Am 01. Februar haben wir den Film “FINITE – THE CLIMATE OF CHANGE” in der Filmgalerie Dresden geschaut. Im Anschluss gab es eine moderierte Podiumsdiskussion.
Der Film dokumentiert auf beeindruckende Weise nicht nur die Zerstörung der Umwelt, die der Kohleabbau in Europa mit sich bringt, sondern wirft vor allem einen Blick auf die Allianzen die zwischen Menschen entstehen, die alle unterschiedlicher nicht sein könnten, aber ein gemeinsames Ziel haben: den Schutz der Natur.
Der Film spielt sich an zwei Orten ab. Zum einen in dem kleinen Ort High Stables in England und im Hambacher Forst in Nordrhein-Westfalen.
Auf einem Treffen für Umweltschutz lernten sich Aktivist*innen aus dem Hambacher Forst und High Stables kennen. Die Anwohner*innen des kleinen britischen Ortes wurden von der Firma “Banks Mining” unter Druck gesetzt, ihre Heimat zu verlassen, damit man die Kohle unter den Hügeln des sogenannten Pont Valley abbauen könne. Allerdings wollten sie diese Zerstörung nicht zulassen und wehrten sich. Ein jahrelanger Rechtsstreit entbrannte, bei dem sich die einfachen Bürger*innen von High Stables wie David gegen Goliath einer Armada von professionellen Anwälten des Kohle-Konzerns entgegen sahen. Als die Lage sich immer mehr zuspitzt, suchen sie Hilfe bei den erfahrenen Aktivist*innen aus dem Hambacher Forst und erbauen das “Pont Valley Protection Camp”. Die Besetzung sollte zum einen die Bauarbeiten der Banks Group erschweren und verlangsamen, damit man mehr Zeit für den Rechtsstreit gewinnen konnte. Zum anderen begab man sich in Pont Valley auch auf die Suche nach einer bestimmten Molch-Art, um beweisen zu können, dass die Zerstörung der Landschaft ein schweres Verbrechen gegen den Artenschutz sei.
Dem Hambacher Forst drohte damals ein ähnliches Schicksal. 2018 wurde sogar der nahegelegene Ort Immerath dem Erdboden gleichgemacht und umgesiedelt. Doch schon seit mehreren Jahrzehnten tobte auch hier ein Rechtsstreit, bei dem sich Anwohner*innen für den Erhalt der Landschaft und Ortschaften einsetzen. Der Wald war mit Unterbrechungen insgesamt über 10 Jahre besetzt. Es entstand eine Gemeinschaft, ja sogar ein neues Zuhause für viele Menschen. Man baute zahlreiche Baumhäuser, Sanitäranlagen, Kochstellen und natürlich auch Barrikaden, um den Wald vor Räumungen zu schützen. Besonders spannend war der Einblick in die Tunnelsysteme unter dem Wald. Sie wurden von den Aktivits*innen angelegt und von einer Hand voll Personen besetzt, um es der Polizei nahezu unmöglich zu machen, den Wald zu räumen. Außerdem zeigte der Film mehrere Sitzblockaden, Aktivist*innen die sich mit Klettergurten in die Bäume hängten und andere, die sich mit sogenannten Lock-Ons in Baumhäusern fest ketteten.
All diese Strategien und Fertigkeiten, gaben die Aktivist*innen aus dem Hambacher Forst an die Menschen in Pont Valley weiter. Der Film zeigt besonders schön, wie durch ein gemeinsames Ziel – der Schutz der Umwelt – ein Netzwerk der Solidarität zwischen Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt entstehen kann und auch wie wichtig dieses ist. Denn wir durften durch “FINITE – THE CLIMATE OF CHANGE” nicht nur einen Blick in die Besetzungen werfen, sondern wurden auch mit dem rabiaten Vorgehen von Polizei und Security konfrontiert. Und ich denke, wenn uns die Bilder der Gewalt durch die Polizei schon so sehr bewegen und mehrere Tage gedanklich begleiten, dann kann man sich vorstellen, dass die Menschen, die das hautnah erleben mussten, noch viel länger damit zu kämpfen haben werden.
Alles in allem waren wir uns aber einig, dass der Film zwar auf eine dramatische Art und Weise darstellt, wie wichtig der Kampf für den Schutz der Natur ist und welche Ohnmachtsgefühle der Kampf gegen große Konzerne wie RWE und Banks Mining hervorruft. Aber vor allem gibt er uns auch Hoffnung. Denn beide Orte, High Stables und der Hambacher Forst, konnten am Ende, durch die unermüdliche Arbeit der Aktivist*innen gerettet werden.
