgórze .
Meine Arbeit hier beschränkt sich jedoch nicht nur auf eine 30h Woche im Kindergarten, in der ich die Kinder auf Exkursionen begleite und regelmäßig eigene Unterrichtseinheiten plane. Neben dem Polnischunterricht vor Ort und den regelmäßigen Workshops mit anderen Freiwilligen, gibt es zahlreiche weitere Möglichkeiten neue Leute zu treffen und sich zu engagieren. Im multikulturellen Zentrum der Stadt finden regelmäßig Tanz-, Yoga- und Sprachkurse statt. Außerdem können wir eigene Workshops planen oder gemeinsam für Bedürftige kochen.
Mehrere Monate in einem neuen Land mit einer fremden Sprache und unbekannten Traditionen wirken im ersten Moment vielleicht einschüchternd und das war es auch. In den Monaten vor meiner Abreise habe ich die Frage „Warum ausgerechnet Polen?“ mehr als nur ein paar Mal gehört und ich habe sie mir auch selbst oft genug gestellt, ohne die Antwort zu kennen. Wieso sollte man seine Zeit in einem Nachbarland gerade mal ein paar hundert Kilometer von Dresden entfernt verbringen, wenn einem die Tür zu ganz Europa offensteht?
Polen ist trotz seiner Nähe, ein faszinierendes Land, welches anderen Einsatzorten des ESK in nichts nachsteht. Die Winter hier sind kalt und dunkel, doch die Menschen herzlich und gastfreundlich, auch wenn sie im ersten Moment etwas verschlossen wirken. Mehrmals wurden wir von unseren Vorgesetzten auf einen Kaffee oder sogar nach Hause eingeladen oder bekamen von unserem Vermieter während der Waschmaschinenreparatur Restaurantempfehlungen.
Außerdem ermöglicht mir meine Arbeit im Kindergarten viele Traditionen und Feiertage aus erster Hand mitzuerleben und zu feiern. Zum Beispiel wird hier jedes Jahr am 29. November Andrzejki gefeiert. Hierbei geht es darum sich gegenseitig die Zukunft vorherzusagen, um vor allem jungen Frauen Auskunft über ihr Liebesleben, aber auch den Job oder Gesundheit zu geben. Im Kindergarten tanzten und sangen die Kindergärtnerinnen als Hexen mit den ebenfalls verkleideten Kindern und sagten ihnen ihre Zukunft voraus.
Eine weitere Sache, die mich insbesondere an der Stadt Krakau fasziniert ist die Geschichte, die sich hier so lebendig anfühlt. Für die meisten Freiwilligen gehört bei der geringen Entfernung mit dem Zug auch ein Besuch in der Gedenkstätte Auschwitz-Birkenau dazu. Wer den „Film Schindlers Liste“ gesehen hat wird jedoch auch hier in Krakau viele Szenen wieder erkennen. Mein Arbeitsweg führt mich beispielsweise fast täglich durch die ehemaligen jüdischen Ghettos, vorbei an Kulissen, die ich bisher nur in schwarz-weiß kannte. Jetzt ziehen sie in Farbe am Fenster der Straßenbahn vorbei, bis ich meine Haltestelle erreiche, ganz in der Nähe des Platzes auf dem vor gerade mal etwas mehr als 80 Jahren mehrere Tausend Juden deportiert wurden. Vieles kannte ich bereits aus Büchern und Filmen, aber es hier täglich zu sehen ist etwas völlig anderes.
Auch wenn ich am Anfang definitiv berechtigte Angst davor hatte, was mich hier erwarten würde und die letzten drei Monate nicht nur Höhepunkte hatte, überwiegt das positive schon jetzt eindeutig. In solchen Situationen ist man dazu gezwungen sich mit sich selbst zu beschäftigen, nicht immer angenehm, aber notwendig. Das Gefühl selbst in einem fremden Land trotz Sprachbarriere Freundschaften zu schließen und den eigenen Alltag das erste Mal völlig selbst zu gestalten, hat mich eine neue Art von Selbstvertrauen und Sicherheit fühlen lassen. Jetzt weiß ich: Wenn ich das geschafft habe, werde ich auch kommende Hürden überwinden. Es ist in Ordnung nicht immer alles bereits geplant zu haben und zu wissen, man muss nur mutig genug sein sich darauf einzulassen.
