„Schipka, waaaaas?“ – Erste Eindrücke aus Bulgarien

„Schipka, waaaaas?“ – Erste Eindrücke aus Bulgarien

Lea ist über den PJR in ihr ESK nach Bulgarien gereist. Hier sind ihre ersten Eindrücke:

Hallo liebe Freunde !

Ich melde mich zum ersten Mal bei euch und um gleich die wichtigste Frage am Anfang zu klären:

Ja, ich bin gut angekommen!

Am Sonntagabend erreichte ich Sofia und es erwies sich als durchaus nützlich vorher etwas Bulgarisch und das Kyrillische Alphabet gerlernt zu haben.

Am nächsten Tag traf ich meinen spanischen Mitfreiwilligen Dani am Bahnhof Sofias und zusammen hofften wir den 13-Uhr-Zug in Richtung unseren neuen temporären zu Hauses nehmen. Wir hofften vergeblich. Der 13-Uhr-Zug war inexistent, deshalb nahmen wir einfach den nächsten und kamen nach 3,5 Zugfahrt quer durch Bulgarien wohlbehalten an. Am Bahnhof nahmen uns unsere Mitfreiwilligen Mikael (aus Tschechien) und Ophélie (aus Frankreich) in Empfang und führten uns nach Schipka.

Schipka, waaaaas?

Der Name wird euch in nächster Zeit noch öfters begegnen, denn das ist der Ort, wo ich die nächsten 3,5 Monate meines Lebens verbringen werde.

Schipka ist ein 1000-Seelen-Ort mit drei Läden, einer Post, zwei Kirchen (eine schöner als die andere) und bestimmt noch einigen Dingen mehr, die ich erst noch entdecken muss. Schipka ist bekannt für die Entscheidungsschlacht unter der türkischen Besetzung Bulgarien und deshalb ist vielen der Ort selbst eher ein Begriff als die Existenz des Dorfes.

Es mag den ein oder anderen wohl interessieren, wie die ersten Tage in Shipka waren:

Gut!

Mein ebenfalls neuer Mitfreiwillige Dani und ich wurden viel herumgeführt und wir konnten einen ersten Eindruck von Shipka und seiner Umgebung gewinnen. Außerdem lernten wir noch andere Freiwillige des EVS (European Volunteer Service)-Programmes kennen. Zusammen machten wir einen Ausflug zu einem bekannten Thraker-Denkmal in der Gegend, dem Megalit, von dem die Aussicht einfach fantastisch war!

Mein Bulgarisch hat sich als unterirdisch herausgestellt, aber ich arbeite hart dran. Schließlich habe ich den Pons-Sprachkurs nicht umsonst gekauft!

Am Samstag bot sich für mich auch gleich die Chance etwas zu üben bei Shipkas Weinfest. Früh am Morgen gab es schon eine Weinprobe und der beste Wein Shipkas wurde gekürt. Natürlich durften meine Mitfreiwilligen da als Juroren herhalten :D.

Am Nachmittag begann dann das eigentliche Fest, welches mit einer Tanzvorstellung auf dem Dorfplatz endete. Ich hatte sehr viel Spaß an dem Tag und lernte viele Leute aus Shipka selbst etwas kennen. Was soll man sagen, Wein verbindet eben ☺🍷

 

Mit diesen Worten

Наздраве!

Prost!

Das Europäische Solidaritätskorps wird kofinanziert durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union.

Dänischer Länderabend

Dänischer Länderabend

Der kleine Bruder im Norden… Wikinger, Fahrräder und Lego??? Dänemark! Kommt vorbei, wenn unser Europäischer Freiwilliger über sein Heimatland erzählt. Der Abend wird dem deutsch-dänische Verhältnis gewidmet, wo wir viel lernen, ein bisschen quizzen und auch diskutieren werden.

Für dänische Weihnachtsplätzchen wird gesorgt!

So, ob du an Politik, merkwürdigen dänischen Traditionen oder Essen interessiert bist… schau vorbei, es gibt was für jede*n.

Der Herbst ist hier – Neues aus dem Leben des Europäischen Freiwilligen

Der Herbst ist hier – Neues aus dem Leben des Europäischen Freiwilligen

Jetzt ist eine Weile vergangen, seit ich nach Dresden gezogen bin, und in der Zwischenzeit ist viel passiert. Als ich vor zwei Monate meinen ersten Blogbeitrag geschrieben habe, war es draußen grün und bunt. Jetzt hat der Herbst seine gelben und braunen Farben über Dresden gebreitet und der verlängerte Sommer, den ich hier in Dresden bekommen habe, ist vorbei – das Wetter wird zunehmend dänisch, und das ist kein Vorteil.