Im Anschluss an den Film haben wir eine kurze Pause gemacht, um das Gesehene bei Snacks und Getränken erst mal sacken zu lassen. Dann ging es aber auch schon weiter mit einer regen Diskussionsrunde.
Zuerst stellten sich die Diskutant*innen vor: Christian Bläul von der Letzten Generation und Extinction Rebellion, Louise Hummel-Schröter vom BUND Dresden und Johannes Lichdi, Anwalt und Stadtrat in der Dissidenten Fraktion. Die Moderation führte David Luys. Der Soziologie-Student war früher bei Ende Gelände tätig und hat sich im Rahmen seiner Bachelorarbeit intensiv mit der Letzten Generation auseinandergesetzt.
Nach einer Einstiegsrunde, bei der die Referent*innen Fragen beantworteten, die wir uns im Voraus überlegt hatten, wurde der Raum für Fragen aus dem etwa 30-köpfigen Publikum geöffnet. Nach dem üblichen anfänglichen Zögern, wer nun die erste Frage stellen solle, kam es zu einem angeregten Austausch. Wir sprachen über darüber, wann ziviler Ungehorsam legitim, ja vielleicht sogar nötig sei und wie weit er gehen darf. Auch das Thema Polizeigewalt regte die Gemüter an. Allerdings verlief der Meinungsaustausch immer in geordneten Bahnen, was vermutlich auch den ähnlichen Standpunkten der Diskutant*innen zu verdanken ist. Schließlich ging es nicht darum, ob man überhaupt etwas für den Umweltschutz tun sollte, sondern eher auf welche Art und Weise. So war es weniger eine hitzige kontroverse Diskussion, als vielmehr ein Austausch über Standpunkte und persönliche Betroffenheit.
Nachdem wir auch darüber sprachen, wie man sich als Umweltschützer*in am besten auf das Superwahljahr 2024 vorbereiten kann, blieb mir eine Frage aus dem Publikum besonders im Gedächtnis: Wie gehe ich mit dem Gefühl von Ohnmacht am besten um?
Das Gefühl, mit den eigenen Taten nichts ausrichten zu können, während man aus den Nachrichten von einer Katastrophe nach der anderen erfährt und beispielsweise der Kohleausstieg Deutschlands noch in weiter Ferne liegt (2038), kann sehr lähmend sein.
Die Diskutant*innen waren sich einig: Von Tag zu Tag denken und Aufgaben nach und nach erledigen. Aber auch mal eine Pause zu machen, sei wichtig. Sich um sich selbst zu kümmern und sich auf Freunde und Familie zu konzentrieren. Dazu gehört auch, immer mal wieder Abstand von den sozialen Medien zu nehmen oder sich auf besonders vertrauenswürdige Kanäle zur Informationsbeschaffung zu beschränken.
Schließlich ging es auch darum ob die Umweltaktivist*innen überhaupt noch Hoffnung haben oder ob das Gefühl der Ohnmacht überwiegt. Kurzum: Es besteht noch Hoffnung. Jede*r von uns kann einen Teil gegen den Klimawandel leisten und gleichzeitig dürfen wir nicht aufhören, unsere Forderungen an Regierung und Konzerne zu richten. Ich möchte allerdings noch das Zitat eines Aktivisten aus dem Film ins Gedächtnis rufen: “Ich tue es weiterhin, nicht weil ich Hoffnung habe, sondern weil ich das Gefühl habe, dass es das Richtige ist.”
Hallo liebe Leserinnen und Leser, hier ist Benjamin. Frohes neues Jahr allerseits
Nun bin ich schon über drei Monate beim PJR und ich habe so einiges zu berichten. Mein Start in die Arbeit ging schon in den ersten Tagen richtig los, da ich die internationale Jugendbegegnung eine Woche lang mit einer Videokamera begleitete. Bei dieser lernte ich ukrainische, deutsche und slowakische Jugendliche kennen. Damit verbunden war auch eine spannende Fahrt nach Berlin und in den Bundestag. Das war sehr aufregend.
Nach der Jugendbegegnung hatte ich einige Schulbesuche zum Thema Extremismus, zu geschichtlichen Themen wie der NS-Zeit oder auch Social Media. Ich begleite außerdem einige Actionbound Touren zu verschiedenen Themen wie zum Beispiel der Kommunalpolitik von Dresden. Eine Art von Projekt, welches besonders aufwändig wie auch spannend ist, ist das Planspiel. Ich habe bereits einmal ein Planspiel in Dippoldiswalde durchgeführt, das Nächste ist am ersten März im Dresdner Stadtrat. Das wird spannend. Ich freue mich auch darauf weitere Projekte kennenzulernen und durchzuführen. Wenn ich nicht gerade an Projekten arbeite, arbeite ich im Büro an den neusten Posts für Instagram und überlege mir Designs. Beim Grafischen werde ich vor allem von unserer Praktikantin Pauline unterstützt. Vor allem im Bereich der Mediengestaltung habe ich bisher viel gelernt. Ebenso finde ich es spannend mich mit unserem ESKler Pablo über politische Themen auszutauschen, meist kann er eine Sichtweise in die Diskussion einbringen, die ich vorher so noch nicht gesehen hatte.