Jetzt drei Monate später ist vieles nicht mehr fremd.
Nicht das Land.
Nicht die Stadt.
Nicht die Wohnung.
Nicht einmal die Sprache.
Und auch nicht die vier Fremden aus dem Hausflur.
von ESK-Freiwillige | 08.10.2025 | Blog
Mein erster Monat in Dresden mit PJR:
Ich habe mich von Anfang an gut mit meinen Kolleginnen und Kollegen sowie mit meiner Mitbewohnerin verstanden. Ich wusste schon lange, dass diese Stadt eine sehr bedeutende Geschichte für Deutschland, aber vor allem für das Bundesland Sachsen hat – deshalb war es schön, diese Stadt persönlich erleben zu können.
Die Arbeit gefällt mir, weil sie mich dazu gebracht hat, neue Dinge zu lernen – vor allem was das Schreiben und Gestalten am Computer betrifft. Ich bin äußerst glücklich, neue Informationen über die Geschichte, Politik und Wirtschaft eines anderen Landes kennenzulernen.
Außerdem finde ich in meiner Freizeit auch Zeit, an meinen eigenen Projekten zu arbeiten, die natürlich mit Gesellschaft, Politik und Wirtschaft zu tun haben – also in engem Zusammenhang mit den Aktivitäten, die ich auch mit meinen Kolleginnen und Kollegen mache.
Ich war bereits an einigen Schulen und konnte die Sichtweisen der Schülerinnen und Schüler zur deutschen Geschichte kennenlernen.
Ich freue mich auch sehr, dass ich endlich mit dem Deutschlernen anfangen kann – auch dank des Sprachkurses, der mir vom PJR zur Verfügung gestellt wurde.
Tobias, Franzi und Florian haben sich als sehr verständnisvolle, ruhige und hilfsbereite Kolleginnen und Kollegen gezeigt.
Mit Blick auf die Zukunft bin ich sehr zuversichtlich und freue mich darauf, so viel wie möglich zu lernen.
Eliseo Guazzarotti.
von ESK-Freiwillige | 08.08.2025 | Blog
Hallo zusammen,
ich bin Libera – noch für kurze Zeit – die europäische Freiwillige hier beim PJR.
Wie schnell die Zeit vergeht, wenn man sich wohlfühlt!
Es kommt mir vor, als wäre es gestern gewesen, dass ich Italien verlassen habe – voller Ängste, Unsicherheiten und Verletzlichkeit –, um hier in Deutschland mein Abenteuer zu beginnen.
Deutschland hat mich ein bisschen auf den Kopf gestellt… und vielleicht habe ich auch Deutschland ein wenig durcheinandergebracht: nur fünf Tage nach meiner Ankunft ist die Carolabrücke eingestürzt, und kurz darauf fanden die Landtagswahlen und bald auch die Wahlen zum neuen Bundestag statt. 😊
Mein erster Workshop war die Tablettour zur NS-Zeit und den Stolpersteinen, und danach folgten viele weitere Projekte: Erinnerungsreisen nach Theresienstadt, Workshops über Extremismus in Deutschland, Social-Media-Workshops, Beteiligung an Wahlen, Treffen zur Kommunalpolitik und Themen-Filmabende.
Am Anfang habe ich nur technisch unterstützt, aber mit der Zeit habe ich mehr Mut gefasst und bin aktiv Teil der Workshops geworden.
Einer der schönsten Momente war, als ich bei einem Filmabend einen wichtigen italienischen Film meiner Generation gezeigt habe. Es war schön, ein Stück meines Alltags hier in Deutschland zu teilen.
Wenn keine Projekte liefen, haben wir im Büro gearbeitet. Dank der Unterstützung vom PJR habe ich mich sehr verbessert – in der Gestaltung von Instagram-Posts, PowerPoint-Präsentationen für die Workshops und anderen kreativen Aufgaben.
Ich hatte viel Spaß dabei, meine Kreativität zu nutzen, und beim PJR habe ich ein offenes und freundliches Arbeitsumfeld gefunden, in dem jede Idee willkommen ist und man seiner Fantasie freien Lauf lassen kann.

