Letze Woche Mittwoch haben wir in unserem Büro einen spanischen Abend veranstaltet. Pablo, unser ESK-Freiwilliger aus Valencia, hat einen Vortrag über die Geografie, die Sprachen, die Geschichte und das aktuelle politische Geschehen dort gehalten...und es gab auch viel Essen! Zwei Tortillas und Patatas Bravas wurden gekocht und haben sehr lecker geschmeckt. Sie waren so schnell aufgegessen, dass wir davon leider keine Fotos machen konnten… Ups! Es gab viele Fragen und wir sind sehr zufrieden mit diesem internationalen Abend.
Am 14. Februar werden wir einen spanischen Abend in unserem Büro veranstalten! Ich, der spanische europäische Freiwillige, werde ein paar Leckereien aus Spanien für euch kochen und einen kleinen Vortrag über spanische Geschichte und Politik im letzten Jahrhundert bis heute halten … Seit dem Bürgerkrieg bis zu aktuellen Ereignissen, mit tortilla de patata und patatas bravas! Wir lieben auch Kartoffeln… wir sind nicht so anders wie die Deutschen, eh?
Seit Anfang Oktober mache ich meinen europäischen Freiwilligendienst in Vic, Katalonien, Spanien. Ich wohne hier gemeinsam mit 5 anderen europäischen Freiwilligen in einer WG. Wir sind alle Teil des gleichen Projekts, arbeiten aber an unterschiedlichen Orten. Sant Tomas, meine Aufnahmeorganisation, hat in der ganzen Region zahlreiche kleine und größere Zentren für Menschen mit geistiger Behinderung, deren Ziel es ist die Leute mehr in die Gesellschaft zu bringen und so sichtbarer zu machen.
Ich arbeite unter der Woche in vier verschiedenen Zentren in und um Vic, drei kleineren Gruppen mit je bis zu 10 Personen, die alle relativ eigenständig sind. In diesen Zentren gibt es verschiedenste Aktivitäten:
Die erste Gruppe betreut sozusagen ein öffentliches Zentrum der Stadt und bereiten Räume für Kurse vor, teilweise besuchen sie die Kurse auch selbst. Ansonsten reinigen sie Spielsachen und Bücher, die dann gespendet werden, spielen Petanca (ein traditioneller Sport) oder machen Gesellschaftsspiele und Puzzles. Wenn Zeit ist versuche ich einigen von ihnen auch noch ein wenig Englisch beizubringen ;).
Mit der zweiten Gruppe gehe ich spazieren, wir lernen Gebärdensprache und es wird Beschäftigungstherapie, also verschiedene einfache Arbeiten, gemacht.
Das dritte kleine Zentrum ist eine Handwerkstatt mit Laden, in der verschiedene kreative Arbeiten gemacht werden. Beispielsweise werden Schals und Mützen, Ketten und Armbänder und natürlich aktuell zahlreiche Weihnachtsdekorationen hergestellt. Zusätzlich gibt es regelmäßig besondere Projekte, bei denen neue Dinge wie Drucktechniken ausprobiert werden. Die Produkte werden dann im Laden verkauft. Meine Aufgabe ist es dabei entweder bei den Aktivitäten zu unterstützen und zu motivieren oder mich mit den Leuten zu unterhalten.
Das vierte Zentrum ist ein Wohnheim und unterscheidet sich zu den anderen, da die Menschen dort mehr Hilfe, auch bei alltäglichen Dingen wie essen, brauchen. Dementsprechend ist es anstrengender, obwohl es „einfachere“ Aktivitäten gibt. Nachmittags helfe ich hier bei der Musiktherapie.
Vor ein paar Wochen habe ich außerdem eine Gruppe beim Besuch eines Zentrums für Menschen mit geistiger Behinderung einer anderen Organisation begleitet, in dem die Leute vor allem Kunst in verschiedenen Formen schaffen, die dann (teils in Kooperation mit anderen Künstlern von außerhalb des Zentrums) ausgestellt wird. Dabei konnten sie sich über ihre unterschiedlichen Erfahrungen und Aktivitäten austauschen, was für mich persönlich sehr interessant anzuhören war.
Meine Organisation hat zudem verschiedene Freizeitgruppen, weshalb ich Mittwochs und Samstags Basketball oder Fußball spiele und auf längere Spaziergänge gehe. Außerdem werde ich im August nächstes Jahr mit auf zwei Wochentrips nach Menorca und ins Baskenland fahren Alles in allem mache ich also sehr viele verschiedene Dinge mit den unterschiedlichsten Menschen, was mir mittlerweile wirklich Spaß macht, am Anfang musste ich aber in kurzer Zeit sehr viel neues lernen, was etwas kompliziert war.
