Der Jugendarbeit in Dresden droht der Kahlschlag!

Der Jugendarbeit in Dresden droht der Kahlschlag!

Die Landeshauptstadt Dresden plant massive Kürzungen für das Haushaltsjahr 2025/26. Die Zuwendungen im Bereich der Kinder- und Jugendarbeit, der mobilen Jugendarbeit und der Schulsozialarbeit sollen um 8,7 Millionen Euro, also insgesamt ein Drittel des gesamten Budgets, gekürzt werden. Betroffen sind davon alle Projekte im Bereich der Offenen Kinder- und Jugendarbeit, auch Schulsozialarbeit, Kinder- und Jugendhäuser sowie Projekte des Streetworks oder Anlaufstellen für Familien sowie alle Angebote, die von Zuwendungen abhängig sind. (1, 2)

Aus Protest gegen diese Maßnahmen hat sich das Bündnis gegen Kürzungen Dresden gegründet. Es wurde eine E-Petition ins Leben gerufen, ebenso gibt es einen Instagram– und TikTok-Kanal, um sich über die Auswirkungen dieser geplanten Einsparungen zu informieren.

Zudem gibt es verschiedene Termine, um im Jugendhilfeausschuss, vor dem Rathaus sowie an anderen Stellen über diesen Kahlschlag zu informieren und dagegen zu demonstrieren. Die Termine findet ihr auf den oben genannten Social Media-Kanälen des Bündnisses.

Seid dabei, unterstützt die Angebote der Jugendhilfe in eurer Stadt!

 

(1) https://www.outlaw-ggmbh.de/artikel/weniger-geld-fuer-kinder-und-jugendarbeit-in-dresden-demo-und-petition-gegen-kuerzungsplaene-2025

(2) https://www.tagesschau.de/inland/regional/sachsen/mdr-dresden-will-15-millionen-euro-bei-schulsozialarbeit-streichen-100.html

An der Elbe entlang…

An der Elbe entlang…

Eine Gruppe von fast 30 jungen Menschen aus Russland und Belarus war Anfang August unter dem Motto “a million dreams” mit dem Rad von Dresden nach Hamburg unterwegs und wir waren eingeladen, deren Aufenthalt in Dresden etwas zu begleiten.

Für einen Nachmittag begaben wir uns auf eine Tour zu Wende und Transformation in Dresden. Eine Zeit voller Träume – erfüllte wie enttäuschte. Beginnend in der Neustadt und dem Wandel der “Mikronation” “Bunte Republik Neustadt” zu einem der größten Feste Dresdens – und damit einhergehend der Wandel eines ganzen Viertel. Die nächste Station war der Jorge-Gomondai-Platz. Jorge Gomondai kam bereits 1981 als Vertragsarbeiter aus Mosambik in die DDR. 1991 wurde er Opfer eines rassistischen Überfalls in Dresden – und bezahlte seinen Traum eines besseren Lebens mit seinem Leben. Zwei Seiten der frühen Transformationszeit in Dresden – Raum für Utopien auf der einen, rassistische Gewalt und ein schwacher Staat auf der anderen Seite. Außerdem beschäftigten wir uns mit der Rolle der Medien in Diktatur und Demokratie, gingen am Neumarkt der Frage nach “Wem gehört der Osten? Und was hat das mit dem Wahlverhalten zu tun?” (Empfehlung: Steffen Mau “Ungleich vereint. Warum der Osten anders bleibt.”) Schließlich diskutierte die Gruppe sehr engagiert die Frage “wie umgehen mit dem kulturellen Erbe der DDR?” vor dem “Weg der roten Fahne” am Kulturpalast. Auch zwischendurch gab es immer wieder rege Debatten und interessierte Fragen.

Ein schönes und wichtiges Projekt- gerade zu dieser Zeit.

Mein Freiwilliges Jahr beim PJR ist vorbei!

Mein Freiwilliges Jahr beim PJR ist vorbei!

Vor drei Wochen ist mein Freiwilligendienst beim Politischen Jugendring Dresden zu Ende gegangen. Mit frischem Kopf möchte ich mit euch zusammen einen Rückblick auf diese 12 schönen Monate beim PJR machen.

