Mein On-Arrival-Training im ESK

Mein On-Arrival-Training im ESK

Mein erstes aufregendes einwöchiges ESK-Seminar sollte Anfang November in einer kleinen Stadt außerhalb Berlins stattfinden. Es sollte viele andere Freiwillige aus verschiedenen Ländern und Kulturen und mit unterschiedlichen Hintergründen und Lebensweisen einbeziehen. Es sollte eine inspirierende Woche mit vielen anderen hoffnungsvollen Teilnehmer*innen sein, um Erfahrungen auszutauschen und einander kennen zu lernen. Es sollte ein sicherer Raum sein, in dem wir uns selbst, unsere Pläne, unsere Ideen, unsere Projekte vorstellen und miteinander in Verbindung treten können. Es sollte der Moment sein, eine Gemeinschaft zu entdecken und ein Teil davon zu sein.

Glücklicherweise wurden all diese Erwartungen erfüllt. Es waren all diese Dinge, und das Erstaunliche daran ist, dass all dies online geschah. Leider wurde der Vor-Ort-Teil des Seminars wegen der neuen November-Lockdown-Maßnahmen hier in Deutschland abgesagt, aber dennoch gelang es den Organisatoren dieser Veranstaltung, sie am Leben zu erhalten und in ein lustiges und wunderbares 6-Tage-Seminar zu verwandeln. Ich kann nur für mich selbst sprechen, aber wenn dieses Seminar online so unterhaltsam war, dann kann ich es kaum erwarten, zu einem Vor-Ort-Seminar zu gehen. Es war natürlich schwierig, über das Online-Format mit jedem persönlich in Kontakt zu treten, aber ich denke, das ist uns trotzdem gelungen.

Ich bin so dankbar, all diese wunderbaren Menschen getroffen zu haben und so viel über so viele verschiedene Länder und Kulturen gelernt zu haben: Frankreich, Italien, Spanien, Griechenland, Ungarn, Polen, Belgien, Belarus... in nur wenigen Tagen. Nicht nur das, wir erhielten auch ein zusätzliches Training über interkulturelle Perspektiven, das Erstellen/Bewerten unserer eigenen Projekte (groß oder klein), Methoden und Tipps, um selbst Deutsch zu lernen, und freie Zeit für spontane Workshops wie grundlegende Fotografie-Tipps, Grüße und wichtige Ausdrücke aus verschiedenen Ländern, LGBT+-Diskussionen, die Bedeutung von Solidarität und einfach das Teilen unserer Lieblingslieder oder Unterhaltung. Nicht nur das Seminar, sondern alle Freiwilligen (einschließlich der Organisatoren und des Monitoring-Teams) haben meine Motivation hier so sehr verstärkt. Ich kann mit Freude sagen, dass ich mich als Teil einer neuen Gemeinschaft fühle, und ich hoffe, sie alle (persönlich) sehr bald kennen zu lernen.

Ein Bilderbuch, einige Pflänzchen und ein Füller

Ein Bilderbuch, einige Pflänzchen und ein Füller

Ich habe gerade einen Platz für mein viel zu großes Gepäck gefunden, als sich die Räder langsam in Bewegung setzen und der Zug aus dem Bahnhof fährt. Ich ergattere einen Fensterplatz und sehe, dass draußen die Goldene Stunde läuft, wo der Himmel diese verblasste hellblaue Farbe bekommt. Wir sind schnell aus der Stadt raus, und hier öffnet sich die Landschaft mit bald erntereifen Feldern und kleinen Dörfern, worüber ab und zu Kirchtürme ragen. Im Westen nur abendgraue Wolken - kein orangeroter Sonnenuntergang, der das Bild vollendet hätte. Nach einem Jahr in Dresden als Freiwilliger beim PJR sitze ich jetzt in einem Zug Richtung Kopenhagen mit gemischter Laune. Der Zug gleitet durch die Landschaft in einen Wald hinein und die Welt draußen wird plötzlich von einem grünen Waldwirrwarr verschlungen. 

