Rückblick auf den dt.-russ. Online-Workshop „Erinnerungskultur“

Rückblick auf den dt.-russ. Online-Workshop „Erinnerungskultur“

Am 06. und 07. November organisierte der PJR Dresden e.V. in Kooperation mit der russischen Partnerorganisation drb (Deutsch-russisches Begegnungszentrum Sankt Petersburg) einen Online-Workshop zum Thema “Erinnerungskultur in Russland und Deutschland”. Der Workshop wurde aus Mitteln des DRJA (Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch) gefördert und stellte eine digitale Auftaktveranstaltung der deutsch-russischen Jugendbegegnung “Ich bin die Zeit - Erinnerungskultur in Russland und Deutschland” dar, welche im Jahr 2021 stattfindet.

Die Partnerstädte Dresden und Sankt Petersburg sind zwei Städte mit bewegter Geschichte, die eine Vielzahl sogenannter “Erinnerungsorte” zählen. Erinnerungsorte sind Ereignisse, aber auch Objekte, Persönlichkeiten und kulturelle Praktiken, die unsere Gesellschaft bis heute prägen. Das Ziel des Online-Workshops war der Austausch über die Bedeutung dieser Orte in der aktuellen Zeit und für junge Menschen aus Russland und Deutschland sowie eine Diskussion darüber, inwiefern sie politische Entscheidungen, aber auch unsere ganz persönlichen Sichtweisen beeinflussen.

Der Workshop fand an beiden Tagen von 9 bis 14 Uhr deutscher Zeit statt. Es nahmen am Freitag acht und am Samstag sechs Personen aus Deutschland am Workshop teil sowie an beiden Tagen jeweils zehn russische Teilnehmende. Der erste Workshop-Tag diente einer generellen Einführung in die Thematik der Erinnerungskultur und die Klärung von Begriffen wie kollektives vs. individuelles Gedächtnis, Erinnerungsort und Geschichtspolitik. Anschließend erarbeiteten die Teilnehmenden in Kleingruppen eine Auflistung der wichtigsten Erinnerungsorte für ihr Herkunftsland bzw. ihre Wohnorte Dresden / Sankt Petersburg. Im Plenum wurde die Auswahl danach begründet und der jeweiligen anderen Gruppe präsentiert. Nach einer Mittagspause erfolgte eine Diskussion über deutsch-russische Erinnerungsorte. Hierbei hatten die Teilnehmenden die Möglichkeit, ihr Wissen vom Vormittag praktisch anzuwenden und gemeinsame Erinnerungsorte kontrovers zu diskutieren. Genutzt wurden dabei neben der Funktion von Breakout-Rooms Online-Tools wie Padlet und Mentimeter um Gruppenarbeiten, einen inoffiziellen Austausch in Kleingruppen und Feedback zum Workshop sicherzustellen.

 

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Der zweite Workshop-Tag widmete sich weiterführend dem Thema der Leningrader Blockade. Dabei näherten sich zunächst die deutschen Teilnehmenden dem Thema generell, da viele von ihnen nur wenig zum Thema wussten. Für die russischen Teilnehmenden wurde eine Diskussionsrunde mit tiefergehenden Inhalten zur Leningrader Blockade organisiert. Außerdem erfuhr die russische Gruppe im Rahmen eines Expertengesprächs, inwieweit die Leningrader Blockade als Thema im Geschichtsunterricht in Deutschland eine Rolle spielt. Im Anschluss erarbeiteten die Teilnehmenden in binational gemischten Kleingruppen Mini-Präsentationen zu spezifischen Aspekten des Lebens während der Blockade von Leningrad. Themen waren hier beispielsweise wichtige Objekte wie Brot und Metronom, sowie die Beschäftigung mit Kunst und Architektur zur damaligen Zeit.

Trotz der digitalen Umsetzung des Workshops verlief der Austausch untereinander besser als es die räumliche Trennung erwarten ließ. Durch die Nutzung verschiedener Online-Tools und Methoden konnten verschiedene Arbeitsformen, Rede- und Diskussionsanlässe und ebenfalls ein inoffizieller Austausch unter den Teilnehmenden selbst hergestellt werden. Englisch als Kommunikationssprache erschwerte den sprachlichen Austausch untereinander nicht, vielmehr konnte schnell ein barrierefreier Kontakt zwischen beiden nationalen Gruppen erfolgen.

Wir freuen uns auf das nächste Treffen zum Thema, das für März geplant ist. Noch ist unklar, ob wir wieder eine digitale Variante wählen müssen oder uns wieder analog begegnen werden können.

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Eine Premiere!

Eine Premiere!

Im Juli 2020 gab es eine Premiere: Zum ersten Mal veranstaltete der PJR einen digitalen Workshop! In den vergangenen Monaten haben wir einige unserer Präsenzworkshops in digitale Form gebracht, um auch in der aktuellen Situation weiterhin Angebote anbieten zu können. Und so fand am 18. Juli unser Partizipationsworkshop digital auf der Plattform „BigBlueButton“ statt. Gemeinsam mit Stipendiat*innen der START-Stiftung haben wir über Grundlagen demokratischer Beteiligung gesprochen, haben Beispiele betrachtet und über einige Formen von Partizipation mitunter kontrovers diskutiert, beispielsweise über direkte Demokratie oder zivilen Ungehorsam. Auch konnten die Teilnehmer*innen eine eigene Kampagne kreieren, in dem sie überlegt haben, wie sich ein für sie wichtiges Projekt über verschiedene Partizipationsformen umsetzen ließe. Außerdem sprachen wir mit ihnen auch über eigene Erfahrungen von politischer Partizipation.