Außerhalb der Arbeit mache ich viel mit den anderen Freiwilligen: Wir fahren nach Barcelona und anderen nahegelegenen Städten, wandern und waren am Strand. Da Vic eine sehr katalanische Stadt ist, haben wir auch schon Einblicke in die Kultur gewonnen: Am 1.11. war zum Beispiel Castanyada, Anfang Dezember gab es den „Mercat Medieval“ und es wurden beeindruckende Castells (Menschentürme) vorgeführt. Allerdings sprechen deshalb viele hier am liebsten nur Katalanisch, was am Anfang eine Sprachbarriere war, da die Sprache sich doch mehr als erwartet von Spanisch unterscheidet. Durch die Uni gibt es hier auch viele junge Leute, von denen einige mit Erasmus hier sind, es gibt also viele internationale Leute, mit denen man sich austauschen kann. Seit ein paar Wochen spiele ich auch wieder Volleyball, wodurch ich noch mehr Leute von hier kennenlernen konnte, was viel beim Lernen der Sprache hilft. Ich freue mich auf meine verbleibenden Monate hier und bin gespannt, was ich noch alles erleben werde und welche Menschen ich noch treffen werde.
Hallo zusammen! Ich bin der neue ESK Freiwillige für dieses Jahr beim PJR. Ich freue mich unendlich, hier für ein ganzes Jahrzu arbeiten! Ich bin 24 Jahre alt und komme aus Spanien. Ich habe Übersetzung studiert und lerne Deutsch, seit ich 18 war. Ich habe schon beim ESK gearbeitet, aber das hier ist mein erstes großes Projekt. In einem kleinen Dorf in Sizilien habe ich auch schon an einem kleinen ESK-Projekt mitgearbeitet und in Leipzig gemeinsam mit Jugendlichen mit Behinderung ein sehr schönes Mosaik als Sommerprojekt gemacht!
Ich liebe Indie Musik, Sprachwissenschaften, Videospiele, Jonglieren und Lesen, aber meine aller liebste Sache ist es, mit anderen Menschen zu sprechen!
Deshalb dachte ich, dass eine freiwillige Arbeit perfekt passen würde. Und das stimmt! Ich habe bereits Vorträge der Bildungsreferent*Innen gesehen und ich kann es nicht erwarten, meine eigenen Workshops vorzustellen.
Meine Entspannungplatz in Alfeld - da habe ich neue Menschen befreundet, gelesen oder einfach entspannt in der Stille.
Während einer Slowakisch-Ukrainisch-Deutschen Jugendbegegnung waren wir in Berlin. Die Menschen waren echt super und ich war das erste Mal im Bundestag! Die Art von Arbeit, die ich hier mache, ist vielfältig, und ich habe immer was zu tun. Auch wenn es in Spanien anders ist, komme ich sehr gut mit dem Tempo der Arbeit klar. Ich habe übersetzt, Reisen vorbereitet, Vorstellungen und Seminaren besucht, war Teil ein paar Arbeitsgemeinschafts… und habe mit vielen, vielen Menschen gesprochen!
Zurzeit komme ich direkt von einem ESK-Seminar, das in Alfeld (Leine) stattfand. Es war eine unglaublich schöne Erfahrung, ich habe Menschen aus vielen verschiedenen Ländern getroffen und mich mit ihnen angefreundet… Die Trainer waren echt verständnisvoll und haben für uns Aktivitäten mit sehr interessanten Inhalten vorbereitet. Wir haben uns erst gut kennengelernt und einen „Safe-Space“ zusammen erschaffen. Dann haben wir sehr ruhig über unsere Selbstvorstellungen und Beziehung mit anderen zusammen aber auch allein reflektiert. Sie haben uns auch ein sehr interessantes Modell des Lernens gezeigt. Man konnte merken, dass die Trainer viel Erfahrung haben.
