Matthias Stresow führt uns durch das Rathaus. Hier im Festsaal.
Die Kids sprechen mit den drei Stadträt*innen im Plenarsaal.
Am Dienstag fand wieder eine Rathausrallye statt, diesmal mit Schüler*innen einer 10. Klasse des Marie-Curie-Gymnasiums. Zu Beginn hat uns Matthias Stresow wie immer interessante Sachen rund um das Rathaus als Gebäude erzählt. Am Ende gab es als Höhepunkt ein Gespräch mit drei Stadträt*innen: Tina Siebeneicher (B90/Die Grünen), Norbert Engemaier (Die Linke) und Jan Kaboth (Bürgerfraktion). Nachdem sich die drei kurz vorgestellt haben, hatten die Jugendlichen die Möglichkeit ihre Fragen loszuwerden. Sie haben sich vor allem dafür interessiert, wie die Stadratsarbeit so abläuft und was dort entschieden wird. Zum Schluss gab es noch die Möglichkeit, mit den Stadträt*innen persönlich in Kontakt zu kommen, was auch von drei der Kids genutzt wurde, die einen kleinen Traum einer offiziellen Downhill-Strecke haben und durch das Gespräch konnten Ansprechpersonen vermittelt werden. Wir wünschen dem Projekt Downhill-Strecke viel Erfolg!
Ein Jahr im Ausland zu verbringen nach meinem Abitur war schon immer mein Plan. Die große weite Welt erkunden, frei sein, die Möglichkeiten nutzen, die man heutzutage hat. Andere Länder kennen zu lernen, eine neue Sprache erlernen und Freunde aus aller Welt zu finden gehört zu den Dingen, die für ältere Generationen leider größtenteils nicht möglich waren. Doch durch die vielen Möglichkeiten heutzutage war es nicht leicht zu entscheiden, welchen Weg ins Ausland ich nehmen sollte. Entweder auf eigene Faust Work&Travel machen in Australien oder Neuseeland, erstmal arbeiten gehen und dann die Welt bereisen oder eines der vielen Freiwilligenprogramme im Ausland wählen? Durch einen Bekannten stieß ich auf das Programm Erasmus+ der Europäischen Union. Europa hat mich schon immer begeistert. Ein Friedensprojekt seit über 70 Jahren auf einem Kontinent voller historischen Kulturen und vielen Sprachen. Ein Kontinent, der seit Jahrzehnten immer enger zusammenwächst, sodass Europa ein starkes Bündnis in Wirtschaft, Kultur, Bildung usw. geworden ist.
Der Europäische Freiwilligendienst (EFD) ist ein Teil des Programms Erasmus+ und bietet jungen Erwachsenen meiner Meinung nach das beste Freiwilligenprogramm, um ein anderes Land in Europa zu erkunden und gleichzeitg „Entwicklungshilfe“ zu leisten. Mein Wunsch war unser Nachbarland Frankreich, welches mich durch Sprache, Kultur und Landschaft begeistert. Mit dem PJR als Entsendeorganisation habe ich mich auf die Suche nach passenden Projekten in Frankreich gemacht. Es vergingen mehrere Monate und meine vielen Bewerbungen blieben meist ohne Antwort, bis es eines Tages doch mit einer Zusage klappte – und zwar für ein Projekt im Banlieue von Paris.
Seit 5 Monaten lebe ich nun in Rosny-sous-Bois, einem Vorort 20 Minuten vor Paris und mein Leben hier kann ich grob in zwei Teile gliedern. Zum einen ist es meine Arbeit in einem Jugendzentrum, welche mich so gut wie jeden Tag begleitet und mich so in einer neuen Kultur leben lässt. Auch die Freizeit gehört zu diesem Teil dazu, wenn ich am Wochenende Paris mit all seinem Flair erkunde.
Der andere Teil ist der internationale Teil eines Freiwilligendienstes. Ich lebe in einem Haus mit 4 anderen Freiwilligen aus Spanien und Polen, wodurch man jeden Tag Gemeinsamkeiten und Unterschiede entdeckt. Auch ein Teil meiner Arbeit beschäftigt sich mit der europäischen Mobilität und dem Austausch mit anderen Freiwilligen, da meine Organisation koordinierende Organisation im EFD ist und andere Jugendliche zu diesem Thema beratet. Desweiteren treffe ich mich regelmäßig mit den europäischen Freiwilligen, die hier in der Region ihren Dienst leisten, wir tauschen uns aus oder unternehmen etwas zusammen. Gemeinsam sind wir dafür verantwortlich, den europäischen Gedanken als auch Informationen über die Möglichkeiten eines Freiwilligendienstes in Europa zu fördern und an die Bevölkerung zu bringen. Dafür haben wir zum Beispiel die Möglichkeit, 1-2 Wochen durch Frankreich zu reisen und verschiedene Events zu diesen Themen zu veranstalten. Durch Seminare oder andere Freiwillige baut man somit ein Netzwerk aus Freiwilligen auf, die zurzeit in Frankreich sind. Man besucht sich gegenseitig in anderen Städten und hat damit einen großen Vorteil.