Somit war unser erster Digitalworkshop ein Erfolg! Die Teilnehmer*innen haben sich sehr aktiv an den Diskussionen beteiligt und somit konnten alle eine ganze Menge mitnehmen. Wir freuen uns auf  weitere digitale Veranstaltungen!

Demokratiebesuch in Dresden: Workshop Beteiligung

Demokratiebesuch in Dresden: Workshop Beteiligung

Eine bunt gemischte Jugendgruppe aus Jerichow in Sachsen-Anhalt war auf Demokratietour in Dresden und hat unser Projekt Poli-Tour für zwei Aktivitäten mit an Bord geholt. Passend zum Thema der Woche führten wir unseren Workshop zum Thema Beteiligung / Partizipation durch und nahmen die Jugendlichen anschließend auf eine Actionbound-Tour durch die Innenstadt.

Zuerst der Workshop…

In unserem Workshop lernten die Jugendlichen zuerst kennen, was eine Demokratie als Staatsform ausmacht. Das sind nämlich nicht nur Wahlen, sondern auch die Garantie weiterer grundlegender Rechte und Freiheiten. Anschließend warfen wir einen Blick auf die verschiedenen Formen der Beteiligung, die es den Bürger*innen in Demokratien ermöglichen Einfluss auf das politische Geschehen zu nehmen. Wir unterschieden hier zwischen konventionellen Formen wie eben Wahlen, Parteimitgliedschaft oder auch Gesprächen mit den lokalen Vertreter*innen in Stadtrat, Land- oder Bundestag, sowie unkonventionellen Formen wie Bürgerinitiativen, Demonstrationen oder auch Blockaden, wie sie sich ja auch immer wieder in Dresden vor allem im Rahmen der Proteste um den 13. Februar zeigen. Interessant war hier, dass für die Jugendlichen viele der von uns als unkonventionell eingeschätzten Formen längst zum normalen, konventionellen Repertoire der Beteiligung gehörten.

Anschließend sollten die Jugendlichen eigene Projekte entwerfen, die das Leben hier besser machen würden, und sich dazu eine Kampagne mit Beteiligungsformen ausdenken. Vom Exportverbot für Waffen - bspw. über Boykott bestimmter Waren - bis zu mehr Recycling und der Vitalisierung des ländlichen Raums - über Initiierung von Volksfesten - waren einige spannende Projekte dabei.

…dann ab in die Stadt

Zwei Tage später wollten wir das im Workshop Erfahrene dann an historischen und auch aktuellen Beispielen in Dresden veranschaulichen, wofür wir eine Actionbound-Tour gebastelt haben. Angefangen weit zurück in der Geschichte bei den DDR-weiten Aufständen von 1953 ging es über die Friedensbewegung „Schwer zu Pflugscharen“ der 1980er-Jahre zu Pegida und dem Gedenken und den Protesten um den 13. Februar. Nach einem Blick auf den Landtag kamen wir schließlich bei den Klimaprotesten von heute an. Die wurden dargestellt an einer ihrer kontroversesten Formen, den öffentlichkeitswirksamen Aktionen von „Extinction Rebellion“, einer aus England stammenden Umweltschutzbewegung, die auch in Deutschland aktiv ist.

Gute Kombination

Auch wenn die Gruppe nach ihrem Ausflug in die Sächsische Schweiz bei unserer Actionbound-Tour etwas erschöpft war, hat uns die Arbeit mit den Jugendlichen großen Spaß gemacht. Die Kombination aus Workshop und Stadttour scheint uns sehr gelungen, weswegen wir das Projekt in Zukunft auch gerne mit anderen Gruppen durchführen wollen!

Youtube Methodenworkshop

Youtube Methodenworkshop

Am 5.11. wollen wir uns mit euch zusammen den Kopf zerbrechen, wie wir in unseren Workshops für Kinder und Jugendliche das Thema Youtube behandeln können. Zeigefinger in die Höhe? Oder die Kids lieber machen lassen?

Kommt vorbei, diskutiert mit, für Snacks und Getränke wird gesorgt!

Partizipationsworkshop bei den Jugendgeschichtstagen

Partizipationsworkshop bei den Jugendgeschichtstagen

Wie schon seit vielen Jahren finden auch dieses Jahr die Jugendgeschichtstage am 21. und 22. November im Sächsischen Landtag statt. Dabei treffen sich junge Spurensucher/innen aus ganz Sachsen, um ihre vielfältigen Geschichtsprojekte aus ihren Regionen zu präsentieren. Diese sind der Höhepunkt des „Spurensuche“-Jahres, in dem sich Jugendgruppen auf historische Forschungsreise begeben. Die Jugendgeschichtstage werden von der Sächsischen Jugendstiftung in Kooperation mit dem Sächsischen Landtag ausgerichtet und als 2-tägige Veranstaltung umgesetzt.

Wir sind mit einem Workshop zu politischer Partizipation dabei und werden dabei vor allem den Fokus auf Widerstand in der DDR richten.