Zu Besuch in der EU-Hauptstadt!

Zu Besuch in der EU-Hauptstadt!

Hey!

Die Anreise

Am Sonntag, den 22. April, machten wir uns im angemieteten Reisebus auf nach Brüssel. Nach einer schier endlosen Fahrt kamen wir dann endlich  in der Hauptstadt der Europäischen Union an und mit dem Bezug der Zimmer war der erste Tag beendet.

Montag, 23. April- Stadtrundgang, Besuch des Parlamentariums, Planspiel und Abendessen mit Constanze Krehl

Am nächsten Morgen stand nach dem Frühstück erst einmal eine Stadtrundfahrt an. Mit dem Bus führte uns Malte Woydt durch die engen Gassen und großen Straßen zu historischen Schauplätzen, Bauprojekten und politischen Gebäuden. Es war sehr interessant, jedoch verging die Zeit rasend schnell und wir mussten uns von Malte verabschieden und uns auf den Weg zum Parlamentarium machen. Dort erwartete uns ein Planspiel zum Thema „Wassersolidaritätsrichtlinie“ und „Personenerkennungsrichtlinie“. Medial war das Planspiel sehr gut ausgerüstet und aufbereitet, jedoch kann man als Kritikpunkt die Zeitplanung und die thematische Dichte nennen. Es blieb einfach nicht genug Zeit sich in seiner Fraktion ausreichend abzustimmen und sich speziell eine Überzeugungstaktik auszudenken. Nach kurzen Zusammensitzen in den (dort eingerichteten) „Parteizentralen“, zeigten die Bildschirme eines jeden „Diensthandys“ bevorstehende Gespräche mit Experten und Lobbyisten an. Das ließ eine parteiinterne Absprache demzufolge nur sehr kurz und oberflächlich zu. Aber vielleicht sollten genau dieser Druck und Zeitmangel erzeugt werden?! ☺  Nach dem zwei stündigem Planspiel stand ein individueller Besuch des Parlamentariums auf der Tagesordnung. Hier wurde -ebenfalls medial aufgearbeitet- die Geschichte der Europäischen Union dargestellt, speziell auf die Entstehung und die bisher geleistete und geplante Arbeit eingegangen. Am selbigen Abend lud uns dann Frau Constanze Krehl (Leipziger EU- Abgeordnete) zum Abendessen ein, welches mit einer ruhigen und netten Atmosphäre einen schönen Tagesabschluss bildete.

Dienstag, 24. April- Besuch des Parlaments, Gespräch mit Frau Krehl und Herr Pescher

Mit Frau Krehl sprachen wir dann auch am nächsten Tag im Europäischen Parlament. Nach einem kurzen Einstiegsreferat des Besucherdienstes über das Gebäude und allgemeinen Informationen zum Plenarsaal, empfing uns Frau Krehl in einem Besucherraum. Hier hatten wir die Möglichkeit Fragen zu ihrer Arbeit, ihr Weg in die Politik und die ein oder andere private Frage zu stellen. Auch verging die Zeit wieder zu schnell und wir mussten nach dem Mittagessen in der Kantine des EU-Parlaments zum nächsten Tagespunkt. Wir trafen uns mit Fabian Pescher (Parlamentarischer Assistent von Jo Leinen) und hatten die Möglichkeit uns über den „Brexit“ und Transnationale Listen für zukünftige Europawahlen (u.v.m.) seine Meinung zu erfragen. Im Anschluss hatten wir dann Freizeit, was viele mit einem kleinen Stadtspaziergang zurück zum Hotel verbanden.

Mittwoch, 25. April- Besuch des Sächsischen Verbindungsbüros, DGB, Junge Föderalisten, Gespräch mit Herr Bonse

Für Mittwoch (Tag vor der Abreise) bedeutete es früher aufzustehen als an den anderen Tagen. Der inhaltlich letzte Tag war nochmal gefüllt mit interessanten Gesprächen, Organisationen und Vereinen. Die erste Station war das Sächsische Verbindungsbüro, welches sich -als eines von drei Verbindungsbüros- speziell für Förderungen  für  das Land Sachsen einsetzt. Im gleichen Gebäude empfingen wir dann auch Eric Bonse, welcher als freier Journalist (für die „taz“, „Cicero“, „das Parlament“, usw.) einen Einblick in seine Arbeit gab und Schwierigkeiten und Erfahrungen teilte. Weiterhin besuchten wir das Büro des Deutschen Gewerkschaft Bundes und eine Zweigstelle der „Jungen Europäischen Föderalisten“, welche um das Mitwirken von jungen Menschen auf Europäischer Ebene bedacht sind. Nach einer kurzen abendlichen Auswertung in einem Park, ließen wir die Woche voller Eindrücke und neuen Erfahrungen Revue passieren und stellten uns auf die morgige Heimreise ein.