Ich mag Zugfahrten. Für mich sind sie eine Art Unterbrechung des realen Lebens. Es herrscht eine gewisse Stimmung, die Freiraum schafft, Gedanken laufen zu lassen. Die Vorfreude erwartender Erlebnisse zu genießen oder in der Melancholie durchlebter Begegnungen zu schwelgen. Das sind Gefühle, die ich mit Zugfahrten verbinde. Ich spüre gerade beides. Es gibt viele Leute, auf deren Wiedersehen ich mich freue, gleichzeitig ist eine Zeit zu Ende gegangen, die ich sehr schätze, und ich verlasse Menschen und Gemeinschaften, die ich sehr gern mit mir nehmen würde. 

Aber was bringe ich denn mit mir außer meinen überfüllten Rucksack?

Na, ein Bilderbuch. Ein paar Pflänzchen. Und ein Füller ist auch dabei. 

Das Bilderbuch habe ich vom PJR-Team bekommen. Es ist mit guten Erinnerungen von Workshops, Projekttagen und schöne Momenten vollgepackt. Insbesondere European Stories // Geschichten aus Europa war ein Projekt, von dem ich viel mitnehme, aber durch das Jahr habe ich bei vielseitigen Projekten tolle Erfahrungen gesammelt und viele liebe Leute kennengelernt.

Die Pflänzchen habe ich im Laufe des Jahres bekommen, und wenn ich sie gieße und nicht sterben lasse, dann werden sie in meinem Zimmer stehen und mich an wichtige Freundschaften erinnern, die ich bewahren will.

Den Füller habe ich von meiner WG als Abschiedsgeschenk bekommen, und mit ihm kann ich sehr viel anfangen. Ein Ziel fürs nächste Jahr ist meiner Lust zu Schreiben auch Zeit zu geben, und ich bin gespannt darauf, dieses Interesse mehr zu fördern. Meine Zeit im PJR hat aber in mir auch den Wunsch geweckt, mich weiterhin im Bereich politische und demokratische Bildung zu engagieren, und das werde ich auf jeden Fall auch verfolgen.

Draußen ist es hell geworden und der Zug kommt am Kopenhagen Hauptbahnhof an - ich gucke aus dem Fenster und... nee Quatsch. Das wäre viel zu harmonisch. Ein paar Tage sind vergangen, ich sitze an meinem Schreibtisch, schreibe fertig und lese Korrektur.

In den letzten Tagen ist mir aufgefallen wie komisch es ist, ein Jahr in einer Stadt zu sein, tolle Menschen kennenzulernen, sich in einem Verein zu engagieren und dann alles wieder zu verlassen. 

Wer macht denn sowas freiwillig? 

Ich bin sehr froh, dass ich ein Jahr in Dresden und im PJR erleben konnte. Jetzt wartet eine neue Stadt mit neuen Erlebnissen und Begegnungen auf mich. Tschüss Dresden, PJR und alle euch tolle Menschen - ich freue mich euch bald wieder zu besuchen.

Mein ESC-Freiwilligendienst in (der Nähe von) Paris

Mein ESC-Freiwilligendienst in (der Nähe von) Paris

Mit Koffer, Motivation und Vorfreude kam ich am 01.09.19 nach Paris und bemerkte schnell, dass meine 4-Jahre Französischunterricht kaum etwas gebracht hatten. 🙂

Aber eins nach dem anderen, wie kam ich nach Paris?

Wie es bei vielen Abiturienten der Fall war, wusste auch ich nicht, welchen Weg ich nach meinem Abschluss schlagen sollte und entschied mich deswegen eine kleine „Pause“ zu nehmen. Durch Zufall las ich ich einem AOK-Magazin (ich weiß, richtig komisch eigentlich) etwas über Erasmus+ und wurde neugierig und fand dann auch schnell das ESC, European Solidarity Corps. Dies ist ein Programm, das jungen EU-Bürger/-innen die Möglichkeit gibt innerhalb der EU einen Freiwilligendienst zu machen. Das Projekt, das mich am meisten interessierte, liegt in der Nähe von Paris, (die Stadt der Liebe und des Lichts) und umfasst die Arbeit mit Kindern. Zwei Dinge, die ich unglaublich liebe! Die Bewerbung ging relativ schnell und einfach, ein Skype-Interview und nach zwei Wochen eine endgültige Zusage.