Natürlich hatte ich als FSJler auch meine erste Bildungswoche, bei der ich mit allen anderen FSJler*innen aus Sachsen im Bereich Politik eine Fahrt nach Pirna durchführte. Dort habe ich schnell neue Freunde gefunden. Einige Wochen später sind wir FSJler*innen auch noch in den Landtag gegangen und haben sogar das ein oder andere Wort mit Abgeordneten wechseln können. Das war besonders spannend und definitiv einer meiner Highlights aus dem ersten Drittel meines FSJs. Falls ihr auch wie ich ein FSJ im Bereich Politik machen wollt, dann bewerbt euch bei der sächsischen Jugendstiftung und mit etwas Glück könnt ihr eure FSJ auch beim PJR abschließen.
This year’s German-Slovak-Ukrainian youth exchange took place in September and the main theme was “Who, if not us? – political youth participation”. First, the young people from all three countries met in Dresden from September 9-16. Here, the young people approached the topic through project management workshops, where they learned how to create their own projects, and through various excursions.
One of these excursions was a day in Berlin. We visited the Bundestag and had a meeting with Natalie Pawlik, Member of Parliament and Commissioner for Ethnic German Resettlers and National Minorities.
We also visited the children’s and youth office in Dresden’s Neustadt district and had talks with representatives of political party youth organizations. But the intercultural exchange between the young people was not neglected either, including an international evening and a Ukrainian dinner with traditional home-cooked borscht.
During the second part of the International Youth Meeting from September 23 – 30, the Carpathian German Association in Bratislava (Slovakia) welcomed us. Here, we also learned a lot about the topic and about Slovakian culture and hospitality. We visited the German Embassy in Bratislava, listened to a live radio broadcast at the Goethe-Institut and explored the Carpathian German Museum. Bratislava also impressed us with its rich history, beautiful old town and culinary specialties. On the last day of the meeting, we visited nearby Vienna and immersed ourselves in the shared Austrian-Slovakian-Ukrainian history.
This exchange was co-funded by Erasmus+ – Youth in Action.
Mein Name ist Pauline, ich bin 22 Jahre alt und studiere im 5. Semester Sozialpädagogik, Sozialarbeit und Wohlfahrtswissenschaften an der TU Dresden. Bevor ich vor 2 Jahren nach Dresden gezogen bin, war ich in meiner Heimat in verschiedenen Gruppen und Organisationen ehrenamtlich aktiv. Ich habe damals zum Beispiel in Schulen Workshops zu Kommunalpolitik oder Demokratie veranstaltet, mit geflüchteten Menschen gearbeitet und war Mitglied im Jugendparlament der Stadt Siegen. Dabei habe ich auch mein Interesse für die soziale Arbeit und politische Bildung entdeckt.
Als ich 2021 dann mein Studium in Dresden begonnen habe, habe ich nach verschiedenen Möglichkeiten gesucht, meine Interessen auch hier ausleben zu können. Heute bin ich neben meinen Vorlesungen und Seminaren an der Uni auch beim STURA der TU Dresden aktiv. Ich bin dort Referentin für das Referat Politische Bildung. Gemeinsam organisieren wir Seminare und Vorträge zu verschiedenen aktuellen Themen.
Die Arbeit beim Referat macht mir sehr viel Spaß. Deshalb habe ich auf der Suche nach einem geeigneten Praktikumsplatz nach einer Stelle gesucht, bei der ich ähnliche Aufgaben übernehmen kann. Da bin ich dann auf den PJR gestoßen. Ich freue mich schon sehr, einen Einblick in die verschiedenen AGs zu bekommen, für und mit den Jugendlichen Workshops zu erarbeiten und zu erfahren, welche Themen ihnen wichtig sind.
Neben meinem Studium arbeite ich außerdem in der Alltagshilfe. Das heißt, ich unterstütze Menschen mit Pflegegrad in ihrem Alltag: gehe mit ihnen einkaufen, helfe im Haushalt und bei der Gartenarbeit oder unterstütze sie im Umgang mit dem Computer. Ab und zu trinken wir auch einfach Kaffee und essen Kuchen. Das finde ich immer besonders schön, weil ich dann gerade von den älteren Menschen viele Geschichten von früher erzählt bekomme und vieles von ihnen lernen kann.