Im Laufe des Jahres habe ich auch viel über die politische und soziale Realität Deutschlands gelernt, zwei wichtige Aspekte dieser Arbeit. Es war eine sehr umfassende und bereichernde Erfahrung, und ich bin dankbar, dass ich sie machen durfte.
Ein weiterer wichtiger Punkt: Ich konnte die ganze Zeit auf Deutsch kommunizieren und so meine Sprachkenntnisse verbessern, was mir sehr geholfen hat, mich in den Workshops sicher auszudrücken.
Ich habe zwei Fotos ausgesucht, die ich gerne mit euch teilen möchte:
Das erste ist vom 14. Januar, während des Filmabends, den ich selbst geplant habe. Es war das erste Mal, dass ich ganz auf Deutsch vor einem großen Publikum gesprochen habe und dabei Italien vorgestellt habe. Das war ein Schlüsselmoment für mich, in dem ich über mich hinausgewachsen bin. PJR war immer an meiner Seite, hat mich nie verurteilt und mir geholfen, wenn ich es brauchte.

Das zweite Foto ist vom 1. August, während meines letzten Projekts in Deutschland: einem theaterpädagogischen Workshop, den ich fast ganz allein geleitet habe, gemeinsam mit Diana – einer anderen Freiwilligen des PJR.
An diesem Tag war ich ruhig, entspannt und hatte viel Spaß mit den teilnehmenden Kindern. Es war ein wunderschöner Abschluss für meine Zeit hier.
Ich möchte mich von Herzen beim PJR für jedes einzelne Learning bedanken – auch für die unbeabsichtigten.
Hier herrscht ein Klima der Freundlichkeit, Offenheit und Freiheit. Ein Ort, an dem man selbst sein kann und seine Meinungen respektvoll und konstruktiv äußern darf.
Vielen Dank, PJR, dass ihr mich ausgewählt habt und mir diese Erfahrung ermöglicht habt – sie wird für immer einen Platz in meinem Herzen haben.
Und ein ganz besonderer Dank geht an Franzi und Tobias – zwei wunderbare Menschen, die immer hilfsbereit, freundlich und offen waren.
Ganz liebe Grüße,
Libera
von ESK-Freiwillige | 31.03.2025 | Blog
Salut 🙂
Mein Name ist Elisabeth, ich bin 19 Jahre alt und nun seit sechs Monaten in Nancy, Frankreich, wo ich einen neunmonatigen Freiwilligendienst im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps (ESK) absolviere. Bevor ich hierherkam, habe ich in Dresden mein bilinguales Abitur am Romain-Rolland-Gymnasium gemacht – Französisch begleitet mich also schon eine Weile, aber das Leben und Arbeiten in Frankreich ist noch einmal eine ganz andere Erfahrung.

Ich arbeite bei einer Organisation namens CRISTEEL, was dieses Akronym bedeutet erspare ich euch aber! CRISTEEL trägt das Label eines Europe Direct-Zentrums. Für alle, die mit diesem Begriff nicht vertraut sind: Europe Direct-Zentren gibt es in ganz Europa, und sie dienen dazu, den Bürger:innen der Europäischen Union Informationen über die EU zu bieten. Das umfasst alles von den politischen Institutionen über aktuelle Entwicklungen bis hin zu praktischen Fragen, wie man sich beispielsweise in Europa vernetzen oder mobil sein kann. Für uns heißt das, dass wir durch das Anbieten von Workshops viel Zeit in Schulen, Universitäten und anderen Bildungseinrichtungen verbringen. Oder auch in Zügen, denn wir sind für besagte Workshops, Messen oder Veranstaltung, wie Seminaren oder Konferenzen fast in der ganzen Region „Grand Est“ und manchmal sogar in den Nachbarländern unterwegs. Wenn wir gerade nicht unterwegs sind, werden die nächsten Events vorbereitet oder vergangene nachbereitet. Dabei bin ich besonders im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit tätig. Außerdem engagiert sich CRISTEEL im Bereich der europäischen Mobilität. Dazu gehört das Organisieren von Jugendaustauschen, aber auch das Informieren und „Entsenden“ von französischen Jugendlichen für Freiwilligendienste eben im Rahmen des Europäischen Solidaritätskorps.

Nancy ist eine mittelgroße Studierendenstadt mit vielen Erasmus-Student:innen aus ganz Europa. Das Erasmus Student Network (ESN) organisiert regelmäßig Veranstaltungen, bei denen sich Studierende und Freiwillige vernetzen können. Durch den Austausch mit Menschen aus unterschiedlichen Ländern habe ich viele neue Perspektiven gewonnen – nicht nur im Alltag, sondern auch bei den Seminaren mit anderen Freiwilligen aus ganz Frankreich. Diese werden von der französischen Nationalagentur organisiert und bieten die Möglichkeit, Erfahrungen zu teilen, sich weiterzubilden und das eigene Engagement zu reflektieren.
Gleichzeitig begegnen mir hier überraschend viele deutsche Studierende und Freiwillige, unter denen ich gute Freundinnen gefunden habe. Dadurch fühlt sich das Leben in Nancy oft international, vor allem aber auch ein wenig vertraut an. Und wenn doch einmal der Wunsch nach Tapetenwechsel aufkommt, ist die Stadt ideal gelegen: Metz ist nur eine kurze Zugfahrt entfernt, Straßburg, Luxemburg und Paris sind in weniger als zwei Stunden gut erreichbar.

