Ich freue mich sehr, dass der zweite Teil des trinationalen Jugendaustauschs "Let's Talk about Gender" in Präsenz stattgefunden hat! Als Organisator war es eine intensive Woche, in der ich mir Gedanken über die Reise, die Teilnehmer*innen und die ganze Situation gemacht habe, aber all unsere harte Arbeit hat sich gelohnt! Die Teilnehmer*innen aus der Ukraine, Schweden und Deutschland konnten sich schließlich in Uppsala (Schweden) treffen und diese Erfahrung gemeinsam machen.
In Workshops, die von Diskriminierung über rechtliche Perspektiven bis hin zur LGBTIQA+-Gemeinschaft reichten, erforschten wir die grundlegenden Aspekte von Geschlecht und seinen Einfluss auf verschiedene Bereiche der Gesellschaft. Der Schwerpunkt lag darauf, die Ursprünge der Ungleichbehandlung aufgrund von Geschlechtsaspekten zu verstehen und gleichzeitig das Thema der Intersektionalität und der Normalisierung von Vielfalt zu betonen.
Ich glaube, wir vergessen immer wieder, wie viel wir voneinander lernen können. Und normalerweise ist es schwierig, mit Menschen, die man kaum kennt, über persönliche Meinungen oder Aspekte von sich selbst zu sprechen und diese mit ihnen zu teilen. Mit dem Konzept des Safe Space und dem Respekt als Leitfaden für diesen Austausch war es jedoch sehr einfach, einen offenen Dialog zu führen. Und wie wir gehofft hatten, lernten alle, wie schon im ersten Teil des Austauschs, neue Dinge, unabhängig davon, ob sie mit den Themen bereits vertraut waren oder nicht.
Aber der Austausch bestand nicht nur aus Arbeit. Der kulturelle Aspekt war ein wichtiger Teil des Austauschs. Und ja, wir nennen es einen trinationalen Austausch, weil die Teilnehmer*innen in diesen drei Hauptländern leben, aber einige der Teilnehmer*innen kamen auch aus anderen Ländern. Das machte den Sprachaustausch noch interessanter! Wir lernten nicht nur grundlegende Begrüßungen aus Schweden, der Ukraine und Deutschland, sondern auch aus Indien, Dänemark und Pakistan.
An den Nachmittagen nutzten wir das gute Wetter (denn wie man sagt, gibt es in Schweden alle Klimazonen an einem Tag), um die Stadt zu erkunden, lustige Fotos zu machen, Museen, Kirchen und Parks zu besuchen. Unser Tag in Stockholm machte auch einfach nur Spaß, um herumzuschlendern, an den Stadtführungen teilzunehmen und ein wenig mehr über die Stadt am Meer zu erfahren.
Ich glaube, mein Lieblingstag war der Donnerstag. Wir begannen mit einem Workshop über Geschlechtervielfalt aus der Trans*-Perspektive von unserem Referenten Warren Kunce. Am meisten beeindruckt hat mich an seinem Workshop, dass er darauf hinwies, dass alles Leben Vielfalt in sich trägt und dass das Leben ohne sie nicht überleben oder sich weiterentwickeln kann. An diesem besonderen Tag wagten wir uns sogar an einen See am Rande von Uppsala und verbrachten einen sehr schönen Nachmittag mit Schwimmen, Plaudern und Entspannen im eiskalten Wasser! Magisch war auch der Baum, den wir in den kleinen Straßen von Uppsala fanden, gefüllt mit Post-its und Wünschen oder Gedichten von anderen Wanderer*innen.
Alles in allem war dies eine der besten Erfahrungen und einer der Höhepunkte meines Freiwilligenjahres!
Das Projekt wurde kofinanziert aus Mittel des Erasmus+ Programms der Europäischen Union.
Am 02. September erhielten wir mit insgesamt drei Kids bei unserer Rathausrallye einen ganz besonderen Einblick in das Dresdner Rathaus und in dessen Geschichte.
Gemeinsam mit Matthias Stresow (Mitarbeiter aus dem Jugendamt) erkundigten wir als Gruppe das Rathaus, besichtigten erst den Breslauer Zwerg und die Trümmerfrau und anschließend das prunkvolle Treppenhaus. Im Plenarsaal angekommen, führten wir in insgesamt vier Gruppen eine Debatten-runde zu einer fiktiven Errichtung eines Spielplatzes im kleinen Kreise durch. Schlussendlich endeten wir unsere Führung mit einem kurzen Crashkurs zu Dresden.
Wir bedanken uns ganz herzlich bei allen Mitwirkenden für eine wunderbare und lehrreiche Führung.
Woche wurde ich eingeladen, um an einem tollen Projekt namens "Trans* bodies" teilzunehmen, das vom @Bodytalk Podcast Team ins Leben gerufen wurde. Vielen Dank an Coloradio Dresden, die es möglich gemacht haben. Der Inhalt der Folge drehte sich um Trans*-Menschen und wurde vor allem auch von Trans*-Menschen präsentiert. Ich habe mit zwei tollen Leuten (Martin und Landa) abgehangen und mich über unsere Erfahrungen als Teil der Trans*-Community, hier in Deutschland und in Spanien, unterhalten.
Eines unserer Themen war Bildung. In der heutigen Zeit fragen sich die Leute immer noch, was das Wort Trans* bedeutet. Nun, das war eine der Fragen, die wir im Podcast angesprochen haben, denn oft wird der Begriff aufgrund von Stigmatisierungen und Vorurteilen über die Trans*-Community verzerrt und verändert, um uns zu schaden. Es gibt definitiv viele Realitäten in der Welt, aber wir waren uns untereinander einig, dass Trans* sein einfach bedeutet, sich nicht mit dem Geschlecht zu identifizieren, das einem bei der Geburt zugewiesen wurde. Das war's eigentlich schon.
