von Franziska | 25.02.2018
Auch dieses Jahr wieder organisiert der PJR eine Jugendbegegnung zwischen Lemberger und Dresdner Jugendlichen, diesmal zum Thema „Bürgerschaftliches Engagement“.
Dazu laden wir herzlich ein, am 20.-27. Mai 2018 mit uns nach Lemberg zu fahren und dort mit jungen Leuten über Möglichkeiten, Grenzen und Hindernissen bürgerschaftliches Engagaments nachzudenken. Vorbehaltlich einer Förderung treffen sich die Jugendlichen dann vom 23.-30. August 2018 in Leipzig wieder, um vergleichend zu der Situation in der Ukraine zu schauen, was in Deutschland möglich ist. Teil dieses Austausches soll auch sein, best-practice-Beispiele vorzustellen und eigene Projektideen zu entwickeln.
Wir bitten um Anmeldung bis zum 9. April beim PJR Dresden e.V.. Voraussetzung für die Teilnahme ist ein gültiger Reisepass. Der Teilnehmerbeitrag liegt bei 90 EUR für junge Menschen zwischen 18 und 26 Jahren. Darin enthalten sind Reise-, Verpflegungs-, Übernachtungs- und Programmkosten.
Die Begegnung wird gefördert durch das Auswärtige Amt, die Landeshauptstadt Dresden und den Freistaat Sachsen.
Hier ist der Flyer zum Begegnungsprojekt.
von Freiwillige/r im Sozialen Jahr Politik | 27.06.2017 | Blog
Liebe LeserInnen,
zwei Teile unserer Jugendbegegnung “In der Ferne- zu Hause? Minderheiten und Flüchtlinge in Europa” sind schon vorbei. Es nähert sich unser dritter Teil in Dresden und wir wollen euch mitteilen, wie unsere Jugendbegegnungen in Breslau und Lemberg liefen. Zudem stellen wir euch noch kurz unseren Plan für Dresden vor.

Unser erster Begegnungsteil hat in der polnischen Stadt Breslau stattgefunden. Wir haben ihn zusammen mit unserem Kooperationspartner “BJDM – Bund der Jugend der Deutschen Minderheit” aus der Stadt Opole organisiert.
Bei dieser Jugendbegegnung haben die TeilnehmerInnen vor allem sehr viel zur deutschen Minderheit in Polen, die momentan die größte im Land ist, erfahren. Außerdem waren die TeilnehmerInnen in der Stadt Opole, wo es zahlreiche deutsche Organisationen gibt, viele von diesen haben wir besucht und dort Gespräche geführt.
Ein wichtiges Thema des Austauschs war “Minderheiten und Stereotypen”, mit dem die TeilnehmerInnen sich auch beschäftigten.

Wir hatten auch die gute Möglichkeit das Generalkonsulat der Bundesrepublik Deutschland in Breslau zu besuchen. Die Vize-Generalkonsulin Frau Christiane Botschen gewährte uns einen Einblick in den Tätigkeitsbereich des Generalkonsulats.
Unser zweiter Begegnungsteil hat in der ukrainischen Stadt Lemberg (ukr. Lwiw) stattgefunden, den wir zusammen mit der “Deutschen Jugend in der Ukraine“ organisiert haben.
Während des Begegnungsteils in Lwiw haben wir viel über das Leben der Binnenvertriebenen in der Ukraine und ihrer heutigen Situation erfahren. Viel Information bekamen wir auch zur Minderheitenpolitik in der Ukraine.
Im Rahmen des Programms hatten die TeilnehmerInnen ein Treffen mit der Gesellschaft der polnischen Kultur, wobei wir erfahren haben, wie die polnische Minderheit in erster Linie im Gebiet Lwiw verbreitet ist und wie das Leben dieser Minderheit ist.
Besonders hat allen TeilnehmerInnen das Treffen mit den Krimtataren gefallen, wo sie für uns einen Workshop organisierten. Wir hörten viel über die Geschichte dieses Volkes, das Leben der Krimtataren in Lwiw und die Situation auf der Halbinsel Krim. Außerdem hat man uns die nationale Krimtatarische Henna Technik vorgestellt, die man bei wichtigen Festen verwendet.
Wichtig war auch das Treffen mit den Binnenvertriebenen aus dem Osten der Ukraine. Das waren die Menschen, die dort wegen der Eskalationen nicht mehr bleiben konnten und so gezwungen waren ihr Haus zu verlassen. Wir haben gehört, dass das Leben der Binnenvertriebene nicht leicht ist. Besonders liegt dieses Problem an den Unterkünften. Der Staat kann für diese Menschen die Unterkünfte nicht kostenlos zur Verfügung stellen. Aber die finanzielle Hilfe des Staates ist zu niedrig, um die Miete zu zahlen. Sie sagen, dass sie mehr Hilfe von NGOs und voneinander bekommen. Zu diesem komplizierten Thema hatten wir auch ein Gespräch mit einem Vertreter der Gebietsverwaltung Lwiw, der uns über die Zusammenarbeit der Behörden und der Binnenvertriebenen berichtete.