Meine Organisation heißt APJC (Association pour les jeunes et la culture) und bietet verschiedene Aktivitäten, Events und Programme für allerlei Altersgruppen an, hauptsächlich aber für Teenager und Kinder zwischen 8 bis 16 Jahren. Man arbeitet hier wie ein Vollzeitarbeiter, somit 35h/Woche und fünf mal die Woche.

Escape Rooms und Manga-Abende

Ich arbeitete ausschließlich mit Kindern und Teenagern. Wenn die Kinder Schule haben, arbeite ich von Dienstag bis Samstag. Da helfe ich drei mal die Woche bei den Hausaufgaben. Einmal die Woche gibt es Aktivitäten mit Kindern, da basteln wir zusammen z.B. für Halloween und Weihnachten oder entwerfen ein Stop-Motion Kurzfilm uvm.

An Samstagen gibt es Programme für Teenager, da gibt es unglaublich viele unterschiedliche Aktivitäten, wie z.B. Museumsbesuch, Kochen, Fahrradtour, Kinobesuch, uvm.

Wenn die Kinder aber Ferien haben, arbeite ich von Montag bis Freitag und hier gibt es ausschließlich nur Programme für Teenager, was auch ganz unglaublich vielfältig ist, wie z.B. Escape-Room, Manga-Abend, Open-Mic uvm.

Ich wohne in Rosny-sous-bois, ein „banlieu“ 20min von Paris entfernt, in einem voll ausgestattetem großen Haus (WiFi, zwei Badezimmer, zwei WC, Kochutensilien, in Prinzip alles was man fürs Leben braucht) und mit eigenem mobilisiertem Zimmer. Es leben hier noch 4 weitere Europäer/-innen und hier habe ich das Glück unglaublich sympathische Mitbewohner zu haben! Man bekommt auch monatlich genug Geld und die Reisetickets werden auch bezahlt!

Von Kindern lernen

Ich habe Frankreich ausgesucht, um mein Französisch zu verbessern und ich dachte mir, die beste Methode die Sprache zu lernen, ist sicherlich dort zu leben. Am allerbesten ist es, wie ich schnell herausfand, mit Kindern! Denn ihnen ist es komplett egal wie schlecht du die Sprache sprichst und helfen dir gerne! Das Schulfranzösisch hat mir persönlich nicht viel geholfen, deswegen war es gelegentlich sehr frustrierend nicht in der Lage zu sein, sich richtig auszudrücken. Dennoch ist es unglaublich vorteilhaft Vorkenntnisse zu besitzen, damit du dich nicht komplett „verloren“ fühlst.

Das Solidaritätskorps erfordert Kontaktfreudigkeit, Offenheit für Neues und man muss in der Lage sein Eigeninitiative zu ergreifen, denn deine Einsatzstelle wird dich nicht immer beschäftigen oder Aufgaben geben können. Im Gegenzug lernst du Verantwortung zu übernehmen, dein eigenes Geld zu verwalten und dich um dich selbst zu kümmern. Natürlich bekommst man ausreichend Möglichkeit sein Französisch zu verbessern und die französische Kultur zu entdecken.

Vor einer Woche bin ich jetzt von Deutschland wieder nach Frankreich zurück gekommen, wegen der Coronakrise war ich für einige Zeit wieder bei mir zuhause. Mir bleiben nun zwei Monate bis zum Ende meines Freiwilligendiensts und ich bereue rückblickend gewiss nicht, dass ich mich hier beworben habe.