Eine der Sachen die ich am meistens gemocht habe war, dass wir einen ganzen Morgen mit einer Freiberuflerin gesprochen haben. Sie wirkte wie eine echt beeindruckende Person. Sie hat uns charismatisch über unsere Rechte als Freiwillige Arbeiter*Innen aufgeklärt, und man konnte auch sehen, mit wie viel Leidenschaft sie ihre Arbeit macht und auch Interesse für uns zeigt. Es ist diese Art von Gespräch, das man im Leben führt und einfach nie vergisst. Die anderen Aktivitäten, die wir gemacht haben, waren auch super. Die Trainer haben uns auch von ihren eigenen Interessen erzählt – wir haben über die Geschichte von Alfeld gesprochen, über Mass Media und über Consent einen Workshop gemacht. Ein anderer Spanier und ich haben unserem neuen Freund ein bisschen Spanisch beigebracht und ich habe auch ein paar Sätzen auf Ungarisch gelernt… Wir haben alle eine Reise nach Hannover in unserer Freizeit vorbereitet. Ich habe selbst die Tickets gekauft, andere haben Veranstaltungen in der Stadt gesucht…
Wir haben alle eine sehr gute Zeit verbracht, bleiben noch in Kontakt und freuen uns aufs nächste Seminar. Ich bin hier erst einen Monat, aber ich kann nicht aufhören, meinen Freunden in Spanien ESK zu empfehlen!
Mit dem Juni kommt der Anfang des Sommers, die große Hitze, die erste Ferienwochen… und der zweite Teil der internationalen Jugendbegegnung „Where do I belong“. Die Gruppe von dreißig Jugendliche, die sich schon eine Woche im März mit Fragen der eigenen und kollektiven Identität auseinandergesetzt hatte, ist am 8. Juni nach Terrasa gefahren. Der zweite Ort des Projektes, in unmittelbarer Nähe von Barcelona, ist die viertgrößte industrielle Stadt in Katalonien und hat eine bunte Geschichte. Das Ziel der Woche war hauptsächlich die weitere Auseinandersetzung mit dem Thema Identität durch neue Fragen im Bezug zum kollektivem Gedächtnis. Aber wie? Die Teilnehmende erwarteten unterschiedliche Workshops, Ausflüge und Aktivitäten.
Buddies und partizipative Methoden
Am ersten Tag, den Sonntag, hatten wir als Ziel gesetzt, uns besser kennenzulernen und einen theoretischen Sprung in das Thema zu machen. Mithilfe unterschiedlicher partizipativer Methoden wurden die Teilnehmenden motiviert, mitteinander ins Gespräch zu kommen. Es wurde anhand von verschiedenen Methoden über die Eigenschaften der eigenen Persönlichkeit geredet. La Vibria Internacional, die Organisation, die uns empfangen hat, moderierte diese Einheiten. Zum Beispiel wurde am Nachmittag die Themen eigene Identität und Wirkung der Staatsangehorigkeit in der Lebensgeschichte diskutiert, aber nicht in Plenum oder in einer frontalen Bühne, sondern durch eine Methode, die „Fishbowl“ heißt und die den Teilnehmenden die Gelegenheit gegeben hat, Rollen ständig zu wechseln.
Auch wurde das organisatorisch am ersten Tag kommuniziert und die Teilnehmende haben selbst an die gemeinsamen Regeln für unsere Begegnungswoche gebastelt. Dadurch konnten die Teilnehmende klar machen, welche Bedürfnisse für sie wichtig waren und ein schönes Miteinander zusammen gestalten. Auch wurde ein sogenannte „Buddy-System“ organisiert. Das heißt, jede*r Teilnehmeri*in hatte einen Buddy, eine Person die für sie sorgte und sich um einander kümmern sollte. Das galt für wichtige Kleinigkeiten (pünktlich zu sein!) und für generelles Wohlgefühl.
Ausflüge in die Geschichte
Am Montag sind alle Teilnehmende mit einem Ausflug an drei wichtige Orte in der spanischen und katalanischen Geschichte gereist. Zuerst haben wir das Museum für Exilium besucht, eine Initiative in La Jonquera (Spanien). In dem Museum kann man erfahren, wie die spanische beziehungsweise katalanische Geflüchtete vor dem spanischen Bürgerkrieg fliehen mussten. Mit einer Führerin hatten wir die Gelegenheit, viele Daten zu der Geschichte des spanischen Bürgerkriegs zu erfahren, wie beispielseweise Details zur katalanischen Republik, zum Anfang des Krieges durch einen Staatsstreich, über die Lager in denen die Geflüchteten untergebracht waren, über die gefährlichen Routen durch die Pyrenäen und die besondere Rolle, die das Nazi-Regime in der Ermordung von spanischen beziehungsweise katalanischen Wiederständler/innen nach dem spanischen Bürgerkrieg und in der Zeit des Franco-Regimes spielten. Danach sind wir über die Grenze nach Frankreich gefahren und haben zwei Gedenkstätte zum selben Thema besucht. Unsere Begleiterin hat den ganze Tag mit uns verbracht und alle mögliche Fragen beantwortet.