Anfang Oktober 2021 bin ich nach Dresden angekommen, welches mein Herz mit seiner Schönheit sofort gestohlen hat. Mein erster Arbeitstag war sehr aufregend, ich wusste nicht was mich alles erwartet. Doch ich wurde im Büro sehr freundlich aufgenommen und habe eine Einführung über meine Rechte, Pflichten und Aufgaben als Freiwillige bekommen. Erstmal tauchte ich allmählich in viele Arbeitsprozesse im Büro (es ist immer viel los!) ein und hospitierte bei der Einführung eines Klassenrats und beim GTA Schülerzeitung in der Unischule. Der erste Monat war manchmal stressig, denn ich musste mich an viel Neues gewöhnen.

November ist mir durch das On-Arrival-Seminar in Weimar im Kopf geblieben, bei dem ich Freiwillige aus 11 Ländern kennengelernte, mein freiwilliges Jahr plante und das schöne herbstliche Weimar genoss. Damals habe ich auch zum ersten Mal bei den Jugendweihe-Workshops „Leben im Web“ mitmoderiert, es war sehr aufregend, aber hat auch viel Spaß gemacht. Ich habe auch erste Posts für unsere Social-Media-Kanäle erstellt, am Anfang war das für mich eine echte Herausforderung. Außerdem fand in diesem Monat mein Ukraine-Abend statt, wo ich allen interessierten PJR-Menschen über die Ukraine mit Fokus Politik berichtete.

Ich muss sagen, die Corona-Einschränkungen waren im Herbst und Winter immer noch da und es war in der Weihnachtszeit besonders spürbar, denn das Freizeitangebot war beschränkt und der Striezelmarkt wurde abgesagt, was mich ziemlich traurig machte.

Im Februar wurde mein Heimatland Ukraine von Russland angegriffen. Es war sehr schwierige Zeit und ich machte mir viel Sorgen um Sicherheit meiner Familie. Als im März ein Teil davon aus der Ukraine geflohen und zu mir nach Dresden angekommen ist, hatte ich viel um die Ohren, denn ich habe meinen Angehörigen geholfen sich in einem fremden Land einzuleben. Nebenbei habe ich als freiwillige Helferin beim Ankunftszentrum für ukrainische Geflüchtete gedolmetscht und sie informationsmäßig unterstützt.

April und Mai waren ziemlich intensiv, mit vielen Workshops, Tablet-Tours, Bildungsfahrten. Im April setzte ich zusammen mit dem PJR-Team ein erfolgreiches Projekt um, und zwar organisierten wir einen Treffpunkt für ukrainische Geflüchtete in unserem Büro und führte das erste Treffen durch.

Anfang Juni habe ich an unserer deutsch-armenischen Jugendbegegnung in Dresden teilgenommen, bei der wir das Thema Gedenken und Erinnerungskultur in Deutschland und Armenien erforschten. Ansonsten war Juni auch voll mit Bildungsangeboten, bei denen ich aktiv mitmachte.

Im Juli nahm ich an einem journalistischen Kurs in München teil, bei dem ich eine theoretische Einführung in Journalismus bekommen habe und mich in verschiedenen Formen des Journalismus ausprobiert habe. Im Anschluss war ich intensiv mit der Vorbereitung vom ersten Teil unserer deutsch-georgisch-ukrainischen Jugendbegegnung über Minderheiten in Dresden beschäftigt. Und in der ersten Augustwoche ging’s los. Es war meine erste Erfahrung der Umsetzung eines Jugendprojekts. Doch dank meinen netten Co-Teamer*innen Alex und Justine hatte ich immer viel Unterstützung.

Anfang September machte ich mich auf den Weg nach Georgien, wo ich den zweiten Teil der deutsch-georgisch-ukrainischen Jugendbegegnung erlebt habe. Wir hatten eine schöne Woche zusammen, haben viel von Tbilisi und Umgebung gesehen sowie Kultur und Geschichte Georgiens näher kennengelernt.  Nach einer kurzen Pause bin ich in Armenien angekommen, um an unserem deutsch-armenischen Projekt teilzunehmen. Es war echt intensive Zeit mit vielen Exkursionen, Ausflügen, Museumsbesuchen in der Hauptstadt Jerewan und in Gyumri, einer Kleinstadt mit langer Geschichte und großem kulturellen Hintergrund.