Die Zeit vergeht, speziell seit Weihnachten, unglaublich schnell – nun bleiben mir weniger als 100 Tage in Nancy. Das fühlt sich, um ehrlich zu sein, schon seltsam an, besonders weil die ersten Monate hier für mich nicht immer einfach waren. Doch genau das macht diese Erfahrung so wertvoll. Ich habe gelernt, mit Herausforderungen umzugehen, mich in einem neuen Umfeld zurechtzufinden und habe tolle Menschen kennengelernt, die ich sicher vermissen werde. Vor allem aber hat mir mein Freiwilligendienst gezeigt, wie wichtig und bereichernd europäischer bzw. internationaler Austausch ist – nicht nur für die eigene Entwicklung, sondern auch für das gegenseitige Verständnis.
Meine Arbeit bei CRISTEEL hat mir noch einmal deutlich gemacht, wie essenziell politische Bildung ist. Viele Menschen wissen wenig über die Strukturen Europas oder ihre eigenen Mitgestaltungsmöglichkeiten. Dabei gibt es so viele Chancen – sei es durch Erasmus, den Europäischen Freiwilligendienst oder andere Programme. Diese Möglichkeiten aufzuzeigen und greifbar zu machen, ist etwas, das mich bestimmt auch in Zukunft begleiten wird.
Ich kann nur jedem empfehlen, eine solche Erfahrung zu machen – ob im Rahmen eines Freiwilligendienstes, eines Studiums oder Praktikums im Ausland. Auch wenn es zu Beginn manchmal herausfordernd ist und man die gewohnte Umgebung vermisst, bieten diese Erfahrungen eine wertvolle Gelegenheit, persönlich und „professionell“ zu wachsen.
von ESK-Freiwillige | 03.03.2025 | Blog
Hallo, mein Name ist Josi und ich befinde mich gerade in Gdańsk, Polen – auch bekannt als Danzig. Im Rahmen meines Europäischen Solidaritätskorps (ESC) Jahres arbeite ich bei PSONI, einer Organisation, die Menschen mit intellektuellen Behinderungen unterstützt. In den letzten Monaten habe ich nicht nur viel über die Arbeit mit dieser besonderen Zielgruppe gelernt, sondern auch unvergessliche persönliche Erfahrungen gemacht.

Mein ESC Jahr hat mir nicht nur beruflich, sondern auch persönlich viel gegeben. Ich hatte die Chance, viele Menschen aus ganz Europa kennenzulernen, die mittlerweile zu meinen besten Freunden zählen. Es ist unglaublich bereichernd, so unterschiedliche Perspektiven auf das Leben zu erhalten – sei es aus Spanien, Dänemark, Frankreich oder der Türkei.
Außerdem hat mir das Leben in Gdańsk geholfen, viele neue Fähigkeiten zu entwickeln. Zum ersten Mal lebe ich alleine und habe gelernt, auf mich selbst gestellt zu sein. Anfangs war es eine große Überwindung, meine Heimat in Thüringen zu verlassen und mich auf das Abenteuer in Polen einzulassen. Besonders die Sprache, das Verlassen der vertrauten Umgebung und die Herausforderung, mich in ein neues Arbeitsumfeld mit Menschen mit Behinderungen einzufinden, waren nicht immer einfach. Aber heute, nach vielen Höhen und Tiefen, bin ich unglaublich glücklich über diese Entscheidung. Ich würde es jederzeit wieder tun.
Ein besonders wertvoller Aspekt meiner Arbeit ist die Interaktion mit Menschen mit Behinderungen. Die Menschen, mit denen ich hier arbeite, sind unglaublich ehrlich, dankbar und offen. Jeder Tag bringt neue Herausforderungen und gleichzeitig auch viele Momente der Freude und des Lernens. Es ist eine sehr erfüllende Arbeit, bei der ich täglich nicht nur anderen helfe, sondern auch selbst wachse.
Die Arbeit bei PSONI ist sehr gut organisiert. Ich kann meinen Arbeitsplatz individuell gestalten und viel selbstständig organisieren. Gleichzeitig habe ich immer die Möglichkeit, auf Unterstützung zurückzugreifen, wenn ich sie brauche. Besonders schätze ich, dass Kritik offen und konstruktiv geäußert wird, was zu einer positiven Arbeitsatmosphäre beiträgt.

Wenn ich auf mein Jahr hier in Polen zurückblicke, kann ich sagen, dass es eine der besten Entscheidungen meines Lebens war. Ich habe nicht nur beruflich viel gelernt, sondern auch persönlich unglaublich viel gewonnen. Das ESC Jahr hat mir die Möglichkeit gegeben, neue Freunde zu finden, meine Sprachkenntnisse zu verbessern und mich selbst besser kennenzulernen.
Ich kann jedem jungen Erwachsenen nur empfehlen, ein Auslandsjahr mit dem ESC zu machen. Die Erfahrungen, die man hier sammeln kann, sind unvergleichlich. Und auch Polen als Zielland kann ich nur wärmstens weiterempfehlen. Es gibt so viel zu entdecken, und die Menschen hier haben mich durch ihre Offenheit und Herzlichkeit immer wieder beeindruckt.
Es war eine Entscheidung, die mein Leben verändert hat – und ich würde es jederzeit wieder tun.