Mir hat die Fahrt nach Brüssel persönlich sehr gefallen! Man hatte die Möglichkeit sich mit netten, umgänglichen und interessanten Personen zu unterhalten, Institutionen zu besichtigen und die Stadt „Brüssel“ als europäisches Phänomen zu erleben. Für mich sticht die Fahrt nach Brüssel als Highlight aus den anderen Seminarfahrten hervor!

 

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Stolperstein-Tour Dresden Pieschen

Stolperstein-Tour Dresden Pieschen

Unser Praktikant Martin hat eine neue Stolperstein- Tour konzipiert, diesmal im Trachenberger- bzw. Pieschener Stadtgebiet.

Prämiere hatte die Tour mit einer achten Klasse des Pestalozzigymnasiums. Nach einem Einstieg in die Thematik „Nationalsozialismus“-bzgl. Ideologie und verfolgte Gruppen- machten wir uns auf den Weg zum „Goehle-Werk der Zeiss Ikon AG“. Diese Fabrik zählte mit bis zu 6000 Beschäftigten zum größten Rüstungsbetrieb in Dresden. In der Munitionsfabrik mussten auch viele jüdische Zwangsarbeiter*innen arbeiten, weshalb der Besuch des historischen Fabrikgebäudes sehr eindrucksvoll war. Schließlich kamen wir an Stolpersteinen vorbei, erfuhren etwas zu den Biografien und Schicksalen der ermordeten und verfolgten Menschen. Dabei kamen Themen wie zum Beispiel Konzentrationslager, T4 und Judenlager zur Sprache.

Auch fanden wir Mahndepots – nummerierte Metallkapseln im Boden- die es nur in Dresden gibt. In ihnen befinden sich eine Kurzbeschreibung und ein Foto vom historischen Ort, an denen sie nun eingelassen sind. Aufzufinden waren diese vor der Firma „G. Heyde KG“ und dem Judenlager „Hellerberg“.

Letzteres bildete bei uns das Ende der Tablet- Tour und mit einem Besuch der Gedenktafeln auf dem St. Pauli Friedhof fand sich ein guter Abschluss. Diese Tafeln sind von Kindern gestaltet und erinnern an die vielen hundert toten Babys, die im Judenlager Hellerberg durch Verhungern, Verwahrlosung und Gewalt ums Leben kamen.

Es war für alle eine sehr spannende und lehrreiche Tour auf den Spuren der NS-Zeit; durch ein weiteres Dresdner Stadtgebiet.

Lebendige Stadtgeschichte-Tablet Touren im Rahmen der Jugendweihe

Lebendige Stadtgeschichte-Tablet Touren im Rahmen der Jugendweihe

Im Rahmen der Jugendweihe haben wir in letzter Zeit mehrere Actionbound-Touren durch Dresden durchgeführt. Mit den Tablet basierenden Stadtführungen sind wir mit 6-12 Jugendlichen in der Innenstadt den Spuren der Friedlichen Revolution und in Dresden- Plauen dem Schicksal der Juden zur NS-Zeit nachgegangen.  

Die Innenstadttour startete an dem Ort, an dem 1989 die Züge mit den Prager Botschaftsflüchtlingen durch Dresden fuhren: Dresdner Hauptbahnhof. Noch heute erinnert eine kleine Gedenktafel an der Fassade des Bahnhofs an das Ersuchen nach Freiheit und schließlich den Start der Revolution, welche 1990 endlich zur Vereinigung beider deutscher Staaten führte. Auf dem Weg vom Hauptbahnhof über die Kreuzkirche bis schließlich zum Kulturpalast sprachen wir außerdem über die Gruppe der  20, das Ministerium für Staatssicherheit, die Lebensmittelsituation uvm.