Ich konnte hier unglaubliche Leute kennenlernen, zu denen ich auch nach dem Programm Kontakt halten möchte. Das Alleineleben, das erste Mal weg von den Eltern, erlaubte es mir noch autonomer und selbständiger zu sein. Die Arbeiten mit Kinder, war ebenso lehrreich, sie können gelegentlich nervig und frech sein, aber tief drinnen sind das wohl die unschuldigsten Wesen auf Erden.

Ich möchte auch betonen, dass wir als EU-Bürger/-innen die Möglichkeit haben, dank ESC kostenlos für ein Jahr in einem anderen EU-Land zu leben, das findet man nirgendwo sonst auf dieser Welt.

Ich hoffe, dass ich euer Interesse wecken und einen grober Einblick geben konnte, wie euer Freiwilligendienst im ESC aussehen könnte! Ich bedanke mich auch hier beim Politischen Jugendring Dresden, der dieses tolle Programme unterstützt und mich hier entsandt hat! Sie waren für mich immer bei Fragen da gewesen und leisten eine unglaublich gute Arbeit. Vielen Dank!

Lam Thao Nguyen

Coronavirus und das europäische Solidaritätskorps – Ein persönlicher Bericht

Coronavirus und das europäische Solidaritätskorps – Ein persönlicher Bericht

Eigentlich wollte ich nur Schönes berichten von meinem Freiwilligendienst, den ich seit Anfang Februar und bis Mitte Mai in der kleinen Stadt Dolný Kubín in der Slowakei verrichten sollte. Gern wollte ich von der schönen Natur berichten, den netten Menschen in der Schule, an der ich arbeitete und von dem Zusammenleben in einem Haus mit den anderen Freiwilligen aus Italien, Frankreich und Rumänien.

Doch dann kam, zunächst eher unerwartet, das Corona Virus dazwischen. Erst einmal beunruhigte mich das nicht und auch die anderen sahen keinen Grund zur Aufregung. Bis es plötzlich Anfang März hieß die Schulen werden geschlossen und die Slowakei will sich abschotten und ihre Grenzen schließen. Dies führte dann schließlich doch zu steigender Besorgnis und vielen Fragen. Wie lange wird das anhalten? Wird alles nach zwei Wochen vorbei sein und werden die Grenzen wieder öffnen? Sind wir jetzt in der Slowakei eingesperrt? Was wird jetzt mit meinem Projekt, wenn meine Schule geschlossen ist und wir keine Events mehr planen können? Soll ich hierbleiben und womöglich bis auf ungewisse Zeit oder bis zum Ende meines Projektes im Haus festsitzen?

Bleiben oder gehen?

Es folgten zahlreiche Gespräche und Diskussionen unter uns Freiwilligen, mit anderen Leuten und dem Chef meiner koordinierenden Organisation, Ondrej Mäsiar. Er unterstützte uns dabei zu gehen, wenn wir könnten. Für Tommaso aus Italien war es unmöglich, als er die Botschaft anrief sagten sie ihm nur, dass er das Land in zwanzig Minuten verlassen muss oder sonst nicht mehr nachhause kommt. Auch Thais aus Frankreich konnte wegen der Schließung des Flughafens in Bratislava nicht zurück. Ich selbst war also hin und hergerissen. Mit den anderen hatte ich mich gut angefreundet und so schlimm wäre es auch nicht alles in der Slowakei auszusitzen. Dennoch sah ich noch Möglichkeiten nachhause zu kommen und ich entschied mich dazu lieber bei meiner Familie zu sein. Auch deshalb, weil mein Projekt so kurz war und die Möglichkeit bestehen könnte, dass noch bis April und Mai Grenzschließungen anhalten könnten. Also wenn nicht jetzt, wann dann?

