Sechs Wochen Freiwilligenarbeit in Bulgarien

Sechs Wochen Freiwilligenarbeit in Bulgarien

Hallo alle zusammen! Zu Beginn möchte ich mich erstmal vorstellen. Mein Name ist Alicia, ich bin 22 Jahre alt und studiere zurzeit an der Uni Erfurt, komme aber ursprünglich aus Dresden. Im vergangenen Frühling hab ich mich gefragt, was ich Produktives diesen Sommer machen kann, um die drei Monate Semesterferien nicht zu vergeuden. Dabei bin ich auf die Webseite des European Youth Portals gestoßen. So habe ich die Möglichkeit erhalten, im Namen des European Solidarity Corps, nach Sofia, Bulgarien, zu reisen. Sechs Wochen lang habe ich mit fünf weiteren Freiwilligen aus ganz Europa zusammen gewohnt und gearbeitet. Es waren wirklich einige der besten Wochen meines Lebens. Zusammen haben wir versucht, Sofia mit diversen Kunstprojekten etwas zu verschönern und anschaulicher zu gestalten. Auch auf Festivals haben wir unsere Hilfe angeboten und beim Aufbau und Abbau kräftig mit angepackt. Unterstützt wurden wir bei all dem von der bulgarischen NGO VVI Foundation. Am Anfang dachte ich, dass sechs Wochen eine wirklich lange Zeit sind, doch nachdem die ersten drei Wochen mit einem Schlag vorbei waren, wurde mir klar, dass dieses Erlebnis leider schneller vorbei sein würde als gedacht.

Zwei unserer größten Malprojekte waren, Steine im South Park von Sofia umzugestalten und eine Mauer eines Kindergartens zu verschönern. Beides hat uns über mehrere Tage hinweg beschäftigt und gefordert, aber am Ende war es eine größere Bereicherung für uns als für die Stadt selbst. Immer wieder haben Passanten angehalten, um uns zu sagen, wie dankbar sie für unsere Arbeit sind und wie sehr sie unsere Tätigkeit wertschätzen und bewundern. Ab und zu kamen sogar welche dazu, um uns bei unserer Malerei zu unterstützen. Zu sehen, wie sehr sich Menschen über unseren Beitrag freuen, hat mich sehr bewegt und motiviert. Es hat dem Ganzen einen noch viel größeren Sinn gegeben und gezeigt, wie eine kleine Geste doch etwas Großes bewirken kann.

Ähnlich war es auch bei unserer Aushilfe auf verschiedenen Festivals. Während wir Müll aufgesammelt, Holzplanken getragen oder Musikequipment installiert haben, hat das Gefühl, etwas Gutes für die Gemeinschaft zu tun, die Erschöpfung völlig in den Hintergrund geschoben. So kann ich mit gutem Gewissen sagen, dass man trotz all der Mühe und Energie, die man in die Freiwilligenarbeit steckt, am Ende mindestens doppelt so viel zurückbekommt. Das ist es, was den European Solidarity Corps ausmacht. Ich kann diese Erfahrung nur jedem weiterempfehlen, der gerne reist, neue Menschen aus Europa kennenlernen will und dabei auch noch etwas Gutes für sich und das Gastland tun möchte. Neben der Arbeit hatten wir natürlich auch etwas Freizeit, in der wir andere Orte von Bulgarien besuchen oder einfach die Stadt Sofia genießen konnten. Auch die Menschen, die ich hier getroffen habe, werde ich nie vergessen. Jeder hat etwas von seiner eigenen Kultur und Persönlichkeit mitgebracht, was die Zusammenarbeit noch spannender und aufregender gemacht hat. Wir hatten auch die Möglichkeit, uns mit den Locals auszutauschen und voneinander zu lernen.

Am Ende der sechs Wochen hatten wir sogar die Ehre, für knapp 15 Minuten im regionalen bulgarischen Radio über unsere Erfahrungen als Freiwillige zu sprechen. So ein Studio mal selbst von Innen sehen zu können und auch noch selbst im Radio zu sprechen, wenn auch nur für ein bis zwei Minuten, war schon etwas besonderes. Ich kann es nur immer wieder betonen, wie sehr ich diese Erfahrung weiterempfehle. Es wird auf jeden Fall nicht mein letztes Projekt gewesen sein und vielleicht sehe ich mich im kommenden Sommer auch schon in einem neuen Land wieder.