Warum gibt es bei einem so einfachen Konzept so viel Gewalt gegen die Trans*-Community? Weil unsere Körper nicht der gesellschaftlichen Norm entsprechen? Weil wir nicht in die zwei Boxen passen, die die Gesellschaft von uns verlangt? Wir wollen einfach, dass die Menschen uns so sehen, wie wir wirklich sind. Doch wir werden ignoriert.
[Design von Luke]
Jahrelanges Warten
Per Gesetz brauchen wir die Erlaubnis von medizinischen und amtlichen „Expert*innen“, die uns völlig fremd sind und nicht einmal verstehen, was das Wort Trans* bedeutet, um zu bestätigen, dass wir die Wahrheit sagen, wenn wir sagen, dass wir Trans* sind und um unsere rechtliche Namens- und/oder Geschlechtsänderung zu genehmigen. Wir warten jahrelang auf diese Änderung in unseren rechtlichen Dokumenten und leiden unter unzähligen Situationen, in denen wir einen Ausweis mit einem Namen und/oder Geschlecht vorzeigen müssen, der nicht zu dem passt, was wir sind. Und natürlich müssen wir jedem, der dieses Dokument sieht, erklären warum das so ist: in einer Klinik, am Flughafen, bei der Bank, bei Bewerbungen um einen Job oder ein Studium, usw... ganz ohne Privatsphäre. Das klingt wahrscheinlich ungemütlich und anstrengend. Nun, das ist es wirklich.
Unser letztes Gespräch war eines über Hoffnung und Empowerment. Wir wollten der Trans*- und Queer-Community vermitteln, dass wir nicht allein sind. Dass uns niemand sagen kann, wer wir sind oder nicht sind. Und für diejenigen, die nicht Teil der LGBTIQA+-Community sind, ist es an der Zeit, die Welt über Vielfalt und Empathie aufzuklären, an letzter mangelt es leider oft. Wenn man selbst etwas über die verschiedenen Realitäten lernt und dieses Wissen an die Menschen um einen herum weitergibt, kann das helfen zu normalisieren und die Welt zu einem sichereren Raum für alle zu machen.
Deshalb bin ich dankbar, dass es Räume wie den Bodytalk Podcast gibt. Räume, in denen Vielfalt sichtbar ist und in denen jede Stimme zum Ausdruck kommen kann. Mit Interviews, Textlesungen und Meditationssitzungen bietet Bodytalk uns einen entspannten Raum, um uns besser kennenzulernen. Wir sind schließlich alle Nachbarn und alle wunderbar verschieden.
Also keine Spoiler mehr! Man kann auf @Bodytalk Instagram gehen, um die Episode zu erleben!
Ende März fand Teil 1 unserer Internationalen Begegnung "Let's talk about Gender" statt. Es war für mich als Freiwilliger und als einer der Organisator*innen inspirierend zu wissen, dass wir, obwohl unsere Veranstaltungen online stattfinden wird, trotzdem viele Menschen erreichen und verbinden können. Die Teilnehmer*innen aus der Ukraine, Schweden und Deutschland zu treffen, war ein bisschen beängstigend aber auch aufregend. Noch mehr Freude bereitete es mir jedoch, unsere Erfahrungen auszutauschen und dabei gemeinsam lernen zu können. Auch das Spielen von Online-Spielen trug zum Spaß bei!
Wir konnten über viele Themen rund um „Gender“ sprechen: Diskriminierung, Intersektionalität, Feminismus, LGBTIQA+ Community. Meine Lieblingsaktivitäten waren die Workshops mit Kribi Kollektiv, Gerede e.V. und Dunia Khalil, in denen wir persönliche Erfahrungen hörten und unsere eigenen reflektierten, sowie an praktischen Aufgaben teilnahmen, in denen wir diskutierten, wie wir Situationen von Diskriminierung auflösen können. Für einige den Teilnehmer*innen war es das erste Mal, dass sie über diese Themen lernen und sprechen konnten. Glücklicherweise konnten wir gemeinsam eine sichere Umgebung für unsere Gespräche schaffen.
Für mich ist es traurig zu wissen, dass diese Themen in den meisten Teilen der Welt als Tabu gelten. Sie sind nicht Teil der normalisierten Bildung oder werden im täglichen Leben nicht besprochen. So ist es keine Überraschung, dass mich der Kommentar eines/r Teilnehmer*in am meisten beeindruckt hat:
"Ich habe in dieser Woche mehr gelernt als in meinem ganzen Leben".
Das hat mich darin bestärkt, dass Vielfalt in der Bildung als ein wesentlicher Faktor in der Welt angesehen werden sollte. Ich glaube, dass der einzige Weg dies zu erreichen darin besteht, aus unseren privaten Kreisen von Freunden und Familie herauszukommen und auf andere Menschen, Kulturen und Perspektiven zuzugehen. Die Realität eines jeden ist einzigartig und wir können alle voneinander lernen. Dank dieses internationalen Austausches, dank unserer fachkundigen Referenten und des engagierten Einsatzes unserer Teilnehmer*innen und Organisator*innen konnten wir das tun!
Ich freue mich sehr auf den Teil 2 von IB Gender und drücke die Daumen für unseren Austausch in Schweden im August 2021!
Das Projekt wurde kofinanziert aus Mitteln der Erasmus+ - Programms der europäischen Kommission.