Erster Anlauf über Tschechien

Meinen ersten Versuch nachhause zukommen unternahm ich vergangenen Freitag. Mit dem Zug über Tschechien müsste es doch noch funktionieren, oder? Über Prag nach Dresden ist es ja auch nicht weit. Doch meine Reise endete schnell, als ich nach kurzer Busfahrt von Dolný Kubín in der nahgelegenen Stadt Ružomberok am Bahnhof stand. Theoretisch sollte von dort der Zug direkt nach Prag fahren, doch nun hieß es die Grenze ist zu, keine Züge fahren ins Ausland. Also kehrte ich niedergeschlagen zurück, um meine Kräfte zu sammeln und mich langsam damit abzufinden, doch meine Zeit weiter in der Slowakei zu verbringen. Doch so schnell wollte ich mich auch nicht geschlagen geben.

Also rief ich am nächsten Tag, nach langem Überlegen, die deutsche Botschaft in Bratislava an. Nie hätte ich gedacht mich jemals an eine deutsche Botschaft wenden zu müssen. Doch es war nicht umsonst. Entgegen meiner Erwartungen hatten sie noch eine Idee, um mir zu helfen. Sie rieten mir nach Bratislava zu fahren und dann weiter mit einem Taxi bis an oder über die österreichische Grenze.

Zweiter Versuch über Österreich

Und so begann am nächsten Tag meine abenteuerliche Reis

e zurück nachhause. Früh am Morgen setzte ich mich in den Zug nach Bratislava. Fast menschenleer war der Zug und die Zugbegleiterin war mit Mundschutz und Gummihandschuhen ausgerüstet, was schon ein etwas mulmiges Gefühl verursachte. Doch nach drei Stunden erreichte ich schließlich die slowakische Hauptstadt.

Mein nächstes Problem war es ein Taxi zu finden, doch keines wollte über die Grenze fahren – verständlicherweise. Schließlich fand ich jedoch einen netten Taxifahrer, der mich zumindest nah an die Grenze bringen konnte. Soweit so gut. Kurz vor dem Punkt, bei dem er mich absetzen wollte, fanden wir jedoch einige Polizisten vor, die ihn aufhielten. Doch zum Glück erlaubten sie mir zu Fuß weitergehen zu dürfen. Nun fand ich mich also irgendwo im Nirgendwo wieder, mit schwerem Rucksack und einem großen Koffer bepackt, dazu noch warmer Sonnenschein und Winterjacke. Drei Kilometer bis zur Grenze und noch vierzig Minuten bis der Zug fährt – das schaffe ich.

Zu Fuß über die Grenze

Also machte ich mich auf den Weg über die Landstraße und erreichte so schließlich Kittsee, ein kleines österreichisches Dorf an der Grenze, wo auch direkt der Zug nach Wien auf mich warten sollte. Doch zunächst musste ich noch den Grenzposten passieren, was aber nur ein Problem gewesen wäre, wenn ich von Österreich in die Slowakei gelaufen wäre. Den Gesichtern der österreichischen Beamten zu urteilen, hatte ich auch ein so seltsames Bild abgegeben, dass sie mich nur mit leichtem Grinsen und ohne weitere Kommentare passieren ließen. Somit hatte ich es also geschafft, naja zumindest fast, und war auf dem Weg nach Wien – jetzt konnte nichts mehr schief gehen.

Und tatsächlich war ich sehr überrascht. Die Züge waren leerer, aber immer noch gut gefüllt. Die Mitarbeiter trugen keine Masken und Handschuhe. Und noch seltsamer war – die Zügen fuhren alle pünktlich! Im Zug las ich dann auch, dass am nächsten Tag Deutschland seine Grenzen zu machen sollte, also war ich mehr als froh es noch geschafft zu haben.

Um Mitternacht in Dresden

Dann schließlich endete meine Reise kurz vor Mitternacht desselben Tages zurück in Dresden. Es ist für mich immer noch unfassbar, was sich alles durch diesen Virus verändert. Es gibt immer noch so viele Menschen, die irgendwo festsitzen und es nicht geschafft haben nachhause zu kommen, oder es noch versuchen müssen. Auch interessant war, wie schnell sich meine Gleichgültigkeit und meine Gedanken an übertriebene Panikmache veränderten. Zwar denke ich immer noch, dass viele Menschen übertreiben und sich unnötig von Panik anstecken lassen, dennoch ist es nun umso wichtiger das alle zusammenhalten und möglichst zuhause zu bleiben, damit die Krise sich nicht noch über Monate hinzieht und auch alle Menschen wieder zurück nachhause kommen können.