Otello: Fés Comic aus Italien

Otello: Fés Comic aus Italien

Fé war über uns ein Jahr mit dem Europäischen Solidaritätskorps in einem Freiwilligendienst in Italien. Abgesehen von ihrer Arbeit im Ecomuseo Villa Ficana, im Jugendzentrum Spazio Altrove und Second-Hand Laden I Nuovi Amici, gehört auch ein persönliches Projekt zu ihren Aufgaben im Freiwilligenjahr. In diesem Rahmen entstand der Comic Otello. Der Comic handelt von einer Familie, welche, als sie schlafen gehen will, ein seltsames Geräusch hört und einen besonderen Gast bei sich begrüßt.

Fé lebte in Italien in der Ortschaft Ficana, deren Besonderheit die Häuser sind, welche vor 150 Jahren aus roher Erde gebaut wurden. Diese Bautechnik ist zwar überall in Italien zu finden, aber nur in Ficana stehen die Erdhäuser so konzentriert. Auch sie und ihre Mitfreiwilligen wohnten in so einem Haus, bei dem man an den Wänden noch das Stroh sehen kann, dass beim Bau eingemischt wurde.

Viel Spaß beim Lesen -> Hier klicken zum Anschauen!

Ein sportliches ESK

Ein sportliches ESK

Olá,

Ich mache jetzt schon seit fast 9 Monaten meinen ESK Freiwilligendienst in Figueira da Foz in Portugal. Figueira ist eine kleine Küstenstadt etwa mittig in Portugal gelegen und ist durch Fernbusse und Züge sehr gut an quasi alle großen Städte in Portugal angebunden. Ich arbeite hier bei einem Ruder- und Kajakverein. Meine Aufgaben bestehen hauptsächlich darin die Trainer beim Training mit den Kindern im Alter von 7 bis 17 Jahren zu unterstützen und bei Wettkämpfen zu helfen. Zusätzlich dazu gibt es zweimal in der Woche ein Projekt mit Kindern und Jugendlichen mit Behinderungen, die gemeinsam mit uns Freiwilligen und einem Coach ebenfalls Rudern und Kajakfahren lernen und andere sportliche und Gruppenaktivitäten machen. Besonders gut gefällt mir das unser Club sehr international sind, sowohl Coaches als auch Athleten kommen nicht nur aus Portugal sondern auch aus Brasilien, Kuba, Belarus, Ukraine, Russland, der Niederlande, Südafrika oder Argentinien, sodass man ständig im Austausch mit ganz vielen Menschen aus unterschiedlichen Teilen der Welt ist. Das gilt natürlich auch für meine Mitfreiwilligen aus Frankreich und Spanien mit denen ich mich super verstehe. Zudem herrscht allgemein eine sehr offene Atmosphäre, sowohl bei den Eltern als auch bei Trainern und Athleten. Auch habe ich hier die Chance einen Einblick in das Leben von Leistungssportlern zu bekommen und auch Europameister und Olympioniken kennenzulernen.

Für die Arbeit mit Kindern ist natürlich auch die Sprache sehr wichtig, dadurch ist man jedoch auch gezwungen zu sprechen und verbessert sich schnell. Zusätzlich besuche ich auch mit anderen Freiwilligen aus Deutschland, die hier im Kindergarten arbeiten, einen Sprachkurs, in dem ich mein doch recht spezielles Vokabular von Arbeit alltagstauglich erweitern kann (außer auf Arbeit muss ich doch recht selten die Kajaktechnik von jemandem korrigieren:))

Im Winter haben wir auch deutlich gemerkt das es selbst im Süden nicht immer warm ist, besonders da die Häuser quasi nicht isoliert sind und es auch keine Heizungen gibt. Zudem wurde Portugal im Januar und Februar ziemlich hart von Stürmen und Überschwemmungen getroffen, bei uns in der Stadt sind sogar ein Riesenrad und ein Kran umgefallen.

Jetzt ist aber quasi schon Sommer und ich freue mich auf die verbleibenden 3 Monate in Figueira.

Bejiinhos aus Portugal.

Dieses Projekt wird durch das Europäische Solidaritätskorps der Europäischen Union gefördert.

ESK in Dresden

ESK in Dresden

Mein Jahr in Deutschland:

Anfang September begann ich hier in Dresden zu arbeiten und fühlte mich im Büro sofort wohl. Was die Arbeit mit den Jugendlichen in den Klassen betrifft, dauerte es jedoch eine Weile, bis ich mich zu 100 % bereit fühlte.

In diesem Zusammenhang hat mir das Büro einen Deutschkurs organisiert, der von Anfang an sehr hilfreich war, auch weil ich im März im Rahmen des Workshops zum Thema Rassismus eine Recherche über den Kolonialismus präsentieren musste, die wir anschließend in verschiedenen Schulen vorgestellt haben.