Tablettour zum Thema Nationalsozialismus in Südvorstadt/Plauen, Dresden mit Schülern von Gymnasium Bühlau

Nicht nur draußen ist viel passiert, sondern auch im Büro. Wir haben vor allem ein 7-tägiges Projekt zum Thema Bombardierung Dresdens mit einer Schulklasse aus Bühlau gehabt. Es nahm viel Zeit und Aufmerksamkeit in Anspruch und ist sehr gut gelungen. Leider konnte ich fast nur zur Vorbereitung dabei sein, da ich letzte Woche mein erstes EFD-Seminar hatte, das Einführungsseminar in Weimar. Eine Stadt, wie ich herausfand, mit unglaublich vielfältiger Geschichte und Kultur. Von Goethe über Bauhaus bis zum Nationalsozialismus – alle haben sie ihre Spuren in der idyllischen Stadt hinterlassen.

Zeit für ein Bild auf der Brücke vor dem Stadtschloss während unsere „Entdeckt Weimar“-Stadttour

Die Tage waren vollgepackt mit der Möglichkeit neue Leute kennenzulernen, an Workshops teilzunehmen, kulturellen Austausch zu erleben und noch vielem mehr. Wenn 20 Leute mit so vielen unterschiedlichen Fähigkeiten aus Ländern sowohl innerhalb als außerhalb Europas Grenzen zusammenkommen, ergibt sich eine tolle Chance sich selbst herausfordern zu lassen und Neues zu lernen. Es war eine intensive Woche, wo ich viel Inspiration aus anderen Projekten und von Freiwilligen kriegte, und wo neue Möglichkeiten für Zusammenarbeit entstanden.

Jetzt bin ich wieder zurück in Dresden mit großer Motivation neue Projekte und Aufgaben anzugehen. Draußen verlieren die Bäume mehr und mehr ihr Laubkleid, während der Winter sich nähert.

Der Europäische Solidaritätskorps wird durch Mittel von Erasmus+ finanziert.

Rückblick auf ein Jahr EFD beim PJR – Teil 2

Rückblick auf ein Jahr EFD beim PJR – Teil 2

Das Jahr 2019 begann für mich in Dresden mit einem Blick auf die gesamte Stadt und die Feuerwerke. Im Büro standen Anfang Januar organisatorische Aufgaben für die Jugendbegegnung „Where do I belong“ an, eine trinationale Veranstaltung für Teilnehmende aus Ukraine, Deutschland und Spanien. Ich war von diesem Projekt sehr begeistert, da ich niemals eine riesige Begegnung von Anfang an mitorganisiert hatte, obwohl ich schon als Betreur und Workshop-Teamer in anderen Projekten mitgemacht hatte. Da ich bisher eher DIY- und kleine Veranstaltungen organisiert hatte, war dieses große europäische Projekt schon eine Lernerfahrung. Auch wenn es dabei viel neues für mich gab, habe ich mich niemals wirklich überfordet gefühlt, da wir immer im Team arbeiteten und ich die nötige Unterstützung hatte. Besonders cool war es, sich bestimmte Lernenziele selber zu setzen und sie zu erfüllen. Großes Beispiel: Finanzen sind eine von meinen Schwächen und ich hatte die Möglichkeit, mit Begleitung meines Tutors Finanzpläne zu erarbeiten oder ein Budget zu erstellen. Als Co-Betreurin kam Franca, an deren Auswahl ich beteiligt war, schon im Januar dazu und wir haben gemeinsam den Plan für den erste Teil in März gestaltet.

[cmsms_heading type=“h4″ font_weight=“400″ font_style=“normal“ text_align=“default“ target=“self“ margin_top=“0″ margin_bottom=“20″ animation_delay=“0″]Mid-Term-Meeting & Planungen für die Jugendbegegnung[/cmsms_heading]

In Januar hatte ich auch mein Midterm-Treffen, ein zweites Seminar, das alle EFDler*innen mitmachen müssen. Ich bin aufgrund des Seminares eine Woche nach Hamburg gereist und die Eindrücke der Straßen voller Schnee, den roten Gebäuden, den Punk Shows und dem Hafen sind in meinen Kopf geblieben. Bei dem Seminar hatte ich auch die Möglichkeit, andere Freiwillige wieder zu sehen und Pläne für künftige Besuche zu basteln. Es war auch schön, eine Woche Dresden zu verlassen, ein change of scenery zu genießen.