Ich lerne so viel neues dazu und reife enorm durch die vielen Erfahrungen, womit man vorher kaum rechnen kann. Es ist schwierig, Außenstehenden zu erklären, was ein internationaler Freiwilligendienst bedeutet und was er alles mit sich bringt, denn man muss es einfach selber erleben. Intensiver Kulturaustausch, Sprachenvielfalt, Einblick in ein neues Land und in ein neues Arbeitsfeld erweitern den Horizont und ich bin sehr dankbar, dass ich diese Möglichkeit habe. Ich merke zudem, dass es eher die Gemeinsamkeiten sind, die überwiegen, wenn man lokale Pariser trifft oder sich mit den Freiwilligen aus Griechenland, Spanien, Portugal usw. austauscht. Trotzdessen sind es auch die vielen kleinen Unterschiede, die solch einen Austausch so interessant und spannend machen.
Ich möchte jedoch auch anfügen, dass es nicht immer leicht ist und ich auch mit einigen Problemen konfrontiert werde. Die sehr hohe Kriminalität hier im Banlieue von Paris bekam auch ich zu spüren, nachdem mir im November mein Portemonnaie geklaut wurde und ich diesen Monat am Bahnhof von drei Männern eher unfreundlich empfangen wurde, die mir mein Handy entnahmen. Ganz zu schweigen von den bürokratischen Pflichten, die ich bis jetzt schon durchleben musste, und mich teilweise sehr wütend machten. Desweiteren ist auch das Leben in einer Wohngemeinschaft nicht immer harmonisch, da jeder unter uns manchmal andere Vorstellungen und Angewohnheiten hat. Auch auf Arbeit läuft nicht immer alles rund, und mich stören gewisse Dinge, die ich gerne ändern würde. Jedoch ergänzt sich größtenteils der deutsche und französische Arbeitstil und es ist gut, ein bisschen was von beidem zu haben.
Letztendlich denke ich, dass ich durch die Probleme oder Fehler viel lerne und das es auch alles neue Erfahrungen sind, durch die ich reifen kann. Es ist bei mir auf jedenfall nicht langweilig und ich führe alles andere als ein eintöniges Leben und das war genau das, was ich wollte. Ich empfehle jedem jungen Menschen eine solche Chance zu nutzen, sei es ein europäischer Freiwilligendienst oder etwas ähnliches. Lasst euch lieber ein bisschen mehr Zeit mit eurer Berufs- oder Studienwahl und geht auf Erkundungstour. Ihr werdet euch besser kennenlernen und findet heraus, was für euch wirklich wichtig ist. Der Weg ist das Ziel, traut euch, seid mobil! Macht das, was ihr wollt und ihr werdet es nicht bereuen. Ich freue mich auf meine weitere Zeit hier und ich hoffe, dass meine Erkundungstour genau so aufregend weitergeht. Au revoir et à bientôt!
Der Europäische Freiwilligendienst wird durch Mittel von Erasmus+ finanziert.
Endlich ist unser erster Podcast da! Wir – das sind Martín und Carl, die beiden Freiwilligen im PJR Dresden e.V. In diesem Podcast habt ihr die Möglichkeit uns kennenzulernen. Wir erzählen ein bisschen von uns, und: Wir haben ein kleines Spiel dabei. Hört einfach mal rein und lasst euch überraschen!
Ende Dezember und Anfang Januar haben wir wieder unseren Workshop zum Thema "Social Media - Leben im Web" durchgeführt. Schon seit einigen Jahren bieten wir dieses Projekt für Teilnehmer des Jugendweihe Programms an.
Große Brisanz hatte für die Jugendlichen das Thema Datenschutz, das wegen der Veröffentlichung persönlicher Daten vieler prominenter Menschen auch gerade große mediale Öffentlichkeit erfährt. Doch auch bei Cybermobbing gab es regen Meinungsaustausch, vor allem weil einige auch schon persönliche Erfahrungen mit dieser Form des Psychoterrors per Mausklick gesammelt hatten.