Nach fast drei Wochen unterwegs kam ich voll mit Eindrücken nach Dresden zurück. Meine Mutter ist für eine Woche nach Deutschland gekommen, um mich zu besuchen und ihre Ausstellung von bestickten ukrainischen Tüchern im Rahmen der Interkulturellen Tage in Dresden zu präsentieren. Ich habe die Ausstellung mitorganisiert und es gab in der Vorbereitungsphase viel zu tun. Knapp 50 Gäste sind zu unserer Veranstaltung gekommen und alles lief glatt.

Letzte Aufgaben, Feedback-Gespräch, Abschiedsabendessen –  so war meine letzte Woche beim PJR und schwups, diese Seite meines Lebens war vorbei.

Einen großen Dank an meine Kolleg*innen, die mich in meinem freiwilligen Jahr begleitet haben und von denen ich so viel gelernt habe. Ich freue mich sehr mich für den ESK-Freiwilligendienst entschieden zu haben und beim Politischen Jugendring Dresden gelandet zu sein!

Liebe Grüße

Julia

Podium zur OB-Wahl

Podium zur OB-Wahl

Am 30. Mai fand unser Wahlpodium statt, das wir in Kooperation mit dem Stadtjugendring und dem Roten Baum veranstaltet haben. Sechs der Kandidaten bzw. ihre Vertretung (Eva Jähnigen war krank) fanden sich auf dem Podium in der Aula des Bertolt-Brecht-Gymnasiums ein und etwa 100 Gäste lauschten gespannt dem Geschehen. Eine Zahl, über die wir uns sehr freuten. Die Diskussion drehte sich um Mobilität, Bildung und die Rolle der AFD, die wir nach einigen internen Diskussionen in Form von Maximilian Krah doch eingeladen hatten.

Wir waren mit der Veranstaltung sehr zufrieden und wollen versuchen künftig auch zwischen den großen Wahlterminen häufiger direkte Gespräche zwischen Politiker*innen und jungen Menschen zu ermöglichen. Auf Instagram haben wir hier https://www.instagram.com/p/CeOXS8vIImX/ und hier https://www.instagram.com/p/CeTP8MgoJUv/ bereits visuelle Rückblicke gepostet.

SID-extremismus im internet

SID-extremismus im internet

Am 8.Februar waren wir in die Makarenko-Lernförderschule eingeladen, um einen Workshop zum Safer Internet Day durchzuführen. Der offizielle Titel des Workshops hieß „Mit allen Mitteln – Extremismus + Radikalisierung“.

Insgesamt gab es zwei Workshops, einen für die 10.Klasse und anschließend einen für die 9. Klasse.

Der Ablaufplan des Workshops bestand aus drei inhaltlichen Teilen.

Zuerst machten wir einen Einstieg zum Thema, indem wir uns mit Fotos dem Begriff annäherten. Dann stellten wir der Klasse einige Fragen über die Einstellungen von Menschen, wobei wir Ergebnisse der Mitte-Studie verwendeten, die sich um das Konzept der Gruppenbezogenen Menschenfeindlichkeit dreht. Die Tatsache, dass etwa ein Viertel der deutschen Bevölkerung Vorbehalte gegenüber Asylsuchenden hat, erzeugte großes Erstaunen.

Im zweiten Teil unseres Workshops befassten wir uns damit, welche Rolle Internet in der Radikalisierung und Vernetzung von Menschen mit extremistischen Meinungen spielt. In dieser Hinsicht wurde Telegram in der letzten Zeit zum Schauplatz für Extremist:innen, weswegen wir uns einige Beispielnachrichten aus extremistischen Telegram-Chatgruppen anschauten und uns darüber unterhielten. Unerwähnt durften auch die sogenannten „Echokammern“ nicht bleiben, denn sie spielen eine entscheidende Rolle bei der Radikalisierung und Verfestigung eigener extremistischer Meinungen.

Nicht nur in Telegram, aber auch auf Instagram sind zahlreiche extremistische Gruppen aktiv, darum schauten wir uns zusammen einige Profile an, die vom PJR-Team zusammengestellt wurden und besprachen deren Inhalte.

Dann zeigten wir den Schüler:innen ein Interview mit einem ehemaligen Extremisten, der über die Strategien von Extremisten im Netz erzählte. Und zum Schluss machten wir uns Gedanken darüber, was man machen sollte, wenn man auf extremistische Inhalte und Posts stoßen würde.

Die beiden Workshops empfanden wir als sehr gelungen, immer wieder kam es zu Diskussionen, auch wenn wir für das nächste Mal noch mehr Abwechslung bei den Methoden schaffen wollen.