Wir freuen uns sehr, dass wir mit unserer deutsch-israelischen Jugendbegegnung Teil der Broschüre „Schulisch-außerschulische Kooperationen im internationalen Austausch“ der Initiative „Austausch macht Schule“ geworden sind. „Austausch macht Schule“ ist eine Initiative der bundesweiten Fach- und Förderstellen der internationalen Jugendarbeit.
Die Broschüre stellt 20 inspirierende Beispiele guter Praxis vor und zeigt dabei die vielfältigen Möglichkeiten erfolgreicher Kooperationen zwischen schulischen und außerschulischen Partnern. Sie sollen inspirieren und Schule oder außerschulische Organisation zu einem internationalen Austausch ermutigen.
Junge Menschen mit Migrationshintergrund wachsen häufig unter erschwerten Bedingungen auf. Bereits am Anfang ihrer Bildungskarriere zeigen sich beispielsweise Unterschiede in den sprachlichen Kompetenzen, die sich zu einem „Startnachteil“ ausbilden, der sich die ganze Schullaufbahn hindurch zieht. Darüberhinaus sind Menschen mit Migrationshintergund oft Ausgrenzung und Diskriminierung ausgesetzt, was die Identifikation mit ihrem Heimatland Deutschland erschwert. Ebenso bestehen oft aber kaum Beziehungen zum Land der Eltern. Dies kann zu Frust und Orientierungslosigkeit führen.
Aus diesem Grund wollen wir mit Unterstützung des Vereins „Georgier in Dresden e.V.“ dieses Begegnungsprojekt für Jugendliche mit Migrationshintergrund aus Deutschland sowie georgische Jugendliche mit Interesse an Deutschland durchführen. Ziel ist es mit den jungen Menschen Fragen der Identität zu diskutieren, ein Gefühl der Selbstwirksamkeit zu vermitteln sowie über Bildungs-, Ausbildungs- und Berufsmöglichkeiten zu informieren.
Diese Maßnahme wird mitfinanziert mit Steuermitteln auf der Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes. Ebenso wird das Projekt von der Europäischen Union finanziert.
Auch dieses Jahr haben wir wieder mit Förderung von Erasmus+ eine Jugendbegegnung organisieren können. Dieses Mal war ein slowakischer Partner neben unserem ukrainischen Partner mit an Bord. Thema war Jugendbeteiligung. Beim deutschen Begegnungsteil waren wir mit der Videokamera dabei, um euch einen kleinen Eindruck zu vermitteln. Schaut rein!
Nun sind unsere Austauschschüler*innen schon seit zwei Wochen aus Israel zurück, sodass es Zeit wird für einen kleinen Rückblick.
Insgesamt 20 Jugendliche von der 10. bis zur 12. Klasse aus vier verschiedenen Gymnasien in Dresden und ihre vier erwachsenen Begleiter*innen konnten in der letzten Oktoberwoche zu ihren Gastfamilien nach Israel fliegen. Dort wartete ein spannendes Programm auf sie, das ihnen das Land, seine Kultur und Geschichte näherbringen sollte.
Dazu bereiste die Gruppe unter anderem die größten Städte des Landes: Tel Aviv-Jaffa, Haifa und selbstverständlich Jerusalem. Dabei erhielten die Jugendlichen Einblicke in die Stadtgeschichten und konnten außerdem zentrale Sehenswürdigkeiten und Orte Israels ansehen. Zum Beispiel die Holocaustgedenkstätte „Yad VaShem“, die vielen Schüler*innen als sehr eindrucksvoll in Erinnerung bleibt.
Doch auch typische touristische Attraktionen, die das Land zu bieten hat, konnte die Austauschgruppe besuchen. Sie besichtigten die Bahaigärten und die Feste Massada, fuhren in die Golanhöhen, an den See Genezareth und ans Tote Meer.
Natürlich war gleichzeitig der kulturelle Austausch zentral. So fand die Führung auf der Feste Massada unter dem Thema „Erinnerungskultur“ statt und an mehreren Stellen gab es Gespräche mit israelischen Vereinen, Institutionen und Stadtvertreter*innen, unter anderem eine Begegnung mit dem Projekt „Kids for peace“ und mit Hanna Tidhar, welche Holocaustüberlebende und Gründerin der mitorganisierenden Bildungsstätte „Dialog“ ist.
Nach acht Tagen ging es dann schon wieder nach Hause. Für alle Teilnehmer*innen war es eine spannende, aufregende und vielleicht auch aufschlussreiche Veranstaltung. Gleichzeitig ist es im deutsch-israelischen Kontext auch ein notwendiges Stück Aufarbeitung unserer Vergangenheit.
Wir danken den verschiedenen Förderern der Maßnahme: Dem Bundesprogramm ConAct für deutsch-israelische Austausche, der Landeshauptstadt Dresden und der Axel Springer Stiftung.
Wir freuen uns auf zukünftige internationale Begegnungen!
Das Projekt wurde ermöglicht durch Förderung der Stadt Dresden, des Koordinierungszentrums für Deutsch-Israelischen Jugendaustausch Conact sowie der Axel-Springer-Stiftung.
Der zweite Teil unserer in Kooperation mit dem armenischen Kulturverein Haytun durchgeführten deutsch-armenischen Jugendbegegnung „INVISIBLE AND UNSAYABLE – UNVEILIG HIDDEN REMEMBRANCE“ fand vom 11. bis zum 17. September in Armenien statt. Das Hauptziel des Projekts war die verhüllten Seiten der Geschichte aufzudecken, die Formen des (Nicht-)Erinnerns zu analysieren und über das Vergessene zu reflektieren. Während den zwei Tagen in Jerewan hatten wir Führungen in Museen und Gedenkstätten, die uns die Geschichte Armeniens näherbrachten. Auf dem Weg zu unserem nächsten Aufenthaltsort besuchten wir eine alte Kirche und Festung in der Nähe von Talin. Früher spielten sie eine wichtige Rolle, jetzt sind sie aber leer und vergessen. Den Rest der Tage verbrachten wir in Gyumri, welches etwa 130 km nördlich von Jerewan liegt und die zweitgrößte Stadt Armeniens ist. Da besuchten wir auch Museen und Ausstellungen und machten eine Bustour durch die Stadt, die als eins der Kulturzentrenten Armeniens gilt. Ein wichtiger Teil unseres Projekts waren Diskussionen im formellen und informellen Format. Die Teilnehmenden äußerten sie sich über ihre Meinungen und Emotionen dazu, was sie im Rahmen des Projekts erfahren und erlebt haben.
Zudem reflektierten sie in Gruppen über neun verschiedene historische Themen wie bspw. die 90er-Jahre in Armenien, der Genozid an den Armenier*innen, die Shoa und die NS-Zeit, und erarbeiteten dann kurze Texte für unsere thematische Broschüre, die noch veröffentlicht werden wird und in Bildungseinrichtungen wie Unis und Bibliotheken zur Verfügung gestellt wird.
Zusammen mit unseren Teilnehmenden aus Deutschland und Armenien haben wir das (Nicht-) Erinnern in beiden Ländern analysiert und somit das Unsichtbare aufgedeckt und das Ungesagte angesprochen.