Die Stolpersteintour in Dresden Plauen- startete bei uns im Büro. Nach einem kleinen Einführungsreferat über den Nationalsozialismus und verfolgte Gruppen machten wir uns schließlich auf den Weg, um an einigen Stolpersteinen mehr über die jeweilige Biografie und Schicksal jüdischer und behinderter Menschen zu erfahren. In diesem Zusammenhang gingen wir auch auf die Euthanasie, die Judenverfolgung, Konzentrations- und Vernichtungslager und auch auf die Zerstörung Dresdens ein. Den Abschluss bildete schließlich der Innenhof des ehem. „Königlichen Landesgerichts“ am Münchner Platz, in dem viele Widerstandskämpfer der NS Zeit hingerichtet wurden.

Trotz des teilweise regnerischen Wetters mit niedrigen Temperaturen zeigten die Teilnehmer*innen großes Interesse und auch Bewegtheit bei Erzählungen von schicksalshaften Ereignissen und Biografien.

Lesung von Chantal zu Widerstand im NS-Regime am Beispiel von Georg Elser

Lesung von Chantal zu Widerstand im NS-Regime am Beispiel von Georg Elser

In einer bedächtigen Lesung führte Chantal durch das Thema Widerstand zur Zeit des Nationalsozialismus und hinterfragte dabei kritisch, ob man selber aus heutiger Sicht den Mut aufbringen würde, sich gegen ein solches Terrorregime zu stellen. Dabei nannte sie Georg Elser als Beispiel für aufrechten Widerstand gegen die Herrschaft Hitlers und stellte dessen Situation dar.

Für ihre Recherche besuchte sie unter anderem das ehemalige KZ Sachsenhausen und versuchte ein Gefühl für die Opfer des NS-Regimes zu bekommen. Sie beschrieb ihre Gefühle und Einsichten mit starken und erdrückenden Worten, die dem Leser und Zuhörer in ihre Lage versetzten.

Im Laufe ihrer Lesung beschrieb sie dann ihr eigenes Umgehen mit Politik und Phänomenen wie Pegida, welche erneut eine Stimmung der Angst und der Ausgrenzung schüren.  Für die Recherche im Rahmen ihres Forschungsinteresses besuchte sie auch einzelne Politiker*innen verschiedener Parteien (Grüne, SPD, AFD) und versuchte den richtigen Umgang mit Demokratie und Kritik zu ergründen. Ihr Text hielt ihre Gedanken und Erkenntnisse vor, während und nach den Gesprächen mit den Politiker*innen fest.

In der Diskussion, die sich an die Lesung anschloss, wurden Meinungen und Ansätze zusammengetragen, wie man selbst sich mehr und besser in Demokratie und Politik einbringen kann und was man alleine gegen Populismus und Rassismus, die wie ein Schatten der heutigen Zeit wirken, tun kann.

Lebendige Stadtgeschichte-Tablet Touren im Rahmen der Jugendweihe

Живая история города - планшетный тур в рамках Jugendweihe (праздника вступления во взрослую жизнь)

В рамках Jugendweihe (праздника вступления во взрослую жизнь) мы в последнее  время провели несклько Actionbound туров по Дрездену. Вместе с экскурсиями по городу на планшетах и 6-12-летними участниками мы прошли по следам Мирной революции в ГДР в центре города и в районе Плауен проследили судьбы евреев во времена национал-социализма. 

Тур по центру города начался в месте, через которое в 1989 году проехали поезда с берженцами из  посольства Праги - центральном вокзале. Сегодня небольшая мемориальная доска на фасаде здания напоминает о просьбах свободы и последовавшем начале револиции, которая привела к объединению Германии в 1990 году. По пути от вокзала через Кройцкирхе к дворцу культуры мы также говорили о Группе двадцати, Министерстве государственной безопасности ГДР (Штази), продовольственной ситуации и т.д. 

Тур по камням преткновения в районе Плауен начался в нашем офисе. После небольшого введения о национал-социализме и преследуемых группах людей мы собрались в путь, чтобы, стоя возле некоторых камней, рассказать о судьбах евреев и инвалидов, имена которых на них выгравированы. В связи с этим мы также поговорили об эвтаназии, преследовании евреев, концентрационных лагерях и лагерях смерти, о бомбандировке Дрездена. В заключение мы пришли во внутренний двор „Королевского государственного суда“ на Мюнхнер платц, в котором были казнены многие борцы сопротивления времени наионал-социализма. 

Несмотря на временами дождливую погоду и низкие температуры, участники проявили большой интерес к судьбоносным событиям и значимым биографиям.