Ich denke wir können viel aus dieser unberechenbaren und neuen, sich jeden Tag verändernden, Situation lernen und sollten das auch nutzen um darüber nachzudenken, dass vieles was wir für selbstverständlich hielten, nicht immer so ist.

„Schipka, waaaaas?“ – Erste Eindrücke aus Bulgarien

„Schipka, waaaaas?“ – Erste Eindrücke aus Bulgarien

Lea ist über den PJR in ihr ESK nach Bulgarien gereist. Hier sind ihre ersten Eindrücke:

Hallo liebe Freunde !

Ich melde mich zum ersten Mal bei euch und um gleich die wichtigste Frage am Anfang zu klären:

Ja, ich bin gut angekommen!

Am Sonntagabend erreichte ich Sofia und es erwies sich als durchaus nützlich vorher etwas Bulgarisch und das Kyrillische Alphabet gerlernt zu haben.

Am nächsten Tag traf ich meinen spanischen Mitfreiwilligen Dani am Bahnhof Sofias und zusammen hofften wir den 13-Uhr-Zug in Richtung unseren neuen temporären zu Hauses nehmen. Wir hofften vergeblich. Der 13-Uhr-Zug war inexistent, deshalb nahmen wir einfach den nächsten und kamen nach 3,5 Zugfahrt quer durch Bulgarien wohlbehalten an. Am Bahnhof nahmen uns unsere Mitfreiwilligen Mikael (aus Tschechien) und Ophélie (aus Frankreich) in Empfang und führten uns nach Schipka.

Schipka, waaaaas?

Der Name wird euch in nächster Zeit noch öfters begegnen, denn das ist der Ort, wo ich die nächsten 3,5 Monate meines Lebens verbringen werde.

Schipka ist ein 1000-Seelen-Ort mit drei Läden, einer Post, zwei Kirchen (eine schöner als die andere) und bestimmt noch einigen Dingen mehr, die ich erst noch entdecken muss. Schipka ist bekannt für die Entscheidungsschlacht unter der türkischen Besetzung Bulgarien und deshalb ist vielen der Ort selbst eher ein Begriff als die Existenz des Dorfes.

Es mag den ein oder anderen wohl interessieren, wie die ersten Tage in Shipka waren:

Gut!

Mein ebenfalls neuer Mitfreiwillige Dani und ich wurden viel herumgeführt und wir konnten einen ersten Eindruck von Shipka und seiner Umgebung gewinnen. Außerdem lernten wir noch andere Freiwillige des EVS (European Volunteer Service)-Programmes kennen. Zusammen machten wir einen Ausflug zu einem bekannten Thraker-Denkmal in der Gegend, dem Megalit, von dem die Aussicht einfach fantastisch war!

Mein Bulgarisch hat sich als unterirdisch herausgestellt, aber ich arbeite hart dran. Schließlich habe ich den Pons-Sprachkurs nicht umsonst gekauft!

Am Samstag bot sich für mich auch gleich die Chance etwas zu üben bei Shipkas Weinfest. Früh am Morgen gab es schon eine Weinprobe und der beste Wein Shipkas wurde gekürt. Natürlich durften meine Mitfreiwilligen da als Juroren herhalten :D.

Am Nachmittag begann dann das eigentliche Fest, welches mit einer Tanzvorstellung auf dem Dorfplatz endete. Ich hatte sehr viel Spaß an dem Tag und lernte viele Leute aus Shipka selbst etwas kennen. Was soll man sagen, Wein verbindet eben ☺🍷

 

Mit diesen Worten

Наздраве!

Prost!

Das Europäische Solidaritätskorps wird kofinanziert durch das Erasmus+ Programm der Europäischen Union.