Die nächste Monate hatten als Hauptpunkt die internationale Begegnung. Wir haben im Februar ein Vorbereitungstreffen mit den Betruer*innen der drei Länder organisiert und gemeinsam weiter an der Planung und Durchführung gearbeitet. Das Thema der Begegnung war Identität auf einer individuellen und kollektiven Ebene. In Dresden sollte es um eine praktische Einführung in das Thema gehen und auch um die Prägung, die Identität im Leben unterdrückter Menschen hatte. Eine große Rolle spielte auch die Auseinandersetzung mit Fragen der Identität in Bezug zu Nation, Zugehörigkeit, Staatsangehörigkeit und Kultur. Politische und gesellschaftige Konflikte, die mit Identität zu tun hatten – das wollten wir auch alles thematisieren! Ihr könnt mehr von der Begegnung „Where do I belong“ hier und hier erfahren.

[cmsms_heading type=“h4″ font_weight=“400″ font_style=“normal“ text_align=“default“ target=“self“ margin_top=“0″ margin_bottom=“20″ animation_delay=“0″]Besuch aus und in Spanien[/cmsms_heading]

Nach dem ersten Teil der Begegnung in Dresden habe ich eine Woche Urlaub genommen und einen schönen Besucht in Dresden begrüßt: meinen Vater! Zusammen haben wir gentrifizierte Kieze in Berlin entdeckt, viele Picknicks an der Elbe mit Fotoshooting unter Kirschbäumen spontan organisiert und viel Kaffee in Prag getrunken, vielleicht weil die Stadt zu schön war und eine Woche für drei Städte nicht so gut reicht, wenn man auch schlafen will. April war ich nicht so oft im Büro, da die Osterwoche kam und ich am Ende des Monats nach Spanien geflogen bin, um Freunde zu besuchen und an der spanischen Parlamentswahl teilzunehmen. Es war eine entscheidende Wahl für Spanien, mit interessanten Ergebnissen für ein Land, in dem Koallitionspolitik nicht so üblich ist. Die Sozialdemokraten PSOE haben eine gute Position bekommen, die konservative Rechtspartei PP hat das schlimmste Ergebnis ihrer Geschichte eingefahren, die nationalpopulistische Partei Vox ist im Parlament vertreten… Auf jeden Fall eine interessante Zeit!

(Bilder von einem Wochenende in Polen: Veganes Frühstück in einer anarchistischen Bücherei und selbstorganisierter Kunst Workshop an der Universität Poznan)

Die Frühlingsmonate waren wärmer und die Tage länger, ein perfekter Moment, um in Dresden neue Wanderrouten in der Sächsischen Schweiz zu laufen und den Sonnenuntergang an der Elbe zu sehen, ein Mate in der Hand. Was für eine schönes Leben! Die Vorbereitung für den zweiten Tag der Begegnung ging los. Gleichzeitig habe ich eine Gedenkfahrt nach Lidice mitorganisiert und als Co-Teamer in Wahlworkshops mitgemacht. Dank dieser Workshops habe ich viel über Politik in Deutschland gelernt und das System besser verstanden. In Mai und Juni habe ich auch Besuche bekommen und alles, von einer CSD-Party bis zum einen Picknick in Breslau, war irgendwie voller Licht und Sommerfarben.

(Blumen und Wanderroute in Katalonien)

(Sonnenuntergang am Spree in Berlin)

Während meines Freiwilligensjahres in Dresden habe ich auch über viele Fragen und Ideen für meine Zukunft nachgedacht. Sollte ich zurück nach Leipzig? Oder lieber doch in Dresden bleiben? Vielleicht ein neues Leben in Berlin starten, oder doch nach Hamburg umzuziehen… Am Ende war die Entscheidung ziemlich einfach: ich bin in Dresden geblieben! Da der PJR e.V. mir sehr am Herzen liegt, werde ich sicherlich ehrenahmtlich aktiv bleiben. Dann ist dieser Text keine Verabschiedung, sondern einfach ein kleines „Bis dann!“. „Decir adiós“, oder meine direkte wörtliche Übersetzung in Deutsch, „Tschüssi sagen“. Bis bald!

Der Europäische Freiwilligendienst wird durch Mittel von Erasmus+ finanziert.

Rückblick auf ein Jahr EFD beim PJR

Rückblick auf ein Jahr EFD beim PJR

Die (Freiwilligendients)zeit vergeht! Zwölf Monate in Dresden sind vorbei, ein Jahr voller neuer Erfahrungen, Menschen und Erlebnisse. Als ich mein Freiwilligenjahr angefangen hatte, hatte ich als Ziel, mindestens einmal pro Monat einen Beitrag für unseren Blog zu schreiben, von meinem Leben in Dresden zu berichten und neue Informationen mitzuteilen. Leider, oder vielleicht glücklicherweise, gab es soviele Projekte und interessante Veranstaltungen, dass Schreiben für den Blog nicht oben auf meiner Prioritätenliste landete. Schade, da ich das Schreiben liebe!