Wie in der Vergangenheit war der Workshop für alle Beteiligten sehr interessant und sorgte für spannende Diskussionen. Es ist ein Thema das für alle relevant ist, aber nur selten in aller Ruhe reflektiert wird.
Am 18. November 2018 fand unser Filmabend zum Thema Rechtsextremismus statt. Wir haben mit den Teilnehmenden kurze Filmausschnitte geschaut, um dann miteinander ins Gespräch zu kommen.
Der Film „Wir sind jung. Wir sind stark.“ ist ein Film über die pogromartigen Ereignisse in Rostock-Lichtenhagen im August 1992. Es sammelten sich vor der Unterkunft von sogenannten „Gastarbeiter*innen“ hunderte rechtsextreme Randalierende, die von bis zu 3.
000 applaudierenden Zuschauer*innen unterstützt wurden. Das Ereignis gilt teilweise als Symbol für die rechtsextreme Gewalt auf dem Gebiet der ehemaligen DDR in der Nachwendezeit, wobei zu erwähnen ist, dass es nicht nur in Rostock solche Ausschreitungen gab, sondern auch in vielen anderen Städten.
Da der Film ungefähr zwei Stunden lang ist, haben wir uns entschieden, nur Ausschnitte zu schauen. Dabei nahmen wir die Themen Jugendgruppe, Opfergruppe und Generationskoflikt zwischen Vater und Sohn gezielt in den Fokus.
1. Die Jugendgruppe
Die Gruppe der Jugendlichen, um die es in dem Film hauptsächlich geht, ist von Beginn des Films an sehr stark auf Krawall gebürstet ist. Wir haben überlegt, ob sich die Jugendlichen letztendlich nicht einfach von bestimmten Führungspersönlichkeiten in der Gruppe mit in die Gewalt und das Extreme mitgerissen wurden. Auch stellten wir uns die Frage, ob beziehungsweise wie viel die Jugendlichen selbst an Verantwortung trugen, als sie zu Täter*innen wurden.
Diskussion über einen Filmausschnitt
2. Die Opfergruppe
Zum zweiten Thema: Hier haben wir die Opfergruppe in den Fokus gerückt, die durch den Film dargestellt wurde: die vietnamesischen sogenannten „Gastarbeiter*innen“. Im Film wird der Konflikt, der die Vietnames*innen stark beschäftigt, sehr eindrücklich dargestellt: Entweder sie gehen nach Vietnam zurück und geben den Stand, den sie sich vermutlich über viele Jahre hinweg erarbeitet haben, auf. Oder sie bleiben in Rostock, wo sie sich berechtigterweise nicht sicher fühlen.
3. Die Perspektive eines Politikers und Vaters
Zuletzt kam noch ein sehr interessantes Thema, welchem auch im Film eine recht zentrale Rolle zukommt: der Vater-Sohn-Konflikt zwischen Stefan, der Mitglied der rechtsextremen Jugendclique ist und Martin, der Vater von Stefan und SPD-Lokalpolitiker ist. Gemeinsam überlegten wir, wie sich Martin als Politiker hätte verhalten sollen. Was hätte den Ausbruch an Gewalt verhindern können? Einig waren wir uns, dass die Entscheidungen, die er zu fällen hatte, sehr herausfordernd waren. Auch der Spannungsfeld zwischen Vater und Sohn bietet sehr guten Diskussionsstoff.
Zum Schluss gab es noch ein längeres Stück Film. Hierzu hatten wir uns in der Vorbereitung bewusst entschieden, um zu vermitteln, welche Ausmaße die Gewalt angenommen hatte. Danach haben wir versucht, in der Diskussion noch ein Fazit zu ziehen.
Lucile, Carl und Martín bei der Abschlussdiskussion
Unser Team
Vorbereitet wurde der Filmabend von Lucile, die ehrenamtlich bei uns aktiv ist sowie Martín und Carl, unseren beiden Freiwilligen. Für uns war der Filmabend ein neues Feld, denn wir drei hatten so etwas bisher noch nicht durchgeführt. Es bestand also die Herausforderung der Moderation der Diskussion. Hier können wir ganz sicher noch das eine oder andere beim nächsten Mal besser machen, was, wie ich selbstkritisch anmerken möchte, auch für die Technik gilt. Insgesamt sind wir aber sehr zufrieden. Wir durften interessanten Diskussionsbeiträgen lauschen, die auch oft einen persönlichen Einblick in eigene, persönliche Erfahrungen gaben.
Wir wollen das in ähnlicher Form gerne wiederholen und freuen uns darauf, den nächsten Filmabend vorzubereiten!