Einführung in das Thema „Oral History“
Am nächsten Tag hatten wir Besuch einer wissenschaftlichen Referentin, Roser Grau von der CERCA Organisation, die einen Workshop zum Thema mündliche Quellen / Oral History gehalten hat. Sie hat mitgeteilt, wie man Interviews mit Zeitzeug*innen durchführen kann und was man dabei beachten muss. Der Workshop war zwar etwas theorethisch und manchmal schwierig zu folgen, da eine große Sprachenvielfalt in der Gruppe existierte. Die Referentin und spontane Dolmetscher*innen haben sich Mühe gegeben und am Ende des Tages haben wir sogar eine Probe für ein Gespräch gemacht. Ziel des Tages war eine Vorbereitung für die kommende Veranstaltungen: wir würden unsere eigene Interviews durchführen und aufnehmen, da wir alle Zeitzeugn*innen unserer Zeit und besonderen Ereignissen sind.
Die drei Delegationen – die deutsche, die ukrainische und die katalanische - hatten während der Gruppenarbeit Zeit sich mit einem selbst gewählten Thema zu beschäftigen. Das Thema sollte für den Kontext des eigenes Landes relevant sein; beispielsweise das Referendum für die Unabhängigkeit Kataloniens am 1. Oktober 2017 oder die Situation mit Rechtextremismus in Deutschland. Nach viel Arbeit kam der Spaß: der ukrainische Abend, wo die ukrainische Gruppe sich viel Mühe gegeben hat, einen wundervollen kulturellen Abend zu gestalten.
Am Mittwoch hatten wir noch einen zweiten Workshop zu mündlichen Quellen, diesmal zu den technischen Aspekten hinter eines Interviews. Unser Referent hat uns gezeigt, wie man ein Gespräch mit der Kamera gestalten kann und was für ein gutes und hilfreiches Ergebnis wichtig ist. Danach hatten wir Zeit für die Aufnahme unsere eingene Videos. Wir haben uns in Gruppen von drei Personen geteilt und ständig die Rollen gewechselt: die Person, die Fragen stellt. Die Person, die Fragen beantwortet. Die Person, die mit der Kamera aufnimmt. Am Nachmittag haben wir Feedback für unsere Projekte von Roser bekommen und der Tag kam zu seinem Ende mit dem deutschen Abend, der auch eine besondere Erfahrung war.
Film mit Besuch des Regisseurs
Für den Donnerstagvormittag war die Vorstellung eines Filmes geplant, der „El retratista“ heißt und der die Geschichte eines Lehrers in einem kleinen Dorf in Spanien erzählt. Der Lehrer war ein progressiver Pädagoge, der sich mit neuen Tendenzen beschäftig hat und aufgrund seinen Ideen von den Falangistas (ein Art des Faschismus in Spanien) zu Beginn des Krieges ermodert wurde. Der Regisseur kam zu unserer Veranstaltung und hat den Film kurz vorgestellt, aber leider gab es keine Zeit für das Gespräch, das folgte. Dennoch haben die Teilnehmende eine interessante Diskussion zu Themen wie Demokratie, Bürgerbeteiligung, Unterschiede zwischen osteuropäischen Demokratien und die Wahrnehmung von Demokratie in Ländern wie Deutschland usw.
Am Nachmittag hatte La Vibria Internacional einen Workshop zu katalanischen Traditionen und auch freie Zeit für die Teilnehmende geplant, aber von der Gruppe kam drn Wunsch, nach Barcelona zu fahren, da die Stadt wirklich in der Nähe von Terrassa liegt. Mithilfe des Orga-Teams haben sie einen Ausflug organisiert und einen Nachmittag lang die freie Zeit in der Stadt genossen.
Am Freitag hatten wir genüge Zeit für eine Auswertung, die uns die Möglichkeit gegeben hat, Feedback zu der gemeinsamen Woche zu geben und das Erfahrene und Erlebte auszutauschen. Auch war Zeit für die Projektschmiede, innerhalb derer die Teilnehmenden in kleinen Gruppen Ideen für künftige Projekte entwickelt haben. Dabei entstanden auch Ideen für Folgeprojekte, an denen nun in den nächsten Woche weiter gebastelt wird. Ebenso werden wir noch unseren Blog online stellen, der Eindrücke unserer gemeinsamen Zeit versammelt!
Dank geht an das Programm Erasmus+ der Europäischen Union das Programm der interregionalen Zusammenarbeit des Landes Sachsen sowie das Jugendamt der Stadt Dresden, ohne die das Projekt nicht möglich gewesen wäre!