Meine Freizeit verbringe ich am liebsten mit meinen Freunden in der Neustadt oder an der Elbe. Wenn, wie jetzt im Oktober, das Wetter kühler wird, bin ich gerne kreativ, bastel und male oder schaue mir Ausstellungen an. Ich koche und backe auch sehr gern, wovon dann vor allem meine Mitbewohner und sicher bald auch alle im Büro des PJR profitieren werden
Hallo zusammen! Ich bin der neue ESK Freiwillige für dieses Jahr beim PJR. Ich freue mich unendlich, hier für ein ganzes Jahrzu arbeiten! Ich bin 24 Jahre alt und komme aus Spanien. Ich habe Übersetzung studiert und lerne Deutsch, seit ich 18 war. Ich habe schon beim ESK gearbeitet, aber das hier ist mein erstes großes Projekt. In einem kleinen Dorf in Sizilien habe ich auch schon an einem kleinen ESK-Projekt mitgearbeitet und in Leipzig gemeinsam mit Jugendlichen mit Behinderung ein sehr schönes Mosaik als Sommerprojekt gemacht!
Ich liebe Indie Musik, Sprachwissenschaften, Videospiele, Jonglieren und Lesen, aber meine aller liebste Sache ist es, mit anderen Menschen zu sprechen!
Deshalb dachte ich, dass eine freiwillige Arbeit perfekt passen würde. Und das stimmt! Ich habe bereits Vorträge der Bildungsreferent*Innen gesehen und ich kann es nicht erwarten, meine eigenen Workshops vorzustellen.
Meine Entspannungplatz in Alfeld - da habe ich neue Menschen befreundet, gelesen oder einfach entspannt in der Stille.
Während einer Slowakisch-Ukrainisch-Deutschen Jugendbegegnung waren wir in Berlin. Die Menschen waren echt super und ich war das erste Mal im Bundestag! Die Art von Arbeit, die ich hier mache, ist vielfältig, und ich habe immer was zu tun. Auch wenn es in Spanien anders ist, komme ich sehr gut mit dem Tempo der Arbeit klar. Ich habe übersetzt, Reisen vorbereitet, Vorstellungen und Seminaren besucht, war Teil ein paar Arbeitsgemeinschafts… und habe mit vielen, vielen Menschen gesprochen!
Zurzeit komme ich direkt von einem ESK-Seminar, das in Alfeld (Leine) stattfand. Es war eine unglaublich schöne Erfahrung, ich habe Menschen aus vielen verschiedenen Ländern getroffen und mich mit ihnen angefreundet… Die Trainer waren echt verständnisvoll und haben für uns Aktivitäten mit sehr interessanten Inhalten vorbereitet. Wir haben uns erst gut kennengelernt und einen „Safe-Space“ zusammen erschaffen. Dann haben wir sehr ruhig über unsere Selbstvorstellungen und Beziehung mit anderen zusammen aber auch allein reflektiert. Sie haben uns auch ein sehr interessantes Modell des Lernens gezeigt. Man konnte merken, dass die Trainer viel Erfahrung haben.
Eine der Sachen die ich am meistens gemocht habe war, dass wir einen ganzen Morgen mit einer Freiberuflerin gesprochen haben. Sie wirkte wie eine echt beeindruckende Person. Sie hat uns charismatisch über unsere Rechte als Freiwillige Arbeiter*Innen aufgeklärt, und man konnte auch sehen, mit wie viel Leidenschaft sie ihre Arbeit macht und auch Interesse für uns zeigt. Es ist diese Art von Gespräch, das man im Leben führt und einfach nie vergisst. Die anderen Aktivitäten, die wir gemacht haben, waren auch super. Die Trainer haben uns auch von ihren eigenen Interessen erzählt – wir haben über die Geschichte von Alfeld gesprochen, über Mass Media und über Consent einen Workshop gemacht. Ein anderer Spanier und ich haben unserem neuen Freund ein bisschen Spanisch beigebracht und ich habe auch ein paar Sätzen auf Ungarisch gelernt… Wir haben alle eine Reise nach Hannover in unserer Freizeit vorbereitet. Ich habe selbst die Tickets gekauft, andere haben Veranstaltungen in der Stadt gesucht…
Wir haben alle eine sehr gute Zeit verbracht, bleiben noch in Kontakt und freuen uns aufs nächste Seminar. Ich bin hier erst einen Monat, aber ich kann nicht aufhören, meinen Freunden in Spanien ESK zu empfehlen!