Jetzt sitze ich am Strand in meiner Heimatregion in Spanien, Galicien. Das Geräusch der Wellen, ein fernes Flüstern. Die Sonne und ihr Kampf mit den Wolken an diesem kühlen Sommertag. Die Menschen, die an meinem Café vorbeilaufen und das Lachen. Ich trinke einen Café con hielo, eine übliche Variante des Kaffees für den Sommer, starker Expresso mit Eiswürfeln. Ich denke darüber nach, wie ich vor einem Jahr Dresden kennengelernt habe und was für einen gemischten Eindruck ich von der Stadt hatte: die sehr grüne Lage und die Natur, die hohen Gebäude, die ruhigen Stadtteile mit unerwarteten Sehenwürdigkeiten (hallo Loschwitz!), die bunte Neustadt… Und die Menschen!

Die ersten Monate

Mein erster Monat in Dresden war schon voller beindruckende Veranstaltungen. Ich habe schon in der ersten Woche ein Ausreiseseminar mitgemacht, einen Tagesworkshop für künftige Freiwillige, die ins Ausland gehen. Für mich war es von Anfang schon klar und schön, dass ich meine Idee in das Team einbringen konnte und dass ich Zeit und Raum hatte, eigene Idee zu entwicklen und umzusetzen. Das war auch der Fall bei der internationalen Begegenung am Ende des Monats, die ich mitbetreut habe. Es ging um bürgerschaftliches Engagement und die Woche haben wir in Leipzig verbracht, wo ich schon ein Jahr gelebt hatte. Und ja, ich werde ziemlich regelmäßig gefragt, ob ich Dresden oder Leipzig am liebsten mag, aber man muss keine Entscheidung treffen und darf mehr als eine Liebe haben.

Während dern Herbst- und Wintermonate ging es weiter mit der Organisation und Durchführung von Bildungsveranstaltungen und die ersten Schritte zur Gestaltung einer neuen internationalen Begegnung wurden getan. Für mich bedeutete diese Zeit die Gelegenheit, mich in der Schule bei unterschiedlichen Projekttagen auszuprobieren, wie zum Beispiel bein Klassenrat oder zum Thema Social Media. Es waren Bildungsformate, die schon feststanden und es war sehr interessant für mich, neue Methode kennenzulernen, besonders beim Klassenrat. Lernen durch machen ist etwas, dass mir sehr gefällt, und das ist die Philosophie hinter einem Freiwilligendientsjahr oder EFD / ESK.

Lern- und Lehrdienst EFD

Außerdem habe ich weitere interessante Erlebnissen in diesem Monaten gesammelt. Ein Schulaustausch fand statt mit Schüler*innen aus Israel und Deutschland. Das war ziemlich neu für mich, da ich nicht so oft mit Schüler*innen in einem internationalen Kontext gearbeitet hatte. Es war aber eine perfekte Situation, um Methoden auf Englisch anzuwenden und ein bisschen Hebräisch zu lernen. Verschiedene Weiterbildungsmöglichkeiten habe ich auch mit Hilfe meiner Organisation besucht und ich bin unglaublich dankbar dafür. Es ging um Rassismus und Mehrfachdiskriminierung, Rechtextremismus, Feminismus und Trans*feminismus, Menschenrechtsbildung und konkrete Methoden der MRB, usw. Es waren Veranstaltungen, die meinen Horizont auf jeden Fall erweitert haben und die mir neue Kentnisse und Fähigkeiten beigebracht haben.

Herbst und Winter in Deutschland waren auch eine interessante Zeit für mich persönlich. Ich habe viele interessante Orte in Dresden entdeckt, mit meinem Lieblingssport weitergemacht, bei anderen Organisationen ehrenahmtlich mitgemacht und die nicht so vielen Lichtstunden irgendwie akzeptiert. Ich bin auch ein bisschen gereist. Ich habe eine Freundin in Rom besucht und das war ein schönes Wochenende mit viel Laufen, leckerem Essen und Acroyoga im Park. Breslau, Prag, Posen, Berlin, Leipzig… Das waren auch Zielorte für mich, da ich dort Menschen besucht habe. Ich muss trotzdem sagen, dass die Wochenende, die ich in Dresden geblieben bin, jeweils auch wie kleine Reisen waren: jedes Mal ein neuer Stadtteil, ein neues Cafe, ein neues Kino. Eine Stadt mit neugierigen Augen zu entdecken, was für ein Abenteuer!

Fortsetzung folgt…

Der Europäische Freiwilligendienst wird durch Mittel von Erasmus+ finanziert.