Während dieses Jahres nahm ich an zwei Seminaren teil: das erste in Weimar und das zweite in Bremen. Beide waren wunderschöne Erfahrungen, an die ich mich auch in Zukunft erinnern werde, vor allem weil ich viele neue Menschen aus der ganzen Welt kennenlernen konnte und dadurch auch mein Englischniveau auf einem guten Stand halten konnte.

Ich danke meinen Kolleginnen und Kollegen herzlich dafür, dass sie mir die Möglichkeit gegeben haben, hier in Dresden zu arbeiten.

Dieses Projekt wird durch das Europäische Solidaritätskorps der Europäischen Union gefördert.

Selmas ESK in Polen

Selmas ESK in Polen

Mein Freiwilligenjahr in Polen

Hey, mein Name ist Selma. Ich bin 21 Jahre alt und mache Gerade mit dem Europäischen Solidaritätskorps einen 9-monatigen Freiwilligendienst in Opole, Polen. Ich komme aus Berlin und habe im Sommer 2025 die Schule dort abgeschlossen. Danach war für mich klar, ich möchte nicht direkt studieren, sondern ein Jahr Pause von dem ganzen Lernen haben. Dabei bot sich ein Freiwilligendienst gut an. Ich habe die Möglichkeit in ein fremdes Land zu reisen, neue Menschen kennenzulernen sowie Neues zu lernen und gleichzeitig bereichert mein Einsatz die Communities hier in der Umgebung.

Meine Hauptaufgabe hier ist die Schüler verschiedener Schulen näher an die englische Sprache zu führen. Dies machen wir in der Form von interaktiven Workshops, welche von mir auf Englisch geleitet werden. Falls es Kommunikationsprobleme geben sollte, ist meine Koordinatorin vor Ort, welche dann auf Polnisch mit den Schülern spricht. Diese Arbeit ist sehr abwechslungsreich, da zum einen das Alter der Schüler stark variiert (7-20 Jahre), das Englischlevel der Schüler immer unterschiedlich ist und auch ihr Engagement am Unterricht sich stark unterscheidet. 90% der Zeit macht mir diese Arbeit sehr viel Spaß. Es ist sehr interessant sich mit den Schülern über unsere unterschiedlichen Kulturen auszutauschen und ich lerne immer etwas Neues dazu. Das viele Sprechen vor großen Gruppen hat mir auch dabei geholfen freier und unbeschwerter zu sprechen sowie mir die Angst davor genommen auf fremde Menschen zuzugehen. Obwohl diese Workshops meine Hauptaufgabe sind, gibt es bei meinem Freiwilligendienst keinen typischen Tag. Jede Woche ist neu strukturiert und wir helfen bei vielen verschiedenen Aktivitäten mit. Andere Aktivitäten sind z.B. Workshops in unserem lokalen Jugendclub, Büroarbeiten oder Unterstützung bei großen Events der Universität Opole oder unserer NGO, sowie die Unterstützung des Bundes deutscher Minderheiten welcher hier im Opole ein Büro hat.

Mir gefällt es extrem gut, dass meine Arbeit so divers ist und nicht jeder Tag exakt gleich aussieht. Ich brauche diese Abwechslung bezüglich meiner Aufgaben aber auch bezüglich meiner Arbeitsstunden, ein fester 9 to 5 würde mir persönlich weniger gut gefallen. Als ich im November in Polen angekommen bin, wusste ich nicht genau, was mich erwartet. Ich wurde mit vielen Dingen auf einmal konfrontiert. Neue Sprache, neue Menschen und ein komplett anderer Alltag. Jetzt 6 Monate später fühlt sich das meiste schon sehr vertraut an. Ich habe Freunde gefunden, gehe zum Polnischunterricht, habe mich an meinen Job gewöhnt, finde umher in Opole und bin viel innerhalb Polens gereist.

Dieses FSJ hat mich persönlich mehr geprägt als ich erwartet hätte. Ich habe gelernt mit mir alleine umzugehen, meine Unsicherheiten zu bewältigen und offener auf neue Menschen und Situationen zuzugehen. Ich bin gespannt was ich in den letzten 3 Monaten noch erleben werde. Wenn ich allerdings gerade auf die letzten Monate zurückblicke, bin ich vor allem dankbar. Für die Erfahrung, meine neuen Freunde, die Achterbahn der Gefühle, welche ich in meinem ersten Monat erlebt habe und auch die Herausforderungen. Ein ESK ist definitiv nicht immer einfach und es gibt Zeiten, in welchen das Fremde und Neue sehr überfordernd wirken kann, aber genau das macht es auch so wertvoll.

Dieses Projekt wird durch das Europäische Solidaritätskorps der Europäischen Union gefördert.