Frau Lesja Kornat hat den TeilnehmerInnen die Minderheiten in der Ukraine präsentiert und hat über die Rechte und Herausforderungen der nationalen Minderheiten gesprochen.
Durch die zahlreichen Führungen lernten wir die Stadt mit ihren vielen Facetten gut kennen.
Viel mehr Informationen könnt ihr im unseren Projektblog unter https://dup2017.wordpress.com/ finden.
In weniger als einen Monat haben wir unseren letzten Teil des Projektes in Dresden, wo die TeilnehmerInnen aus den drei beteiligten Projektländern viel über Flüchtlingspolitik in Deutschland erfahren und sich über das Leben der autochthonen Minderheiten erkundigen.
von admin | 29.10.2015 | Audio & Video
Im Rahmen der deutsch-ukrainischen Jugendbegegnung „Licht und Schatten: Was erwartet uns in Zukunft?“ ist dieser Reportage - Film entstanden. Zusammen mit jungen Menschen aus der Ukraine und Deutschland haben wir Passanten in Dresden und Lemberg zu den Themen „Ukraine und ihre Zukunft“ sowie „Ukraine und Europa“ befragt. Hier sind unsere interessanten Forschungsergebnisse und ein Einblick in unser tolles Projekt! Das Projekt wurde von PJR Dresden e.V. und DJU e. V. organisiert und aus Mitteln vom Erasmus plus und im Programm „MEET UP! Deutsch - Ukrainische Jugendbegegnungen“ der Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“gefördert.
von admin | 20.02.2015 | Blog
Am 5.02
wurde unsere Organisation zu einer Konferenz in das Außenministerium eingeladen
(Steffi und ich sind angereist). Diese Veranstaltung war den aktuellen
Ereignissen in der Ukraine gewidmet: Die Partnerschaft mit Russland und der
Ukraine und der zwischengesellschaftlichen Mitarbeit. Viele NGOs aus ganz
Deutschland, die mit diesen Ländern zusammenarbeiten, haben sich bei der
Konferenz angemeldet, ungefähr mehr als 200 NGOs waren präsent.
Dr. h.c. Gernot Erler, Koordinator für die
zwischengesellschaftliche Zusammenarbeit mit Russland, Zentralasien und den
Länder der Östlichen Partnerschaft, eröffnete die Konferenz mit einem
Einführungsvortrag. Der Vortrag behandelte die aktuelle Situation in der
Ukraine, die Rolle der NGOs in Russland und der Ukraine sowie die Entwicklung der
Zivilgesellschaft in diesen Ländern. Dr. h.c. Erler hat die Bedeutung der
verschiedenen politischen Narrative seit dem Kalten Krieg als wichtige
Voraussetzung des Konflikts betont. Seiner Überzeugung nach haben Russland und der
Westen verschiedene Wahrnehmungen von z. B. der Nato-Erweiterung, der EU-Erweiterung
und den farbigen Revolutionen in den ehemaligen GUS-Staaten. Für Russland sieht
die derzeitige weltpolitische Lage wie eine Fortführung des Kalten Krieges aus,
wie ein Mittel der Machtpolitik gegen Russland, um das Land zu schwächen. Dabei
ist der alte Gegner wieder der neue, die USA. Eine ganz andere Position und
Wahrnehmung herrscht bei den Europäern: Das Ziel wird in der Entwicklung der
Demokratie und der Zivilgesellschaft, der Abschaffung von Korruption, der
Förderung der Menschenrechte und der Friedenssicherung usw. gesehen.
Dr. h.c. Erler sprach über die Unterentwicklung und das schwierige
Umfeld für die Entwicklung der Zivilgesellschaft in Russland und in der
Ukraine. Das Misstrauen gegenüber der Zivilgesellschaft, Ausgrenzung und
Kriminalisierungsprozess sowie strenge Überwachung der NGOs in Russland - all
das behindere die Entwicklung der Zivilgesellschaft. Im Gegenteil zu Russland gäbe
es in der Ukraine eine aktive Zivilgesellschaft, die jedoch nun unter den
Bedingungen des Kries nicht weiter funktionieren könnte.
Nach seiner Rede, haben wir diese Themen im Plenum
diskutiert. Die Organisationen stellten ihre Fragen. Es ist erstaunlich, dass sich
sogar hier zwei Lager gebildet haben: eine Seite, die sich eher pro Russland
präsentierte, beschuldigten Deutschland und Europa als Urheber einer Vertrauenskrise
mit Russland, andere waren völlig mit der Politik der EU bei der Lösung dieses
Konflikts einverstanden.
Steinmeier
kommt
Nach dem Plenum wurden uns kurz die politischen
Bedingungen für Partnerschaften, Visafragen sowie ein kurzer historischer
Exkurs in die Entwicklung von NGOs in Russland und der Ukraine vorgestellt. Anschließend
haben einige Organisationen ihre Projekte und Erfahrung in Zusammenarbeit mit Russland
und Ukraine präsentiert, z. B solche Organisationen wie MitOst e.V., „DRJUG-Trilaterales
Jugendforum: Germany, Russia, Ukraine: A common future?“ und der Arbeiter-Samariter-Bund
Deutschland e.V..

Kurz vor dem Mittagessen besuchte der Bundesaußenminister
Dr. Frank-Walter Steinmeier die Konferenz. Mit seinem Grußwort wurde deutlich gemacht,
wie wichtig in dieser gespannten Zeit die Zusammenarbeit deutscher NGOs mit
Russland und Ukraine sein soll. Herr Dr. Steinmeier hat die Situation in der
Ukraine noch mal zusammengefasst. In seinem Vortrag setzte er einen besonderen Akzent
auf die Tatsache, dass es sich um die größte Gefahr für die europäische Friedensordnung
seit dem Krieg im ehemaligen Jugoslawien handle. Er akzentuierte die unstabile
Sicherheitslage, die von mehreren Konflikten und Krisen in der Welt bedroht sei. Für ihn existiere nur die Möglichkeit einer diplomatischen
und friedlichen Lösung, Waffenlieferungen würden nur zu einer Eskalation des
Konfliktes führen. Dabei spielt die Vernetzung und friedliche Außenpolitik der
Gesellschaften eine wichtige Rolle. Wir NGOs aus Deutschland sollen diese
Außenpolitik vorantreiben und eine mögliche Unterstützung für unsere
Partnerorganisationen leisten.
Nach dem Mittagessen wurden parallele Themenforen
durchgeführt. Die Rede war vor allem von Unterstützungsinstrumenten der
Bundesregierung, wie Finanzierungen für Projekten mit
Russland und Ukraine. Ich persönlich war bei den Menschenrechtsprojekten, die
durch das Referat VN06 finanziert werden können. Außerdem stehen Mittel zur Förderung von
Projekten der zivilen Krisenprävention, Friedenskonsolidierung und
Demokratieförderung bereit. Das Auslandsamt fördert auch andere Projekten mit
Ländern der Östlichen Partnerschaft.
Nach den Themenforen haben wir uns wieder im Weltsaal versammelt und die Ergebnisse
zusammengefasst. Als gemeinsame Ziele wurden festgehalten:
Ø wir
müssen mit unseren Partner auf gleiche Augenhöhe arbeiten
Ø Russland
ist ein Partner, den wir in der Friedensordnung und bei der Konfliktlösung
brauchen und wir dürfen auf die Kontakten mit Russland nicht verzichten
Ø Die
gesellschaftlichen Aktivitäten müssen Priorität haben Wir müssen zusammen Partizipation
entwickeln
Ø Die
Sprachlosigkeit muss aufgebrochen werden
Die Konferenz hat, meiner Meinung nach, einen Impuls zur weiteren Entwicklung der
Zusammenarbeit mit Russland und Ukraine gegeben. Derartige Konferenzen sollten
häufiger stattfinden. Dank dieses Treffen habe ich viele andere Organisationen
kennengelernt und Kontakte aufgebaut. Wir müssen den Dialog weiter führen und
unsere Zusammenarbeit auf der Ebene der Zivilgesellschaft verstärken. Ich
glaube, dass wir heute noch weiter gehen müssen und nicht aufgeben dürfen.
Unsere Kommunikation sollte nicht verloren gehen und die Ausgrenzung von ukrainischen
und russischen Partnern darf nicht zugelassen werden. PJR Dresden hat schon eine dauerhafte
Partnerschaft mit Kaliningrad. Im Moment bringen wir uns aktiv in einem Projekt
mit mitost Hamburg und St. Petersburg ein und versuchen eine neue Partnerschaft
mit einer Organisation aus Lemberg / Ukraine zu entwickeln. Eine trilaterale
Begegnung Deutschland - Russland - Ukraine wäre eine Möglichkeit eine Friedenskooperation
anzuregen und Probleme und Anliegen mit den Jugendlichen zu besprechen.
Ich war von dieser Konferenz sehr beeindruckt und würde
mich freuen an solchen Veranstaltungen öfter teilzunehmen. So kommt man der
Realität näher und man fühlt sich in solche Prozessen stärker einbezogen.
Vielen Dank an PJR Dresden für eine grandiose Möglichkeit,
mein Verständnis über den Konflikt in der Ukraine zu vertiefen und an kleinen
Teil der Friedensförderung teilzunehmen 😉 !
Liebe Grüße,
eure Alex